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«Ein Museum für Touristen auf dem Velo»

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Gemeinderat Thierry Steiert (SP) hatte keine leichte Aufgabe, als er sich am Montagabend den Fragen der Gewerbetreibenden der Freiburger Unterstadt stellte. Denn diese zeigten sich insbesondere mit der Parkplatzpolitik des Gemeinderats unzufrieden. Dass dieser die maximale Parkdauer auf zwei oder drei Stunden reduziert sowie die Tarife erhöht hat, sei sowohl für Touristen als auch für Angestellte ungünstig, sagte Christophe Taille, Präsident der Vereinigung und Patron der Auberge de la Cigogne. «Besucher, die einen Spaziergang im Galterental machen und danach noch etwas essen möchten, können dies unmöglich in drei Stunden tun.» Er habe den Eindruck, der Gemeinderat wolle die Leute aus dem Quartier verjagen, sagte François Gobet vom Café des Boulangers. «Diese Politik will aus der Unterstadt eine Fussgängerzone machen, ein Museum für Touristen auf dem Velo.»

Das Preisniveau der Parkplätze in Freiburg sei durchaus vergleichbar mit anderen Städten, betonte Thierry Steiert. Und mit der Reduzierung der Parkdauer wolle die Stadt erreichen, dass weniger Pendler mit dem Auto in die Stadt kämen. «Wenn die Parkplätze durch Pendler besetzt sind, nützt dies dem Gewerbe auch nichts.» Dies stiess nicht überall auf Verständnis. Arbeite jemand zu normalen Bürozeiten, sei es möglich, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen, hiess es von verschiedenen Seiten. Müsse jemand aber um fünf Uhr morgens beginnen oder arbeite er bis spät in der Nacht in einem Restaurant, sei er auf ein Auto angewiesen. Deshalb forderten mehrere Mitglieder, dass der Gemeinderat Gewerbetreibenden auch mehrere Vignetten für verlängertes Parkieren ausstellt. «Wenn wir anfangen, den Gewerbetreibenden mehr Vignetten auszustellen, wird sich dies schliesslich gegen sie selbst richten», erklärte Steiert. Denn dann würden die Parkplätze durch Angestellte der Unternehmen besetzt, für Kunden bliebe kein Platz mehr. All die Massnahmen gegen den Verkehr in der Stadt seien nicht dazu da, um die Gewerbetreibenden zu plagen. «Aber wenn wir nichts unternehmen, würde der zunehmende Verkehr alles verstopfen.»

Immerhin eine gute Nachricht punkto Parkplätze hatte Christophe Taille parat: An den Abenden und am Wochenende dürfen Anwohner und Besucher die 13 Parkplätze des Amts für Archäologie an der Oberen Matte nutzen.

Eine provisorische Brücke?

Ein weiterer Kritikpunkt der Versammlung waren die Begrenzungspfosten beim Trottoir an der Neustadtstrasse. Diese hatte die Stadt aufgestellt, weil viele Autofahrer das ebenerdige Trottoir beim Kreuzen missachteten. «Warum hat man dort nicht gleich ein erhöhtes Trottoir gebaut?», so die Frage. Eine Erhöhung mit natürlichen Steinen–wie etwa an der Alten Brunnengasse–hätte um die 800 000 Franken gekostet, sagte Thierry Steiert. Er räumte aber ein: «Wir waren uns der Problematik wohl nicht ganz bewusst.» Nun gelte es, abzuklären, was die beste Lösung sei.

Für Befürchtungen sorgt ebenfalls die Sanierung der St.-Johann-Brücke, die für nächsten Sommer geplant ist und wohl mindestens drei Monate dauern wird. «Wir müssen etwas tun, sonst haben wir ein Problem», so Steiert. Die Notwendigkeit der Sanierung stellte zwar niemand infrage, jedoch kamen verschiedene Vorschläge, um die drohende Isolierung der Unterstadt zu vermeiden. So etwa die temporäre Wiedereröffnung des Lorettowegs oder–zumindest für Anwohner und Gewerbetreibende–der Zähringerbrücke oder aber eine provisorische Brücke über die Saane. «Ich habe alles notiert und werde dies an die Baudirektion weiterleiten», versprach Thierry Steiert.

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