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«Ein Ort der Freiheit für die Künstler»

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Die neue Direktorin Corinne Charpentier sieht das Fri-Art als offenes Haus der Begegnung

Autor: Mit CORINNE CHARPENTIER sprach CAROLE SCHNEUWLY

Anfang September haben Sie Ihr Amt als Direktorin der Kunsthalle Fri-Art angetreten. Wie haben Sie die ersten Wochen erlebt?

Ich habe die Mitglieder des Vorstands und der Freunde des Fri-Art kennengelernt und erste Kontakte geknüpft. Meine wichtigste Tätigkeit war bisher die Montage der Ausstellung «Cahiers d’Artistes», die vor einer Woche eröffnet wurde (siehe unten stehenden Text, Anm. d. Red.). Diese Ausstellung hatte noch meine Vorgängerin Sarah Zürcher vorbereitet, ebenso wie die letzte Ausstellung, die in diesem Jahr noch geplant ist. Ab dem kommenden Februar wird das Programm dann meine Handschrift tragen.

Wie wird diese Handschrift aussehen?

Ich möchte die Kunsthalle ganz auf die ausstellenden Künstler ausrichten und vor allem monographische Ausstellungen durchführen. Mir schwebt ein Ort der Freiheit für die Künstler vor. Diese sollen zum Beispiel andere Künstler einladen können, die ihnen nahestehen oder die sie beeinflusst haben. Auf diese Weise treten Verbindungen zutage, die ein Kurator so nicht zeigen kann. Ein Kunstzentrum wie das Fri-Art ist für mich eine Stätte der Produktion. Meine Rolle darin sehe ich als die einer Projektbegleiterin, welche die Dinge möglich macht.

Und welche Rolle spielt das Publikum?

Ich wünsche mir, dass die Leute sich wohlfühlen, wenn sie ins Fri-Art kommen. Sie sollen verweilen, Entdeckungen machen, sich überraschen lassen. Und sie sollen auf lustvolle Weise ihren kritischen Geist schärfen. Das Fri-Art ist dafür hervorragend geeignet. Das Haus wirkt nicht abweisend, sondern wohnlich und behaglich. Es gibt zum Beispiel eine Küche und eine kleine Wohnung für die Künstler. Die Offenheit und die Gastlichkeit gehören zum Geist dieses Hauses, eines ehemaligen Nachtasyls. Darin liegt ein grosses Potenzial.

Gibt es in einer Stadt wie Freiburg überhaupt ein Publikum für die zeitgenössische Kunst?

Davon bin ich überzeugt! Die Freiburger Kulturszene ist sehr lebendig, und die Menschen lassen sich davon begeistern. Das Fri-Art kann sowohl traditionell als auch experimentell orientierte Kunstfreunde ansprechen. Seine Türen sind offen für alle, die neugierig auf Visuelles und auf Geistiges sind. Ich denke etwa an Studierende der Universität oder der Schule für Multimedia und Kunst (Emaf). Unsere Kultur ist immer stärker visuell dominiert. Im Umgang damit kommt der zeitgenössischen Kunst eine wichtige Rolle zu. Die Leute sollen keine Berührungsängste haben. Entscheidend ist die Kommunikation – und letztlich ist auch die Kunst nichts anderes als Kommunikation.

Verraten Sie uns, womit Sie die Besucher des Fri-Art ab Februar überraschen werden?

Als erste Künstlerin werde ich die Amerikanerin Amy O’Neill vorstellen. Sie hat lange in Genf gelebt und ist in der Romandie keine Unbekannte. Ich habe schon früher mit ihr zusammengearbeitet und wollte dies unbedingt wiederholen. Dass sich die Gelegenheit jetzt in Freiburg ergibt, freut mich. Das weitere Programm wird sich nach und nach entwickeln; darüber möchte ich jetzt noch nichts sagen.

Sie sind französische Staatsbürgerin und haben in den letzten zwölf Jahren in der französischen Kunstszene gearbeitet. Wieso haben Sie sich für die Stelle in Freiburg entschieden?

Ich hatte Lust, herauszufinden, was anderswo läuft. In Frankreich hat sich die Szene in den letzten Jahren stark professionalisiert. In der Schweiz herrscht hingegen dieser kooperative Geist mit Trägervereinen und Unterstützungskomitees. In diesem Umfeld wollte ich meine Fähigkeiten auf die Probe stellen, mein Wissen einbringen und neue Kenntnisse erlangen. Zudem fühlte ich mich der Schweiz immer schon nahe und besuchte regelmässig Ausstellungen in Zürich oder in Genf. Und die sprachliche und geografische Situation Freiburgs hat mich gereizt, da ich selber aus der Grenzregion zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland komme.

Wie schätzen Sie denn aus dieser internationalen Perspektive die hiesige zeitgenössische Kunstszene ein?

Ich möchte das nicht generalisieren. Ich glaube, dass die Interessen eines Künstlers weniger eine Frage seiner Herkunft sind als der Generation, zu der er gehört. Ein Amerikaner, ein Finne oder ein Schweizer können ganz ähnlich arbeiten. Das heisst nicht, dass lokale Traditionen keine Rolle spielen; auch sie können eine Quelle der Inspiration sein.

A propos lokale Traditionen: Hatten Sie bereits Gelegenheit, Freiburg etwas kennenzulernen?

Leider kaum. Ich war zu sehr beschäftigt mit meinem Umzug hierher und mit der Arbeit im Fri-Art. Ich war an einigen Veranstaltungen wie der Eröffnung des Alten Bahnhofs und konnte dort erste Kontakte knüpfen. Jetzt freue ich mich darauf, die Stadt näher kennenzulernen und die hiesigen Kulturakteure zu treffen. Ich denke, da wird es viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit geben.

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