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Ein Kosovare betrügt und wird nicht des Landes verwiesen

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Über 330 Mal hat ein 26-Jähriger versucht, auf der Schweizer Online-Marktplatzplattform Siroop Ware zu bestellen. 374 Versuche – bei denen er Ware im Gesamtwert von 77 000 Franken bestellen wollte – hat das System blockiert: Übersteigt der Warenwert 200 Franken, überprüft das System die Bonität und bricht bei einem negativen Ergebnis den Bestellvorgang ab. 43 Mal aber gelang es dem Mann, das System auszutricksen, und ihm wurde Ware in einem Gesamtbetrag von 7500 Franken zugestellt, die er nie bezahlte. «Er war weder ernsthaft gewillt noch in der Lage, die Rechnungen zu begleichen», schreibt Staatsanwältin Liliane Hauser im Strafbefehl.

Der Mann habe verschiedene Namens- und Adresskombinationen verwendet und die Online-Plattform durch aktives Tun systematisch getäuscht. Das sei arglistig. Der Mann sei zudem gewerbs­mässig vorgegangen, schreibt die Staatsanwältin. Und: Angesichts der finanziellen Lage seiner Familie seien die Bestellungen geeignet, einen wesentlichen Teil seiner Lebenshaltungskosten zu decken.

Der Mann ist kosovarischer Staatsangehöriger mit einer Niederlassungsbewilligung in der Schweiz. Der gewerbsmässige Betrug gehört zum Katalog der obligatorischen Landesverweisung. In persönlichen Härtefällen kann auf die Ausweisung verzichtet werden. Laut Strafbefehl liegt in diesem Fall ein solcher Härtefall vor: Der Mann ist in der Schweiz geboren und lebt zusammen mit seiner Frau und seinen Eltern in einem Freiburger Dorf; sein Bruder lebt mit seiner Familie in der Nähe. «Er ist in der Schweiz verwurzelt», schreibt Staatsanwältin Liliane Hauser im Strafbefehl. Da zudem die Strafe nicht hoch ist, verzichtet sie auf einen Landesverweis: Das private Interesse des Mannes überwiege das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung.

Unbedingte Haftstrafe

Die Staatsanwältin verurteilt den Mann wegen Betrug zu einer unbedingten Haftstrafe von 90 Tagen. Er muss zudem die Verfahrenskosten von 265 Franken ­tragen.

njb

«Er ist in der Schweiz verwurzelt.»

Liliane Hauser

Freiburger Staatsanwältin

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