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Ein kluger Kämpfer für die Natur

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Seine Familie verkehrte mit dem Königshaus der Niederlande, seine Vorfahren waren allesamt hohe Tiere der niederländischen Streitkräfte. Caspar Bijleveld hat mit der Tradition gebrochen: «Es war ein leichteres Familiendrama, dass ich in der Schweizer Armee nicht weitergemacht habe», sagt der 48-Jährige, halb ernst, halb als Witz. Seit 1985 besitzt er den Schweizer Pass, in der Armee diente er als Kanonier. Als Direktor des Papilioramas in Kerzers hat sich Caspar Bijleveld eine andere Mission auf die Fahne geschrieben: Es ist der Schutz der Natur.

Das eine schliesst das andere zwar nicht aus: Sein Vater Maarten Bijleveld van Lexmond ist Offizier und als Biologe feuriger Verfechter der Natur. Vor genau 30 Jahren hat er das Papiliorama gegründet. In dieser Hinsicht ist Caspar Bijleveld voll und ganz in die Fussstapfen seines Vaters getreten: «Ich habe das Biologiestudium zwei Jahre unterbrochen für den Bau des Nocturamas», erzählt er, «das war eine Erfahrung für das Leben.» Und auf dem Bau habe er Schweizerdeutsch gelernt, sagt der Vater von zwei Kindern, der in Neuenburg studierte und heute noch dort lebt.

«Mit 80 Stellenprozent sind wir effizienter und geben kein Geld für unnütze Sachen aus.»

Caspar Bijleveld

Direktor Papiliorama Kerzers

Er sei nie in einer anderen Institution als dem Papiliorama angestellt gewesen; 2001 übernahm er den Job als Papiliorama-Direktor von seinem Vater. «Es hat sich durch meine Mutter und meinen Vater natürlich so ergeben», sagt Bijleveld dazu, «meine Mutter Catheline Bijleveld geht immer ein wenig vergessen in der ganzen Geschichte, dabei war sie über 20 Jahre lang für das Papiliorama im Einsatz und hatte die gesamte Administration unter sich.»

Mit seinem Vater hat Caspar Bijleveld als Kind Weiher gebaut, Fische in Aquarien gezüchtet und in der spanischen Provinz Navarra Greifvögel beobachtet. «Das hat mich geprägt.» Nach dem Dienst in der Armee sei er mit 20 Jahren nach Belize gereist. Das hatte Folgen: 1989 hat die Stiftung Papiliorama ein Naturschutzprojekt im zentralamerikanischen Belize ins Leben gerufen. «Es ist mein Lebenswerk, und ich erachte es als eine gewisse moralische Pflicht, die Natur und die Menschen in Belize nicht im Stich zu lassen.» 350 Quadratkilometer gehören inzwischen zu dem Schutzgebiet; «ich bin ein bis zwei Mal im Jahr in Belize». Es sei nach der Schweiz und den Niederlanden sein drittes Land, sagt Bijleveld. «Aber wenn ich etwas verteidigen müsste, wäre es die Demokratie der Schweiz, sie ist ein Wunder, und wir sollten zu ihr Sorge tragen.»

In der Familie von Caspar Bijleveld kommt eine vierte Nation ins Spiel: Seine Ehefrau Charlotte Opal, Mitglied der Grünen und Generalrätin in Neuenburg, stammt aus den USA. «Ich habe ausser den Naturschutzprojekten nicht viel anderes gemacht im Leben», sagt Bijleveld und grinst, «aber ich habe noch eine Frau gefunden und zwei Kinder gezeugt». Mit seinen Kindern spricht er Niederländisch, «in der Schule sprechen sie Französisch und mit ihrer Mutter Englisch». Sieben und acht Jahre alt sind das Mädchen und der Knabe. «Mit meiner Familie ging ich letztes Jahr nach Belize, meine Tochter hatte sich das gewünscht.» Wenn eines seiner Kinder Interesse entwickelt an seiner Arbeit, dann sei das gut, «aber es muss nicht sein». Zudem sei er gegen jede Form von Nepotismus, also Vetternwirtschaft. Das Papiliorama sei eine Stiftung, «ich bin angestellt und ersetzbar». Wichtig sei einzig die Motivation. «In den 30 Jahren Papiliorama hatte ich vielleicht zwei bis drei Mal keine Lust, zur Arbeit zu gehen.»

