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Ein Mann hat vieles zu erzählen

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Dienstagmittag im Saal sieben des Kinos Cap’Ciné in Freiburg: «Meine Damen und Herren, Jean-François Stévenin hat das Gebäude betreten», sagt Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Freiburg. Die Anwesenden spenden euphorisch Applaus. Gemächlich und mit langsamen Schritten steigt der 70-jährige Franzose die Treppe am Rand des Kinosaals hinunter und setzt sich auf den für ihn bereitgestellten Sessel in der Mitte des Kinosaals. Es ist klar: Mit Jean-François Stéveninbeehrt eine unbestrittene Grösse des französischen Films das Freiburger Festival.

 «Liebe. Kino. Leben.»

Thierry Jobin hat den Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Stévenin für die Sektion «Sur la carte de …» eingeladen, die jedes Jahr einer Persönlichkeit aus der Filmbranche eine Carte blanche erteilt. Mit drei Worten habe Stévenin auf die Anfrage geantwortet, schreibt Jobin in einer Pressemitteilung: «Liebe. Kino. Leben.»

Stévenin tritt so in die Fussstapfen von Georges Schwizgebel (2012), Bouli Lanners (2013) und Jean-Pierre und Luc Dardenne (2014), die sich der Sektion in den Vorjahren angenommen hatten. In Stévenins Auswahl für das diesjährige Festival schafften es unter anderen der 1997 erschienene Krimi «Donnie Brasco» von Regisseur Mike Newell, «Love Streams» aus dem Jahr 1984 von John Cassavettes, der 1953 erschienene Western «Shane» von George Stevens, oder auch die französische Produktion «Mona et Moi» von Patrick Grandperret aus dem Jahr 1989.

Nach dem Zufallsprinzip

 Am Dienstag nun nahm Jean-François Stévenin im Rahmen des Filmfestivals an einem «Masterclass»-Gespräch teil, an dem er Anekdoten aus seiner Zeit als Regisseur und Schauspieler erzählte. Thierry Jobin und die Filmemacherin Ursula Meier übernahmen die Moderation des Gesprächs. Dabei setzten die beiden auf Improvisation: In zwei Kistchen packten sie etliche Papierfetzen mit Begriffen, die Jean-François Stévenin in irgendeiner Art betreffen. Ein Kistchen beinhaltete Begriffe zu seinen Filmen, das andere Begriffe zu seinem Leben. Stévenin sollte nach dem Zufallsprinzip Zettel aus den Boxen ziehen und zu den Begriffen etwas erzählen.

Guter Unterhalter

Es folgte eine Anekdote nach der anderen. Eines erfuhren die Anwesenden während des Gesprächs am eigenen Leib: Jean-François Stévenin liebt das Kino und den Film, und er weiss, wie man das Publikum begeistert. Er bot beste Unterhaltung mit Geschichten über Johnny Hallyday, über seine Katze oder über den Regisseur John Huston, an dessen Film «Flucht oder Sieg» (1981) Stévenin als Schauspieler beteiligt war.

Pélés Assistent

Eine sehr amüsante Anekdote erzählte Stévenin genau über diesen Film: «Das Fussballspiel zu ‹Flucht oder Sieg›, in dem auch Sylvester Stallone mitgespielt hat, haben wir in Budapest in einem grossen Stadion gedreht. 240 Personen arbeiteten alleine an der Technik. John Huston und sein Assistent leisteten grossartige Arbeit. Grosse Fussballer waren da: Argiles, Beckenbauer, Pélé und so weiter. Pélé war auch der Einzige von denen, der mir ‹Guten Tag› gesagt hat. Ein Schrank von einem Mann, sein Assistent, begleitete ihn den ganzen Tag und hielt ihm Fotos zum Signieren hin. Mit denen ist er ihm sogar bis auf die Toilette gefolgt. So etwas hatte ich bis dahin in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.»

Reicher Erfahrungsschatz

Dass Jean-François Stévenin viele spannende Anekdoten–sogar über Pélé–auf Lager hat, kommt nicht von ungefähr. Stévenin habe sich in alle Berufe der Kinoproduktion eingearbeitet vom Techniker bis zum Regieassistenten, sagt Thierry Jobin. So habe er als Assistent unter anderem für Alain Cavalier, Jacques Rivette, Barbet Schroeder oder François Truffaut gearbeitet.

In mehr als 40 Produktionen wirkte er als Schauspieler mit, und bei drei Filmen («Die Waldläufer», «Double Messieurs» und «Mischka») führte er selber Regie.

Programm

«Sur la carte de…» im Überblick

Insgesamt sechs Filme hat Jean-François Stévenin für die diesjährige Sektion «Sur la carte de…» ausgewählt. Drei davon sind bis zum Ende des Filmfestivals noch einmal zu sehen:

•Mona et Moi(Patrick Grandpierre, 1989): 26.3., 18.30 Uhr, Rex 1.

•Shane(George Stevens, 1953): 28.3., 17.30 Uhr, Cap’Ciné 6.

•The Color of Money(Martin Scorsese, 1986): 28.3., 12 Uhr, Rex 3.lp

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