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Ein Moment, ein Versuch, ein Klick

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die ältesten Bilder stammen aus der Zeit seiner Fotografenlehre Ende der Fünfzigerjahre, die jüngsten sind erst 2016 entstanden: Die neue Sonderausstellung «Sensible» im Greyerzer Museum in Bulle zeigt erstmals einen umfassenden Überblick über das Schaffen des Freiburger Fotografen Noël Aeby. Und doch will der 74-Jährige nicht von einer Retro­spektive sprechen: «Retrospektive, das klingt, als hätte man längst aufgehört zu arbeiten», sagt er. Doch er sei immer noch regelmässig mit seiner Kamera unterwegs, er könne gar nicht anders. Er konzentriert sich heute auf die Landschaftsfotografie in der Umgebung seines Wohnorts Senèdes. «Auch dort entdecke ich immer wieder neue Sachen», so Aeby.

Die Kunst des Wartens

Seine Arbeitsweise hat sich indes nicht verändert: Noël Aeby ist ein Fotograf der alten Schule. Einer der ausschliesslich analog fotografiert und seine Abzüge eigenhändig anfertigt, technisch versiert, hochpräzis und immer auf der Suche nach der Perfektion. Aber auch einer, der die Welt in Bildern sieht, der Stimmungen und Emotionen einfangen kann, der ein Gespür hat für den richtigen Augenblick und dazu eine unerschöpfliche Geduld. Seine Bilder hat Aeby längst im Kopf, wenn er den Auslöser drückt – und er kann warten, bis alles seinen Vorstellungen entspricht. «In der Nähe meines Wohnorts gibt es ein Motiv, das ich schon lange fotografieren möchte», sagt er. «Aber bis jetzt waren die Wetterbedingungen nie so, wie ich sie mir wünsche.» Also wartet Aeby, bis es eines Tages klappt – oder auch nicht. «Ein Bild ist entweder richtig, oder es ist nicht richtig», sagt er. Dazwischen akzeptiert er nichts. Was «nicht richtig» ist, wird eliminiert und nicht etwa beschnitten oder bearbeitet, bis es passt. Ein Moment, ein Versuch, ein Klick: Nach dieser radikalen Methode arbeitete Aeby sogar, als er in den Siebziger- und Achtzigerjahren offizieller Fotograf der Tour de Romandie und der Tour de Suisse war. Der Sieger beim Überqueren der Ziellinie? Noël Aeby drückte genau einmal ab, und dann passte es, oder es passte eben nicht.

Die Sportfotografien sind jedoch ein Kapitel, das er in der Ausstellung ausklammert: «Sie hätten nicht dazu gepasst», sagt er. Es sei schwer genug gewesen, eine Auswahl zu treffen. 80 Bilder waren anfangs geplant, 120 sind es schliesslich geworden. Die ältesten sind Schwarz-Weiss-Fotografien aus dem Jahr 1959, als Aeby in seinem zweiten Lehrjahr war. Eines zeigt das Porträt eines Kindes an einem Fenster, ein anderes eine Gruppe Kinder bei der Bernbrücke in der Freiburger Unterstadt. Im Dialog mit jüngeren Aufnahmen – zum Beispiel jener eines Kindes mit einem Schirm auf der St.-Johann-Brücke aus dem Jahr 2012 – zeigen sich die Konstanz und die Kontinuität in Aebys Schaffen.

Unverkennbare Handschrift

Ein grosser Teil der Ausstellung ist Aebys Reisen nach Argentinien, Chile und auf die russische Halbinsel Kamtschatka gewidmet. Die stimmungsvollen, sorgfältig komponierten Bilder tragen unverkennbar Aebys Handschrift, von der Schwarz-Weiss-Aufnahme eines verschlissenen Sessels mitten in der Atacamawüste bis zum hellgrün spriessenden Pflänzchen in der unwirtlichen Gegend des Kronotsky-Vulkans auf Kamtschatka. Die Bildsprache setzt sich fort in den Landschaftsaufnahmen aus dem Kanton Freiburg, in Fotografien der Stadt Freiburg, aber auch in älteren Auftragsarbeiten und Bildserien. So sind etwa Bilder aus dem leer stehenden Freiburger Bürgerspital zu sehen: Für die Serie erhielt Aeby 1973 das eidgenössische Stipendium für angewandte Kunst, ein Stipendium, von dem er in den Siebzigerjahren insgesamt dreimal profitierte. Schon damals war das Quadrat Aebys Lieblingsformat, was auch in der Ausstellung nicht zu übersehen ist: «Im 6×6-Mittelformat kann ich die Bilder am besten konstruieren und festhalten», so der Fotograf, «und das Format eignet sich gut, um den Betrachter in andere Welten zu entführen.»

Greyerzer Museum, Bulle. Vernissage: Sa., 21. Januar, 18 Uhr. Bis zum 6. August. Di. bis Fr. 10 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, Sa. 10 bis 17 Uhr, So. 13.30 bis 17 Uhr. www.musee-gruerien.ch; www.noelaebyphotographe.com

Noël Aeby wurde 1942 in Charmey geboren und lebt heute in Senèdes im Saanebezirk. Nach einer Fotografenlehre wurde er 1962 Hausfotograf bei Ciba-Geigy und später bei Ilford, wo er massgeblich zur Entwicklung des Fotopapiers Cibachrome beitrug. Er war als Landschafts-, Reise-, Reportage-, Porträt-, Architektur- und Sportfotograf tätig. Von 1976 bis 1989 war er offizieller Fotograf der Tour de Romandie und der Tour de Suisse. Er erhielt mehrere nationale und internationale Stipendien und Preise, darunter den Hasselblad-Masters-Award im Jahr 1978.

cs

Zur Person

Bei Ciba-Geigy und der Tour de Suisse

Zur Person

Bei Ciba-Geigy und der Tour de Suisse

Noël Aeby wurde 1942 in Charmey geboren und lebt heute in Senèdes im Saanebezirk. Nach einer Fotografenlehre wurde er 1962 Hausfotograf bei Ciba-Geigy und später bei Ilford, wo er massgeblich zur Entwicklung des Fotopapiers Cibachrome beitrug. Er war als Landschafts-, Reise-, Reportage-, Porträt-, Architektur- und Sportfotograf tätig. Von 1976 bis 1989 war er offizieller Fotograf der Tour de Romandie und der Tour de Suisse. Er erhielt mehrere nationale und internationale Stipendien und Preise, darunter den Hasselblad-Masters-Award im Jahr 1978.

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