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Ein Neustart mit Hindernissen

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Es war alles andere als ein sanfter Einstand, den Brianna Beamish beim TS Volley Düdingen erlebt hat: Erst verpasste die 25-Jährige die ganze Saisonvorbereitung der Power Cats, weil sie mit dem kanadischen Nationalteam an der Volleyball-WM in Japan teilnahm. Dann zog sie sich eine Bauchmuskelverletzung zu, die sie einen knappen Monat am Spielen hinderte. «Drei Tage nach der WM landete ich in der Schweiz und ging vom Flugzeug quasi direkt aufs Feld für das erste Meisterschaftsspiel gegen Aesch-Pfeffingen», erinnert sich Beamish. «Mein Körper hatte mir zwar signalisiert, dass er erst eine Pause braucht, doch ich habe nicht auf ihn gehört. Mit der Verletzung erhielt ich wenig überraschend die Quittung dafür.»

Inzwischen hat die Aussenangreiferin ihre Zerrung überwunden und kann wieder beschwerdefrei spielen – gerade rechtzeitig für die heutige CEV-Cup-Partie gegen Fatum Nyiregyhaza aus Ungarn.

Keine Lust auf Regen und Kälte

Aufgewachsen in Surrey, einer Stadt 30 Kilometer südwestlich von Vancouver mit 500 000 Einwohnern, war Bea­mish in jungen Jahren sportlich sehr vielseitig unterwegs. Neben Volleyball spielte sie auch Football und Softball. «Im Softball war ich ziemlich talentiert und hätte wohl Karriere machen können. Doch ich entschied mich für Volleyball, weil es mehr Action hat und weil man es drinnen spielt. So musste ich nicht bei Regen und Kälte draussen sein», erzählt die Kanadierin mit einem Lachen. An der University of British Columbia in Kelowna studierte Beamish Bewegungswissenschaft und gehörte dem Volleyballteam des Campus an. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2015 zog es sie ins Ausland nach Innsbruck. Eine Saison spielte sie für den VC Tirol in der österreichischen Liga, ehe sie in die prestigeträchtigere Ligue A zum französischen Spitzenteam RC Cannes wechselte. «Die Konkurrenz im Team war sehr gross, ich habe nicht so viel Spielzeit erhalten, wie ich es mir erhofft hatte. Ich denke, die Schweiz passt besser zu mir, hier kann ich mehr Verantwortung übernehmen.»

Dass ihr österreichischer Freund, den sie in Cannes kennen und lieben gelernt hat, wenige Wochen zuvor bei Volley Amriswil im Thurgau unterschrieben hatte, erleichterte Beamish den Wechsel in die Schweiz zusätzlich.

Gemeinsame Herausforderungen

In Düdingen schätzt die Kanadierin die familiäre Atmosphäre im Verein, das Leben im beschaulichen Dorf. «Die letzten Jahre waren ziemlich hektisch; ich geniesse hier die etwas ruhigere Lebensweise.» Und Beamish geniesst es auch, dass bei den Power Cats noch andere nordamerikanische Spielerinnen engagiert sind. «Bei Cannes war ich die einzige mit englischer Muttersprache und konnte mit niemandem richtig reden. Mit Sabbel Moffett, Kerley Becker und Danielle Harbin habe ich hier drei Kolleginnen, die ebenfalls ein Leben fernab von zu Hause mit all seinen Herausforderungen führen. Es tut gut, mit ihnen darüber diskutieren zu können.»

