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Ein Marathon in Wanderschuhen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Klatschende Hände, laute Zurufe, begeisterte Gesichter: Der Bauer Daniel Zbinden, seine Helferinnen und Helfer sowie sein tierisches Gefolge wurden herzlich und mit Begeisterung am letzten Samstag mitten im Herzen von Plaffeien empfangen. Nach drei Stunden, sechzehn Kilometer und rund sechshundert Höhenmetern Fussmarsch ist der Applaus für die Älplerinnen und Älpler eine Wohltat – doch beginnt die eigentliche Arbeit schon früh morgens vor der Wanderung.

Gummistiefel und Blumen

Am Samstag um drei Uhr morgens klingelt der Wecker: Die Familie Zbinden, Daniel und Francine sowie die Kinder Frank, Kerstin und Yann, schlüpfen in ihre Arbeitsklamotten und Gummistiefel, um die 50 Kühe zu melken, die den Sommer auf Eggers Wannels und auf dem Oberspittel verbracht haben. Cousins, Onkel, Tanten und Freunde helfen tatkräftig mit, besonders beim Schmücken der Kühköpfe. Die Tannengestecke mit weissen und roten Serviettenblumen fertigten Francine und ihre Schwiegermutter Rita an. «Es hat uns einige Stunden gekostet, doch es lohnt sich jedes Jahr, wenn man die geschmückte Herde sieht», so Francine. Es wird noch einige Stunden dauern, bis sich die Sonne zeigt und die herbstliche Wärme auf der Alp sich ausbreitet, doch lässt sich der eingeschworene Kreis von rund 20 Leuten nicht davon beirren: Es wird gelacht und geplaudert.

Hier geht’s zur grossen Bildergalerie.

Gegen neun Uhr tauschen die Älplerinnen und Älpler ihr Stallgewand mit den traditionellen Trachten. Das letzte Kränzchen befestigt Daniel noch an den Traktor, die Burschen stopfen ihr Hemd in die Hosen, wie es sich gehört. Sobald Joel Niederberger unterhalb des Oberspittels mit seiner Herde losmarschiert, lassen die Helfer Zbindens Kühe aus dem Stall, und die Helferinnen locken sie zu sich. Mit Hirtenstock und gut geschnürten Schuhen machen sich die Familie Zbinden und Co. in einer Kolonne mit der Herde auf den Weg ins Tal.

Joggende Kühe

Wer denkt, dass ein Alpabzug eine gemütliche Wanderung mit ein paar Vierbeinern ist, hat sich schwer geirrt: Die Kühe legen ein Schritttempo vor, als würde es sich um einen Marathon handeln. Von hinten sieht es fast so aus, als würden sie tänzeln, so legen sie jeweils jede Hufe vor die andere – elegant und schnell. Da müssen die Begleiterinnen und Begleiter versuchen, mit ihren zwei Beinen Schritt zu halten. Der eine muss sein weisses Hirtenkäppchen festhalten, dem anderen schäumt das Bier, und eine Hirtin saust der Herde hinterher, die kurz für kleine Älplerinnen musste. Ein junges Rind schwirrt von Zeit zu Zeit immer wieder nach links ab, doch sind die hintersten Hirten stets zur Stelle, um es wieder in die Herde zurückzupfeifen. Trotz des zügigen Tempos ist klar ersichtlich, dass sie sich allesamt amüsieren. Zusammen schwatzen und lachen sie, an einigen Posten greifen sie nach Verpflegung, die von den umliegenden Anwohnern bereitgestellt wurde.

Impressionen vom Alpabzug.

Je näher sie an Plaffeien kommen, umso grösser ist die Gastfreundschaft. Mit Harassen Bier und Mineral laufen Männer und Frauen der Hirtenfamilie entgegen, damit sie sich mit einer Erfrischung abkühlen zu können. Im Dorf werden ihnen Tabletts mit Weisswein und Schnäpschen hingehalten, was die Tochter Kerstin fast überfordert: «So viel zu trinken gab es noch nie!» Der lange Marsch und die Hitze sieht man den Hirtinnen und Hirten an, denn angekommen beim Bauernhof tragen sie allesamt glänzende Schweissperlen auf ihren Nasen. Daniel trägt ein breites Lächeln auf dem Gesicht: «Alles hat geklappt. Es war wieder ein einmaliges Erlebnis.»

13. Alpabzug

«Alle sind zur Zeit eingetroffen»

Adolf Käser, Direktor von Schwarzsee Tourismus, ist zufrieden mit dem Alpabzug. «Rund 17 000 Besucherinnen und Besucher applaudierten an den Strassen unseren Hirtinnen und Hirten. Wir sind sehr zufrieden», sagt Käser. Auch begeistere ihn die Herkunft der Besucher, so habe er Ostschweizer, Deutsche und sogar Holländer angetroffen. «Die Kultur des Alpabzuges steht hier im Vordergrund. Das zieht die Leute wohl an.»

Der Anlass verdanke Schwarzsee Tourismus natürlich den engagierten Hirtinnen und Hirten, betont Käser: «Sie sind mit Herzblut dabei, und das bemerkt man auch.» Die einzelnen Herde seien zur Zeit, wenn nicht sogar etwas früher als geplant in Plaffeien angekommen. «Ich staune immer wieder, wie sich diese 18 Gruppen organisieren», so Käser.

jp

 

 

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