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Ein Leserfoto aus Uganda dokumentiert die schrecklichen Spuren des Krieges

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Düdingen/Uganda Ein geschichtsträchtiges und gleichzeitig äusserst bedrückendes Leserfoto hat Ingenieur Hubert Julmy aus Düdingen den FN gesandt. Julmy hat ab 1985 mehrere Jahre als Bauingenieur in Uganda gearbeitet. Damals war er «jung, dynamisch und unerfahren», und Uganda befand sich mitten im Krieg. 1985 wurde Präsident Milton Obote gestürzt und 1986 Tito Okello.

«Um meine Baustellen in Gulu zu erreichen, musste ich im Norden von Kampala durch das Luwero Triangel fahren. Der Name ist vom Bermuda Dreieck abgeleitet, da dort immer wieder Menschen verschwanden», schreibt Julmy. Milton Obote habe in dieser Gegend alle Bewohner umbringen lassen, man habe von 200 000 Opfern gesprochen, und die Gegend sei menschenleer und äusserst gefährlich gewesen.

«Nach dem Sturz von Tito Okello im Januar 1986 kamen Bewohner zurück und stapelten die Totenköpfe am Wegrand auf», erinnert sich der Ingenieur. Auf dem Foto ist Hubert Julmy mit den aufgestapelten Totenköpfen abgebildet. Teilweise seien Einschusslöcher oder Machetenverletzungen an den Schädeln zu sehen. «Die Gegend der Bomboroute (Luwero) war zu dieser Zeit noch menschenleer und die Lage verworren. Ich wurde auf verschiedene Weisen bedroht, und mehrmals wurde auch auf mich geschossen.»

Schliesslich erreichte der Konflikt auch die Baustelle in Gulu, auf der Julmy tätig war. «Am 19. August 1986 sind auf der Baustelle viele Arbeiter erschossen worden. Die Überfälle dauerten fünf Tage. Danach habe ich zusammen mit den überlebenden Arbeitern auf der Baustelle die Toten verscharrt», so die Erinnerung des Düdingers an die grausigen Ereignisse. In seinem Haus konnte der Ingenieur viele Arbeiter verstecken. Essen konnten sie nur Termiten, da es zu gefährlich gewesen wäre, auf dem Markt einzukaufen.

Der Sensler lebte damals völlig abgeschirmt von der Aussenwelt. Vom Reaktorunglück vom 26. April 1986 in Tschernobyl hat er erst im September des gleichen Jahres erfahren. Dies, weil er nur alle zwei Monate einen «Muzungu», einen Weissen, zu Gesicht bekam und weder über Zeitungen, noch Radio oder Fernsehen verfügte.

Weil die Gefahren anhielten, sei Julmy von seinen Nachbarn mit Speeren und Pfeil und Bogen gegen Aggressoren mit Kalaschnikows verteidigt worden. Dabei habe er viele schöne zwischenmenschliche Erfahrungen gemacht. Trotz all den schrecklichen Ereignissen sei Uganda ein «herrliches Land mit vielen freundlichen und fröhlichen Menschen» gewesen und sei es auch heute noch, schreibt Julmy am Schluss seiner Erzählung. hw

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