Dass sich Brianna Beamish beim TS Volley Düdingen wohlfühlt, ist durchaus im Interesse des Vereins. Im Gegenzug verlangt er von der 25-Jährigen selbstredend auch Leistung. Und die Erwartungen an die 25-Jährige sind durchaus gross. Von ihr wird verlangt, dass sie auf der Aussenposition mehr Schwung ins Spiel bringt als ihre Vorgängerin Courtney Felinski. Beamish soll wie die Amerikanerin am Netz für Punkte sorgen, zusätzlich aber auch die Abnahme und die Verteidigung verbessern, damit die Power Cats ihre Angriffe präziser aufbauen können. «Brianna kann das Spiel sehr gut lesen und ist dadurch eine klare Verstärkung für uns», lobt Trainer Dario Bettello seine Neuverpflichtung. «Sie hat ihre Aufgaben bisher sehr gut erfüllt. Und wenn man bedenkt, dass Brianna bisher nur etwa vier Wochen richtig mit dem Team hat zusammenarbeiten können, dann lässt das für den weiteren Saisonverlauf noch einiges erwarten.» Dass die Spielerin mit der Trikotnummer  6 in der kanadischen Nationalmannschaft nicht nur als Aussenangreiferin, sondern vereinzelt auch als Libera eingesetzt wurde, kommt ihr natürlich entgegen.

«Chancen stehen 50:50»

Ihre Stärken will Beamish heute auch im CEV-Cup-Spiel gegen Fatum Nyiregyhaza zur Geltung bringen. Gegen die Ungarinnen erwartet die sprungstarke Angreiferin einen «Kampf auf Biegen und Brechen». «Im gegnerischen Team hat es auch zwei Kanadierinnen. Jazmine White hat letzte Saison bei Sm’Aesch-Pfeffingen ihre Qualitäten als Mittelblockerin unter Beweis gestellt. Und mit Danielle Brisebois spielte ich an der Uni zusammen, sie ist ebenfalls eine sehr starke Spielerin und gehört zum erweiterten Kreis der kanadischen Nationalmannschaft.»

Ähnlich tönt es vonseiten des Düdinger Headcoachs. «Wir haben fünf Spiele von Fatum auf Video analysiert. Was wir dabei zu sehen bekommen haben, hat uns leider nicht so gefallen», seufzt Dario Bettello. «Neben den zwei Kanadierinnen gehören auch drei Serbinnen zum Team. Die Mannschaft ist physisch stark, sehr gross gewachsen und verfügt über sehr viel Erfahrung. Fast alle Spielerinnen sind um die 30 Jahre alt.»

Bettellos Erfolgsrezept für heute Abend? «Sehr gut servieren, damit der Gegner seine Mittel- und Diagonalangreiferinnen nicht ins Spiel bringen kann. Und ein gutes Side-out spielen, damit Fatum unter Druck gerät. Angst brauchen wir keine zu haben, wir sind momentan in einer guten Phase. Ich schätze unsere Chancen auf 50:50 ein.»

«Die letzten Jahre waren hektisch; ich geniesse die etwas ruhigere Lebensweise in Düdingen.»

Brianna Beamish

Spielerin TS Volley Düdingen

«Wir haben Fatum analysiert. Was wir dabei zu sehen bekommen haben, hat uns nicht so gefallen.»

Dario Bettello

Trainer TS Volley Düdingen

«Ich denke, die Schweiz passt besser zu mir, hier kann ich mehr Verantwortung übernehmen.»

Brianna Beamish

Spielerin TS Volley Düdingen

CEV-Cup

«Kontinuität zahlt sich aus»

Bereits zum vierten Mal spielt der TS Volley Düdingen heute im CEV-Cup, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb hinter der Champions League. Gegner im Sechzehntelfinal (20 Uhr) ist Fatum Nyiregyhaza, der ungarische Vizemeister des Vorjahres.

1185 Arbeitsstunden im Exil

Das europäische Kräftemessen findet wie schon das Duell gegen die Béziers Angels (Saison 2016/17) und wie die letztjährigen Partien gegen Hapoel Kfar Saba Tel Aviv und den Dresdner SC in Freiburg statt. Weil die heimische Leimackerhalle nicht die vom europäischen Volleyballverband CEV vorgeschriebene Mindesthöhe von 9 Metern aufweist (8,30 m), muss Düdingen in die Basketballhalle St. Leonhard ausweichen.

