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«Ein Pflegeheim ist kein Hotel»

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«Auch wenn nur ein Pflegeheim kritisiert wird–es fällt auf alle zurück», sagte Emmanuel Michielan, Generalsekretär der Vereinigung freiburgischer Alterseinrichtungen (VFA), gestern in Farvagny. Vor der jährlichen Generalversammlung des Verbands lud dieser die Medien zu sich, um zu den kürzlich laut gewordenen Misshandlungsvorwürfen gegen das Pflegeheim des Saanebezirks in Villars-sur-Glâne Stellung zu nehmen (die FN berichteten).

Gewisse Regeln einhalten

Die Botschaft: Der Verband nimmt die Vorwürfe zwar ernst, Fehler können aber überall passieren und gewisse Aussagen gilt es zu relativieren.

Ein Pflegeheim sei sicher kein Gefängnis oder Internat, sagte Pierre Aeby, Mitglied des Stiftungsrats von Pro Senectute Schweiz, Vorstandsmitglied der VFA und ehemaliger Pflegeheimdirektor. «Man muss sich aber bewusst sein, dass es auch kein Hotel ist.» Um das Zusammenleben zu erleichtern, gelte es, gewisse Regeln einzuhalten.

Erklären ist wichtig

Gemäss Umfragen sei der Grossteil der Bewohnerinnen und Bewohnern von solchen Einrichtungen zufrieden, sagte René Thomet, Präsident des VFA und Direktor eines Pflegeheims. Im Gegensatz zu Spitälern, wo die Patienten üblicherweise nur wenige Tage blieben, müsse jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Kommunikation gelegt werden. «Wir stehen nicht nur in Kontakt mit den betroffenen Personen, sondern auch mit der ganzen Familie.»

Es brauche viel Zeit, um beispielsweise zu erklären, warum ein Wunsch einer betagten Person die Kapazitäten des Personals zu einem bestimmten Moment übersteige. Da das Pflegepersonal oft unter Zeitdruck sei, könne es schnell zu Missverständnissen kommen, so Thomet.

Jedoch sei der Fehler nicht immer auf das Personal zurückzuführen: «Es kommt immer wieder vor, dass ältere Leute ihren Alltag im Heim als Hölle beschreiben, um ihren Kindern ein schlechtes Gewissen einzureden.»

Mehr Demenzfälle

Und schliesslich sei auch die demografische Entwicklung ein Faktor, der zu Schwierigkeiten führen könne. «Die Personen werden älter, die Fälle von starker Demenz nehmen zu», sagte Aeby. Der Umgang mit solchen Pflegefällen sei schwierig, manche Pflegepersonen seien dafür nicht genügend ausgebildet. Jedoch hält Aeby den Freiburger Einrichtungen zugute: «Wir stellen die Bewohner nicht einfach mit Medikamenten ruhig, wie dies in anderen Kantonen der Fall ist. Wir scheuen Konflikte nicht.»

 Er wolle sich nicht beklagen und dem fehlenden Fachpersonal die Schuld für die laut gewordenen Vorwürfe geben, sagte Michielan. «Das wäre zu einfach.» Er betonte jedoch: «Im psycho-geriatrischen Bereich brauchen wir mehr Unterstützung durch den Staat.»

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