Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Haus des Sports für Freiburg?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Freiburg ist aufgrund seines wirtschaftlichen Potenzials im Sportbereich dazu verdammt, effizienter und klüger zu arbeiten als viele andere Kantone», sagt Patrick Buchs. Die Sportaffinität im Kanton sei zwar sehr hoch, strukturell und bezüglich der finanziellen Unterstützung der öffentlichen Hand – beispielsweise in Form von Subventionen – könne Freiburg im landesweiten Vergleich hingegen nicht mithalten. «Wenn es uns aber gelingt, die Leidenschaft für den Sport und die vorhandenen Kompetenzen im Kanton zu vereinen und daraus eine Struktur zu schaffen, die eben anders ist und auf Synergien sowie Innovation basiert, dann kann Freiburg mit weniger Mitteln konkurrenzfähig sein.» Aus dieser Grundüberlegung heraus entstand die Projektgruppe Haus des Sports Freiburg, der Buchs vorsteht. Der frühere Diskuswerfer arbeitete unter anderem jahrelang bei Swiss Olympic in diversen Funktionen und ist heute als selbständiger Berater in Sportfragen tätig.

Genügend Interessenten

Das Haus des Sports Freiburg soll dereinst unterschiedliche Komponenten wie Sportmedizin, Athletiktraining, Talentförderung, Sportwissenschaften und Vereinssport unter einem Dach vereinen. «Wir möchten ein Kompetenzzentrum aufbauen, das dem Sport in seiner ganzen Bandbreite neue Impulse geben kann – vom Schul- über den Breiten- bis hin zum Profi-Sport.» Ein Mix aus verschiedensten Dienstleistern und Organisationen, die im Sportbereich engagiert sind, soll im bisher auf dem Papier entworfenen Konstrukt die Zusammenarbeit intensivieren, damit sich jeder einzelne dieser Player in Zukunft wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. «Seit zwei Jahren bin ich jetzt mit dem Projekt am Hausieren», erklärt Buchs. Dabei sei er auf eine Vielzahl von Interessenten gestossen. So erhielt Buchs etwa vom Kantonsspital, der Fachhochschule für Wirtschaft, der Universität Freiburg, einem Anbieter aus dem Fitnessbereich, einer Privatschule sowie von kantonalen und nationalen Sportverbänden durchaus positive Rückmeldungen. «Eine erste Sondierung hat ergeben, dass bereits 80 Prozent der geplanten Fläche im Freiburger Haus des Sports ausgelastet werden könnte und der Betrieb somit finanzierbar wäre.» Um welche Verbände es sich faktisch handelt, dazu will sich Buchs zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern. Zuvor müsse die Sicherheit über den Standort und die Finanzierung des Projekts gegeben sein. «Dass Sportverbände Synergien nutzen, ist aber ein Trend, der sich in Zukunft noch ausgeprägter zeigen wird. Wir sprechen damit einen Zeitgeist an, der Potenzial hat.»

Standort St. Leonhard

Obwohl nationale Sportverbände – die am Standort Freiburg unter anderem die geografische Lage und die Zweisprachigkeit schätzen würden – willkommen seien, gelte das Projekt in erster Linie dem kantonalen Sport. «Ich denke dabei an den Freiburger Verband für Sport, die kantonalen und städtischen Sportämter aber auch an Clubs wie Gottéron, Olympic oder den FC Freiburg, die durch das natürliche Zusammenleben in einem Haus gemeinsam etwas erreichen könnten.»

Hier geht’s zum Kommentar von Patrick Buchs.

Derweil die Initianten über den Grossteil der potenziellen Mieter noch den Mantel des Schweigens hüllen, herrscht Klarheit darüber, wo das Haus des Sports zu stehen kommen soll. «Idealerweise im St. Leonhard, weil das in den Köpfen der Leute bereits so etwas wie das Sportzentrum des Kantons ist.» Das Projekt würde laut Buchs dazu beitragen, das Optimum aus dem Areal herauszuholen. «Ich habe schon viele Sportanlagen in der Schweiz gesehen, aber keine hatte diese Dichte, den verkehrsgünstigen Anschluss und die Möglichkeiten, wie sie das St. Leonhard bietet.»

Ganz konkret schwebt der Projektgruppe vor, die bereits bestehende Festhalle umzubauen und um vier Etagen aufzustocken. «Wenn die Aktivitäten der Festhalle ins Forum Freiburg, das seit Jahren defizitär ist, ausgelagert würden, wäre ein zusätzliches Problem gelöst», gibt Projektchef Buchs zu bedenken.

Politik überzeugen

Das Projekt ist ambitioniert, steckt aber noch in den Kinderschuhen. «Heute handelt es sich noch um ein Grobkonzept. In einem nächsten Schritt geht es nun darum, die Unterstützung der Politik zu gewinnen und sie von unserer Idee zu überzeugen.» Nachdem Buchs den Entwurf dem Freiburger Gemeinderat präsentiert hat, wartet er auf dessen Stellungnahme zum geplanten Standort. Die Festhalle gehört der Stadt. Auch auf Kantonsebene betreibt Buchs Lobbying, um so im Grossrat Interesse für das Haus des Sports zu erwecken. «Im September habe ich die Chance, das Projekt der parlamentarischen Gruppe Sport vorzustellen mit dem Ziel, dass daraus die Bereitschaft entsteht, das Konzept mitzutragen.» Ihm sei von Politikern aller Parteien Unterstützung zugesichert worden. Daraus erhofft sich Buchs Rückenwind, um Wege für die Finanzierung der nächsten Projektphase zu finden.

