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Ein Haydn-Fest zur Festivalseröffnung sollte es we

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Autor: irmgard Lehmann

Ein Haydn-Fest zur Festivalseröffnung sollte es werden, mit der grossen bulgarischen Mezzosopranistin Vesselina Kasarova. Doch wenige Stunden vor Konzertbeginn musste sie aus gesundheitlichen Gründen absagen. (Freitag, 17. Juli). Einer Festivalsleitung kann nichts Schlimmeres passieren. Denn die Suche nach einem valablen Ersatz gleicht einem Hochseilakt. In letzter Minute findet der künstlerische Leiter Christoph Müller die schweizerisch-rumänische Sängerin Elena Mosuc, die seit 1991 am Opernhaus Zürich singt. Mosuc packt ihr Konzertkleid ein, steigt ins Auto und bleibt im Stau stecken. Sie erscheint ohne Partitur. Der künstlerische Leiter muss sie auftreiben, denn Mosuc singt andere Mozartarien.

Stimmgewaltig

Die Starsängerin singt stimmgewaltig Mozarts «Exsultate Jubilate, mit einer Partitur in der Hand, deren Blätter gefährlich lose herunterbaumeln. Die Balance zwischen Solistin und Orchester lässt zu wünschen übrig. Dass sie eine grosse Opernsängerin ist, zeigt sich erst recht in den zwei Arien der Donna Anna aus Mozarts «Don Giovanni». Die 700 Gäste in der vollbesetzten wunderschönen Kirche von Saanen spenden kräftigen Applaus. Doch der gilt nicht nur ihr. Denn auch das Kammerorchester Basel unter der Leitung des österreichischen Komponisten HK Gruber hat Gutes geleistet und die beiden Haydnsinfonien «Der Philosoph» und die «Uhr» differenziert und subtil interpretiert.

Zeitgenössisches

Ein grosses Lob verdient vorab die junge Geigerin Julia Schröder. Grossartig meistert sie den Part in HK Grubers zeitgenössischem, anspruchsvollem, harmonisch dichtem Werk. Christoph Müller beweist Mut mit dem Miteinbeziehen solcher Musik: Denn bei einem Werk vom Genre Huber muss man gut hinhören, sich auseinandersetzen. Wer weiss, vielleicht wird man eines Tages auch diese Musik verstehen.

Vollkommenheit

Das Festival steht unter dem Zeichen der «Vollkommenheit». «Die Sehnsucht nach dem Makellosen ist eine Triebfeder der Menschheit», heisst es im Programmheft. Doch der vollkommene Mensch sei eine Illusion, sagt der Pfarrer Bruno Bader vor dem Konzert zu den Gästen. «Es gehört zu uns, unvollkommen zu sein und fehlerhaft zu handeln.» Diese Einsicht habe etwas Entlastendes. Sie befreie uns vom Wahn, uns selbst zu überschätzen, und mache uns zu dem, was wir sind. Zu Menschen eben. Die weise Voraussicht des Pfarrers?

«Zuweilen aber sind uns Sternstunden beschieden, wo wir Vollkommenheit erahnen», sagt der Pfarrer weiter. In Beziehungen, im Erleben von Kunst, von Musik. «Solche Augenblicke lassen sich nicht erzwingen, sie sind ein Geschenk des Himmels.» In Gstaad gibt es sie. Seis beim Konzert in den akustisch hervorragenden Kirchen, seis bei Begegnungen, seis beim Wandern in der lieblichen Landschaft des Saanenlandes.

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