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Ein «Ja, aber» des Uni-Rektors zu den teuren Ausbauplänen des Staatsrates

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Eigentlich sei das Projekt «Smart Living Lab» (SLL) für die Universität nützlich und sie begrüsse es. Zugleich stehe es in einem Missverhältnis zu den Sparvorgaben des Kantons, denen die Uni unterworfen sei. So leitet Rektor Guido Vergauwen ein internes Schreiben an die Mitarbeiter ein, das dieser Zeitung vorliegt. Vergauwen kündigt einen offiziellen Brief an den Staatsrat an. Er bezieht sich auf die Absichtserklärung zwischen dem Staatsrat und der ETH Lausanne über den Aufbau eines Forschungszentrums für intelligentes Wohnen in Freiburg (FN von gestern).

Vergauwen schrieb den Brief am Dienstag, an dem auch das Abkommen unterzeichnet wurde. Neben inhaltlichen Erklärungen stellt er fest, dass die Uni die zusätzlichen Mittel für die Bildung von zwei Forschungsgruppen ausserhalb der mehrjährigen Finanzplanung erhalte. «Sie stellen keinen Ersatz für die Kürzungen im Entwicklungsplan unserer Alma Mater dar», schreibt Vergauwen. Die Zusagen des Kantons an die ETH und der Budgetdeckel, den der Staatsrat der Uni verpasst habe, widersprächen sich.

Entwicklung gefährdet

Der Brief sei mit der Unileitung abgesprochen, stellt Vergauwen auf Nachfrage klar. Er sei keine Kritik am Staatsrat, sondern ein «Ausdruck von Sorge». Vergauwen wollte die Mitarbeiter über das Projekt informieren, bevor sie darüber aus der Zeitung erführen. Die aktuellen Sparmassnahmen seien streng und liessen wenig Entwicklungspotenzial beim Personalbestand, so Vergauwen. Die Unileitung wollte kritischen Fragen zuvorkommen.

Es sei ihm wichtig, dass der Staatsrat die Sparbemühungen der Uni würdige. «Wir sehen eine moderate Entwicklung und Stabilisierung vor. Wir wollen nicht, dass dieser Prozess durch zusätzliche Kosten gefährdet wird.» Das SLL sei eine riesige Investition. Zwar bezahle der Kanton die beiden Uni-Lehrstühle für Baurecht und Technologie-Management am SLL bis 2019 aus öffentlichen Mitteln, so Vergauwen. «Und dann? Nach 2019 müssen wir dann schauen, wie wir diese Lehrstühle integrieren und bezahlen können.» Weder seien sie eingeplant, noch Teil der strategischen Planung der Uni.

Nicht mehr Studierende

Die Uni strebe die Optimierung des Einsatzes ihrer Mittel an und habe dafür viele Sparmassnahmen ergriffen, schreibt Vergauwen. «Das Rektorat hofft, dabei vom Staatsrat angemessen unterstützt zu werden.» Er warnt vor zu starkem Sparen. Das sei schädlich für die Zukunft der Hochschule. Diese stehe in einem Wettbewerb und müsse für Interessierte attraktiv bleiben. Und Vergauwen fügt an: Das SLL ziehe in erster Linie Forscher und Doktoranden an. «Es bringt uns keine zusätzlichen Studierenden.» Doch auf solche sei die Uni angewiesen.

Die Erziehungsdirektion will auf Anfrage zum Schreiben öffentlich keine Stellung nehmen, da es intern sei. Staatsrätin Isabelle Chassot will erst den Brief des Rektors an den Gesamtstaatsrat abwarten.

Guido Vergauwen. Bild ca/a

Zum Projekt

SLL: Ein grosses Projekt für Freiburg

Am «Smart Living Lab» (SLL) sollen ab 2014 bis zu 50 Forscher nach Lösungen für das Wohnen von morgen suchen. Im Zentrum steht die Energieeffizienz. Der Kanton baut im Rahmen des Projekts Blue Factory auf dem Cardinal-Areal für 20 Millionen Franken ein Gebäude. Zudem finanziert er über die Blue-Factory-Gesellschaft drei Lehrstühle für die ETH Lausanne. Je zwei werden von der Uni, der Hochschule für Technik und Architektur sowie der ETH bezahlt.fca

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