Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Paradies für den Biber

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist auf den ersten Blick ein unauffälliges Stück Land in der Ferenbalmer Mühlematt: eine grössere Wiesenfläche, zwischen Biberen und Mühlebach liegend. Mehrere kleine Bächlein ziehen sich mitten durch die Wiese. Im hinteren Teil des Geländes sind mehrere kleine Teiche zu sehen, die aber noch kaum gefüllt sind. Spärliches Gras und orange Absperrbänder verraten es: Hier wurde in den letzten Monaten gebaut.

Biber richtet Schäden an

2009 tauchte in der Mühlematt zum ersten Mal ein Biber auf. Er richtete grosse Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen an. Pro Natura kaufte deshalb dem Landwirt das ­Areal ab und will es zur Revitalisierung nutzen. Ziel ist, dass die mittlerweile angewachsene Biberfamilie das Land in Beschlag nimmt und zunehmend natürlich umgestaltet. Davon sollen nebst dem Biber Tiere wie der Grasfrosch, Vögel wie der Teichrohrsänger, aber auch verschiedene Pflanzen­arten profitieren.

In den letzten Monaten legten die Arbeiter unter anderem Verbindungskanäle zwischen dem Mühlebach und der Biberen. «Sonst würden die Biber das Land nicht in Beschlag nehmen», erklärte Projektleiter Peter Lakerveld von Pro Natura anlässlich einer Begehung. Der aufwendigste Teil des Projektes betrifft aber eine rund drei Meter hohe Schwelle in der Biberen. «Sie war ein Hindernis für die Fische», so Lakerveld. Deshalb wurde die ­Mauer durch ein System mit mehreren Becken ersetzt. Ausserdem verankerten die Arbeiter Baumstämme im Fluss, die zu einem wertvollen Lebensraum werden. Die Projektkosten von 1,7 Millionen Franken wurden durch Bund, Kanton, Pro Natura sowie die Stromunternehmen EWB und BKW getragen.

Bedrohter Lebensraum

Der Siedlungsdruck setzt Wassertieren zu

Peter Lakerveld, Projektleiter des Renaturierungsprojekts in Ferenbalm erklärt im Interview mit den FN, warum der Lebensraum Wasser bedroht ist.

Laut Pro Natura ist der Lebensraum Wasser in der Schweiz stärker unter Druck als andere Lebensräume. Warum?

Peter Lakerveld: Tatsächlich haben in den letzten 200 Jahren die Lebensräume im Wasser dramatischer abgenommen als Lebensräume im Wald oder im Wiesland. Entsprechend sind auch mehr Tier- und Pflanzenarten betroffen. Eigentlich wäre die Schweiz reich an Gewässern, Feuchtgebiete und Auen. Doch in den letzten 200 Jahren wurde Boden wegen wachsender Siedlungen und intensiverer Landwirtschaft immer begehrter, entsprechend wurde ein grosser Teil der Gewässer trockengelegt, kanalisiert oder begradigt und damit ökologisch wertlos. Ausserdem wurden Gewässer durch Dünger, Pestizide oder Mikroplastik verunreinigt. Die Energieproduktion aus Wasserkraft führt zudem zu schwankenden Pegeln.

Was lässt sich dagegen tun?

Wichtig ist, dass die Behörden das Problem erkannt haben. Mit dem revidierten Gewässerschutzgesetz sollen Flüsse und Bäche wieder mehr Platz erhalten. So will der Bund ähnlich wie in Ferenbalm bis in das Jahr 2090 rund 4000 Kilometer Flusslauf revitalisieren.

Doch die Umsetzung solcher Projekte scheint langwierig.

Die Schwierigkeiten liegen beim Vollzug: Denn die Umsetzung der Projekte liegt meist bei den Gemeinden. Und dort steht Gewässerschutz oft ganz weit unten in der Prioritätenliste. Häufig fehlt es an Wissen, dem Interesse oder dem Willen. Revitalisierte Flüsse brauchen zudem mehr Platz. Diesen zu gewinnen, scheitert oft am Widerstand der Landwirte.

Was kann jeder Einzelne unternehmen?

Bürgerinnen und Bürger können ihre politische Mitsprache nutzen. Gerade auf lokaler Ebene sollen sie auf ihre Politiker zugehen und Gewässerschutzprojekte anregen.

sos

Mehr zum Thema