Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein neues Kapitel im Tinguely-Erbe

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carolin Foehr

Als Jean Tinguely 1988 die alte Glasfabrik in La Verrerie ersteht, beginnt er dort jenes Werk, das ihn bis zu seinem abrupten Tod 1991 beschäftigt. Unter der Federführung des Künstlers erlebt die 3000 Quadratmeter grosse Industriehalle eine zweite Geburt. Sie wird Schaustück, Werkstatt, Theaterbühne, ein Kunstwerk für sich – wenn auch nie wirklich ein Museum.

Das «Torpedo Institut», wie Tinguely es vom ersten Tag an nennt, wird zum Inbegriff seiner künstlerischen Vorstellung: kein einfacher, statischer Ausstellungsort, sondern eine lebendige, dominierende, gar furchteinflössende Schöpfung. In den weiten Hallen stellt Tinguely nicht nur eigene Maschinen und Skulpturen aus, sondern auch Werke jener, die er bewundert: Saint Phalle, Aeppli, Luginbühl, Stella, Podestà, Rauschenberg und andere.

Das «Torpedo Institut» ist Anti-Museum: nur selten offen, zeigt es sich seinen raren Besuchern von einer unergründlichen Seite. Ein Ort, an dem eigene Regeln herrschen, der sich ständig weiterentwickelt – ein «Gesamtkunstwerk», wie es Olivier Suter nennt.

Mangel an Initiative

Der Verfasser des aktuellen Heftes von Pro Freiburg erzählt die Geschichte des Ortes, den er als Jean Tinguelys «künstlerisches Testament» bezeichnet. «Bei meinen Recherchen erkannte ich, wie genau Jean Tinguely sich vorstellte, wie der Ort auszusehen hatte» , so Suter anlässlich der Vorstellung des Buches am vergangenen Freitag. «Er wollte, dass aus dem Torpedo Institut ein Museum, oder besser, ein Anti-Museum wird.»

Doch es kommt anders. Als der Künstler Ende August 1991 plötzlich verstirbt, bleibt seine ehemalige Werkstatt, sein Kunstprojekt, ohne Unterstützung. «Wir wollen niemanden anklagen», meint zwar der Autor. Fest steht aber, dass der Kanton keine Initiative für die Erhaltung des «Torpedo Instituts» unternahm, dass auch im Umfeld von Jean Tinguely Unklarheit herrschte, was mit den Skulpturen, Maschinen und allerlei anderen Objekten zu geschehen habe. Und es ist auch wahr, dass das Testament des Künstlers, welches Licht in die Angelegenheit gebracht hätte, lange zurückbehalten und seine Existenz verleugnet wurde. So kam es, dass über hundert Kunstwerke in einem neuen, neutral gestalteten Museum in Basel landeten – an einem Ort also, wie ihn Jean Tinguely gerade für seine Werke vermeiden wollte. Die Industriehalle in La Verrerie wurde komplett geräumt.

«Ein solches Kulturerbe zu verplempern ist eine Schande», urteilt Olivier Suter heute. Aber er sagt auch: «Eine Untersuchung heute würde nichts bringen.» Ihm sei wichtig gewesen, dem Kunstwerk mit dem Namen «Torpedo Institut» einen Platz einzuräumen in der langen Reihe von Tinguelys Werken.

Mehr zum Thema