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Ein Nachschlagewerk und Lesebuch

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Senslerdeutsches Wörterbuch: Frucht achtjähriger, harter Arbeit von Christian Schmutz

Professor Walter Haas wies bei der gestrigen Vorstellung des Standartwerkes für die Sensler Mundart – eingeschlossen die deutschsprachige Stadt Freiburg und die Pfarrei Gurmels – darauf hin, dass sich in seinen Unterlagen eine verblichene Einladung findet. Die Einladung war an alle, die in irgendeiner Form an einem Deutschfreiburger Mundartbuch mitarbeiten wollten, gerichtet. Am 5. Dezember 1979 traf sich eine Gruppe Interessierter, und dann versandete die Sache wieder. «Ich hatte das Glück, als Professor nach Freiburg zurückzukommen, und dass mir dabei Christian Schmutz als Student in die Hände fiel», erklärte er weiter. Vor rund 10 Jahren wurde deshalb die Idee eines Wörterbuches wieder aufgegriffen.

Ein gutes Team

«Christian hatte die Energie und nahm sich die Zeit, die konkrete Arbeit zu leisten. Ganz einfach hatte er es nicht; das Werk wäre schon lange fertig, wären da nicht meine fixen Ideen gewesen», schildert er das Verhältnis zwischen Professor und Student. Und: «Ich hatte es einfacher mit ihm, da Christian sich als beharrlicher und lernbereiter Krampfer erwies, hart im Nehmen meiner unablässigen Nörgeleien. Als Sensler brachte er die Sprachkompetenz mit, ohne die eine solche Arbeit nicht zu machen ist. Mir als Auswärtigem fielen dafür Spezialitäten auf, die der Sensler übersehen hätte.»

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Acht Jahre harte Arbeit – bei äusserst bescheidener Entlöhnung – hat der 30-jährige Christian Schmutz aus Tafers in das Senslerdeutsche Wörterbuch investiert. Vgl. dazu unten stehendes Interview. Das Wörterbuch umfasst 12500 Artikel, die alle gleich aufgebaut sind.

Um ein typisches Wort gruppiert sich ein Geflecht beduetungsähnlicher oder bedeutungsverwandter Wörter. «Wir wollten kein , sondern ein informatives Wörterbuch machen», betonte Christian Schmutz gestern. So werden unzählige Beispielsätze – meist aus der Sensler Literatur – zitiert. Dadurch kann das Wörterbuch nicht nur als Nachschlagewerk benützt werden, sondern ist selbst ein spannendes Lesebuch.
Anhand von geografischen Karten kann sich der Leser orientieren, wo ein besonderes Wort wie ausgesprochen wird oder ob es überhaupt noch bekannt ist.
Statt selten gewordene Werkzeuge oder Geräte lange zu erklären, sind sie im Buch – mit Zeichnungen von Anna Haas – abgebildet. Ein ausführliches Register erlaubt den Zugriff zu den Mundart-Ausdrücken über die hochdeutschen Wörter.

Ein Freudentag

Wie Beat Hayoz, Präsident des Deutschfreiburger Heimatkundevereins – Herausgeber des Werkes – gestern erklärte, ist es ein wichtiges Anliegen seines Vereins, die Mundarten in Deutschfreiburg lebendig zu halten und sie zu unterstützen. Seit 20 Jahren habe der Verein auf das Erscheinen des Wörterbuches gehofft. «Der heutige Tag ist deshalb für uns ein Freudentag», meinte er. Der Gebrauch einer Mundart habe sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun, führte Beat Hayoz weiter aus. Und gerade daran habe es den Senslerinnen und Senslern bis in die sechziger Jahre gefehlt. Er hofft denn auch, dass das Senslerdeutsche Wörterbuch hilft, dass sich die Senslerinnen und Sensler des Reichtums und auch der Einmaligkeit ihres Dialekts wieder vermehrt bewusst werden. «Dann müssen wird keine Angst um unsere Mundart haben», hielt er fest.

Oberamtmann Marius Zosso hofft, dass das Werk den Weg – sozusagen als zweite Bibel – in jedes Sensler Haus, jede Schule und jede Bibliothek findet.

Der Autor Christian Schmutz hat sich bereit erklärt, Interessierten sein Werk und dessen Gebrauch näher vorzustellen am Montag, 13. März, um 20.00 Uhr im Hotel Bahnhof in Düdingen und am Mittwoch, 15. März, um 20.00 Uhr im Gasthof zum Roten Kreuz in Giffers.
Christan Schmutz/Walter Haas: Senslerdeutsches Wörterbuch. Unter Mithilfe von Ingrid Hove Seewer und Barbara Bättig. Zeichnungen von Anna Haas. Freiburg: Paulusverlag 2000. 730 Seiten, zahlreiche Karten, Schemen und Zeichnungen. 48 Franken (Beiträge zur Heimatkunde, Band 65).

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