Ans Freiburger Exil hat sich der TS Volley Düdingen inzwischen gewöhnt. Bei den vergangenen Europacupspielen hat der Verein bereits einige Erfahrung im Durchführen solcher Grossevents sammeln können, was ihm heute zugutekommt. «Vieles ist einfacher geworden, weil wir bereits etwas Routine haben und zum dritten Mal mit dem fast identischen Organisationskomitee arbeiten können», sagt Club-Präsident Christian Marbach.

Auch wenn vieles etwas einfacher geworden ist, so gilt es dennoch, einige organisatorische und finanzielle Herausforderungen zu meistern. 72 Helfer werden für die Organisation des morgigen Europacupspiels über 1185 Stunden – das sind 148 Arbeitstage – unentgeltlichen Einsatz leisten, hat der Verein ausgerechnet. Da ist zum einen die Rundumbetreuung, die der Verein während drei Tagen für seinen ungarischen Gast, die internationalen Schiedsrichter und die Delegierten des europäischen Volleyballverbands gewährleisten muss. Daneben gilt es Side-Events wie das Fondueessen vor dem Match zu organisieren und durchzuführen. Auch für das Aufbauen der Infrastruktur, insbesondere für das Verlegen des speziellen Volleyballbodens, werden viele starke Hände benötigt. «Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre ein solcher Anlass nicht durchführbar», stellt Marbach klar. «Zum Glück haben wir sehr treue Helfer, die jedes Jahr wieder mitanpacken und inzwischen wissen, wie das Ganze läuft. Kontinuität zahlt sich aus.»

Mit Voleros Hallenboden

Anders als in den vergangenen Jahren, als der Verein den Hallenboden für in die St.-Leonhard-Halle bei Swiss Volley gemietet hatte, kommt dieses Jahr der Boden von Volero Zürich zum Einsatz. Der Verein von Präsident Stav Jacobi, der seit diesem Jahr in Frankreich spielt, hat seinen nicht mehr benötigten Volleyballboden Düdingen zur Verfügung gestellt. «So erhalten wir den Boden zu viel günstigeren Konditionen als in den vergangenen Jahren.» Miete, Transport sowie Auf- und Abbau des Bodens hatten bisher mit rund 5000 Franken zu Buche geschlagen. «Bei einem Gesamtbudget von 30 000 Franken ist das kein unerheblicher Betrag», sagte Präsident Marbach.

Harziger Verlauf der Crowdfunding-Kampagne

Um finanzielle Unterstützung für ihren Europacup-Auftritt zu generieren, haben die Power Cats wie in den vergangenen Jahren auf der Crowd­funding-Plattform «I believe in you» eine Kampagne lanciert. Die Sammelaktion läuft im Vergleich zu vorherigen Jahren diesmal aber nur harzig. Hatten für das Spiel gegen Tel Aviv noch 46 Personen insgesamt 6960 Franken zum Europacupbudget der Düdingerinnen beigesteuert, so hat die diesjährige Kampagne knapp vier Wochen nach ihrem Start das gesteckte Ziel von 3000 Franken noch nicht erreicht. Für Christian Marbach keine überraschende Entwicklung. «Wir spüren im Umfeld des TS Volley Düdingen bei allem eine Art Selbstverständlichkeit. Es ist fast schon normal geworden, dass wir beim CEV-Cup mitspielen. Der Touch der Exklusivität ist verloren gegangen, man muss nicht mehr um jeden Preis dabei sein.»

Das merke er auch an sich selbst, verrät der Präsident. Vor vier Jahren bei seiner Europacup-Premiere habe er noch schlaflose Nächte gehabt. «Jetzt wissen wir, was auf uns zukommt. Nur mitmachen, reicht nicht mehr. Wir wissen, wozu wir fähig sind, und erwarten Leistung.»ms

«Der Touch der Exklusivität ist etwas verloren gegangen.»

Christian Marbach

Präsident TS Volley Düdingen

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