Für die Umsetzung des Projekts ist ein signifikanter finanzieller Zustupf vonseiten der öffentlichen Hand ausschlaggebend. In einer Machbarkeitsstudie kam die siebenköpfige Projektgruppe, der unter anderen auch Gian­carlo Perotto (Architekt) oder Urban Achermann (Direktor Verkauf und Marketing Groupe E) angehören, auf ein Investitionsvolumen von rund 25 Millionen Franken. «Mit den potenziellen Mietern wäre der Betrieb wie bereits erwähnt finanzierbar und würde, Stand heute, gar eine Rendite von fünf Prozent abwerfen.» Für den Bau sei man allerdings auf staatliche Unterstützung angewiesen. «Der Kanton spricht 15 Millionen Franken für eine neue Eishalle oder die gleiche Summe für ein Schwimmbad. Was aber ist mit den anderen 80 Sportarten?», fragt Buchs, der davon ausgeht, dass die restlichen Kosten durch private Investoren gedeckt werden könnten. Grundvoraussetzung dafür sei indes das grüne Licht der Politik.

Der Weg bis zu einer möglichen Ausführung bleibt also noch ein langer und beschwerlicher. Dass der Sport auf politischer Ebene keine Priorität geniesst, zeigen Beispiele wie die Diskussionen um die Eishalle oder das längst benötigte Schwimmbad zur Genüge. «Wir sind keine Immobilienhaie, die von diesem Projekt abhängig sind, und ich will deshalb keinen Druck auf die Politik ausüben», so Buchs diplomatisch. «Das Haus des Sports soll letztlich aus gemeinsamer Überzeugung entstehen, und wenn es noch ein bis zwei Jahre benötigt, bis die Umsetzung konkret wird, dann ist mir das recht.» Weil einige der Interessenten aber nicht allzu lange warten würden, wäre eine Realisierung bis ins Jahr 2021 – in diesem Rahmen skizziert Buchs das Opportunitätsfenster – für ihn wünschenswert.

Buchs: «Keine Alternative»

Dass ein Haus des Sports in Freiburg für den Kanton unverzichtbar sei, daran lässt der Projektchef keine Zweifel: «Freiburg wird nie über dieselben finanziellen und strukturellen Möglichkeiten wie Genf oder Zürich verfügen. Mangels Alternativen gibt es keinen anderen Weg als ein Haus des Sports, das Synergien nutzt. Der Sport in seiner ganzen Bandbreite ist ein wichtiger Faktor für die Gesellschaft, der nicht zuletzt auch eine Wertschöpfung generiert und deshalb Investitionen legitimiert.»

Politischer Wille

Kanton und Stadt üben Zurückhaltung

Die Politik reagiert zurückhaltend auf das Projekt eines Hauses des Sports in Freiburg. «Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Es ist noch nichts konkret», hält Pierre-Oliver Nobs, im Gemeinderat Freiburg zuständig für das Sportressort, fest. Das St.-Leonhard-Areal verfüge über Potenzial. Dies hätten diverse Parteien bemerkt. Eine davon sei die Projektgruppe vom Haus des Sports, so Nobs. «Mir wurden schon ein Dutzend guter Ideen zugetragen, was im St. Leonhard alles möglich wäre. Der Gemeinderat hört sich alles an und freut sich über die Visionen. Zuerst braucht er ab er eine Strategie, ehe er entscheidet, in welche Richtung es geht.» Nobs gibt zu bedenken, dass das Budget für den Sport im Kanton nicht so gross sei und eine langfristige Unterstützung eines Projekts kaum möglich.

Staatsrat Jean-Pierre Siggen erachtet das Konzept als interessant, sieht den Kanton aber nicht als Ansprechpartner. «Der Staat wird nichts aufbauen. Er unterstützt zwar Infrastrukturen, kann aber nicht einige Sportarten mehr fördern als andere», sagt der Direktor für Erziehung, Kultur und Sport. Auch in Sachen Schule und Sport entspreche das Projekt nicht der Richtung, die der Kanton eingeschlagen habe. «Bei der Stadt und dem Freiburger Verband für Sport sehe ich bessere Möglichkeiten für die Projektgruppe, etwas zu erreichen.»

Gabrielle Bourguet, die Präsidentin des Freiburger Verbands für Sport (FVS), kennt das Projekt seit gut zwei Jahren. «Herr Buchs hat uns die Idee präsentiert, sie war damals aber noch zu wenig konkret.» Bis heute habe der FVS keine präziseren Angaben erhalten. «Generell sind Synergien aber immer interessant. Das Projekt muss aber den Bedürfnissen der Verbände entsprechen», sagt die Gemeinderätin. Dies sei auch Bedingung, damit die Politik aufspringe.

fs

 

Haus des Sports Ittigen

Im Gegensatz zu Freiburg nur ein administratives Zentrum

Nicht weit entfernt von Freiburg steht bereits ein Haus des Sports: In Ittigen sind neben Swiss Olympic als Dachverband des Schweizer Sports zahlreiche nationale Sportverbände sowie ein sportmedizinisches Zentrum beheimatet. «Ittigen ist ein administratives Zentrum. Der Vorteil von Freiburg wäre, dass es zugleich ein Leistungszentrum bieten würde», sagt Patrick Buchs. Immer mehr Verbände möchten Sport und Administration zusammenlegen, um damit kurze Wege und Synergien zu gewährleisten. «Mit den bereits vorhandenen Sportstätten im St. Leonhard und möglichen weiteren Anlagen auf dem Waffenplatz ist das Potenzial in Freiburg gross.» Wohnort, Training und Ausbildung an einem Ort vereint, dies sei das Plus, das das Haus des Sports Freiburg gegenüber jenem in Ittigen bieten könne.

fs

 

 

Mehr zum Thema