Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Herz für Rappi

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ich dachte immer, die Rapperswil-Jona Lakers seien ein Team, das alle kalt lässt. Doch weit gefehlt. «Blick online» stellte diese Woche verwundert fest, dass die Artikel über die Liga-Qualifikation «deutlich mehr» angeklickt werden als diejenigen über den Playoff-Final.

 

 Klar, Rapperswil bietet ungewollt ein amüsantes Schmierentheater und für jeden PR-Einführungskurs ein perfektes Negativbeispiel in Sachen Kommunikation. Im Schnelldurchlauf: Der Verwaltungsrat beschliesst vor der Auf-/Abstiegsserie gegen Langnau ein Redeverbot für Spieler und Trainer. Stattdessen tritt Präsident Lucas Schluep jeweils vor die Medien–und leistet sich bereits vor dem ersten Spiel im Interview mit Teleclub den schönen Versprecher: «Ich gehe nicht davon aus, dass wir heute gewinnen.» Nach dem ersten Spiel wird Trainer Anders Eldebrink entlassen. Nach Spiel zwei hat Schluep die Nase voll von Interviews und schickt plötzlich doch Interims-Trainer Michel Zeiter vor die Kameras. Nach der dritten Niederlage hat Schluep dann auch vom Präsidentsein die Nase voll. Am Dienstagmorgen twittert der Klub, Schluep trete mit sofortiger Wirkung zurück. Eine Minute später löscht er den Tweet wieder–und sagt nichts mehr dazu. Bis gestern der Rücktritt schliesslich doch offiziell bekannt gegeben wird. Damit hat die graue Maus der Liga in der letzten Woche für mehr Schlagzeilen gesorgt als zuvor in 20 NLA-Jahren.

 

 Doch das hausgemachte Theater ist nicht der einzige Grund für das plötzliche Interesse am seit Jahren chronisch erfolglosen Rapperswil. Die ganze Eishockey-Schweiz scheint sich am kaum noch vermeidbaren Abstieg Rapperswils zu ergötzen. «Sind eigentlich alle froh, wenn die Lakers absteigen?», fragte «Blick online» diese Woche. Die Resultate der Umfrage lassen vermuten: Ja! Als kleine Aufmunterung, liebe Lakers, sei an dieser Stelle gesagt: Ich nicht! Ich drücke den Lakers fest die Daumen. Für einen Journalisten ist ein Spiel in Rapperswil ein Traum. Nirgends sonst ist es im Stadion dermassen ruhig, dass man sich völlig ohne Ablenkungen auf den Text konzentrieren kann. Nirgends sonst ist das Interesse so klein, dass man seine Siebensachen problemlos auf vier, fünf Presseplätzen ausbreiten kann. Nirgends sonst bringen im Presseraum freundliche Frauen den Kaffee sogar an die Tische.

 

 Ich gebe zu, das sind alles ziemlich egoistische Argumente. Aber viele andere Argumente scheint es nun einmal nicht zu geben. Wie drückte es ein User, der sich über die geringe Aktivität im Fanforum der Lakers wunderte, diese Woche so schön aus? «Schreiben mag niemand mehr. Der Letzte macht bitte das Licht aus.» Bye bye Rapperswil-Jona Lakers. Ich werde euch vermissen. Ich allein.

Mehr zum Thema