1995 kaufte Caspar Bijleveld eine Ruine in Neuenburg, seither ist er daran, das Haus zu renovieren. «Vermutlich war es das Sommerhaus eines Hutmachers und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut.» Der Garten sei wild, «mit einer wunderbaren Biodiversität». Die Kinder gehen in eine Primarschule in Neuenburg, in der 90 Prozent der Kinder ursprünglich aus anderen Ländern als der Schweiz stammen. Seine Frau und er drängten bei den Schulbehörden darauf, dass ihre Kinder an diese Schule dürfen. «Nach drei Tagen hatten wir das Ja», sagt Bijleveld und lacht. «Viele wollen ihre Kinder nicht in dieser Schule.» Auch seien sie mit ihren Kindern in Washington im Ghetto gewesen. Er bezeichnet den Ausflug als Augenöffner: «Es braucht mehr Toleranz.»

Eines der schönsten Komplimente, die er je erhalten hat, stammt vom Direktor des Projektes in Belize: «Er sagte mir, ich sei der am meisten belizianische Gringo», erzählt Bijleveld und lacht. «Die Menschen in Belize sind wegen der Kolonialzeit empfindlich, wir können nicht einfach kommen und ihnen sagen, was zu tun ist.»

Caspar Bijleveld mag Jazzmusik, er spielt Kontrabass, und er trägt seit elf Jahren dieselben Wanderschuhe. Für ihn sollte niemand 100 Prozent arbeiten: «Mit 80 Stellenprozent sind wir effizienter und geben kein Geld für unnütze Sachen aus.» Traurig macht ihn, dass es für heutige Kinder normal ist, dass drei Schwalben auf der Stromleitung sitzen, «denn in den Zeiten meines Vaters waren es 3000». Die ganze Welt rede viel, «aber mit der Natur wird es immer schlimmer». Das sei erdrückend. «Ich werde manchmal von einer leichten Form der Hoffnungslosigkeit erfasst.»

«Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu tun.» Letzten Freitag reichte Caspar Bijleveld Unterschriften der Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» in Bern ein. Die Initiative sei aus einer unpolitischen Bürgerbewegung entstanden. «Sie verlangt schlicht und einfach, dass man ohne negative gesundheitliche Konsequenzen konsumieren und sich ernähren kann.» In einer Partei sei er nicht, sagt der Direktor. «Ich war drei Wochen bei den Grünen, aber ich fühlte mich nicht wohl in einer definierten Partei.» Wenn schon, müsste er eine eigene Partei gründen. Den Namen hätte er bereits: «Sie würde wohl Schweizer Extremzentrische Partei heissen», sagt Bijleveld und schmunzelt, «mit der Ziel, kluge Kompromisse zu erarbeiten, aber nicht immer auf ruhige Weise». Aber das werde ein Witz bleiben: «Naturschutz hat für mich immer Priorität.»

Zur Person

Mit dem Zug ins Papiliorama

Caspar Bijleveld stammt aus einer niederländischen Familie und erlangte die Schweizer Staatsbürgerschaft 1985. Damals war er 15 Jahre alt. Er studierte in Neuenburg Biologie und ist seit 2001 Direktor des Tropenhauses Papiliorama in Kerzers. Caspar Bijleveld lebt mit seiner Familie in Neuenburg und pendelt mit dem Zug nach Kerzers ins Papiliorama. Der Spezialzoo feiert dieses Jahr sein 30-Jahr-Jubiläum. Der 48-jährige Caspar Bijleveld war von Beginn an dabei: Seine Eltern sind die Gründer des Tropenhauses.

emu

 

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