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Ein Langfinger braucht einen wachen Geist

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Signalement: Etwa 1,75 Meter gross, mittlere Statur, dunkelbraune, etwas wirr gekämmte Haare, südländischer Typ, 40 Jahre alt. Zuletzt gesehen in Freiburg, trug ein blaues Polo-Shirt, helle Hosen, schwarze Turnschuhe. Es wird empfohlen, sich ihm nicht zu nähern: Ihre Brieftasche könnte gestohlen werden.

Christophe Ambre versteht sein Handwerk als Taschendieb. Als er Mitte Monat bei einer Präventionskampagne an der Jazz Parade auftrat, da hatte er Passanten im Nu das Handy, die Sonnenbrille, das Portemonnaie oder gar die Armbanduhr entwendet. Alles unter Aufsicht der Polizei, und die «Opfer» erhielten ihre Gegenstände umgehend wieder zurück. Schliesslich stiehlt Christophe Ambre zur Unterhaltung, als einer von nur fünf Show-Taschendieben in Europa. Er trete pro Jahr fünf bis acht Mal in Freiburg auf, so der in Zürich wohnhafte Langfinger Ambre gegenüber den FN.

 Während heute die bestohlenen Opfer Ambres nach Aufdecken eines Diebstahls staunen und lachen, so haben sie früher mehrheitlich geflucht. Ambre ist nämlich ein geläuterter Taschendieb, dessen Motive nicht immer so nobel waren wie heute. Er habe sein Handwerk in den Strassen von Paris gelernt, weil er als Junge Geld haben wollte, wie er sagt.

Sein erster Diebstahl sei ein Comic-Heft in einem Laden gewesen, es folgte ein zweites Comic-Heft, dann ein drittes. Im selben Laden, am selben Nachmittag. Das dritte Mal habe ihn der Ladenbesitzer erwischt, so Ambre. «Ich bin zu gierig geworden», bekennt er.

 Für seine Show-Taschendiebstähle muss Christophe Ambre regelmässig trainieren. Das sieht dann so aus: «Ich lege zuhause eine Jacke um eine Stuhllehne und übe daran.»

Der gebürtige Franzose sagt: «Die Hände machen nur 30 Prozent aus. Der Rest ist Psychologie.» Ein Taschendieb überlege sich immer, wie Menschen funktionierten und dächten. Er habe so ein Gefühl, wer ein leichtes Opfer sei. Dann gehe es nur noch um die geeignete Ablenkung. Ob ein Opfer seine Brieftasche vorne oder hinten trägt, spiele für einen Taschendieb keine Rolle. «Es ist alles ein Frage der Technik», so Ambre. Ein Taschendieb müsse noch weitere geistige Qualitäten mitbringen: «Er darf keine Angst haben und muss opportunistisch sein. Sein Metier ist mit viel Stress und viel Warten verbunden.»

In einer Sommerserie stellen die FN Menschen vor, deren Hände für ihren Beruf wichtig sind.

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