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Ein Puzzle zu Pracht und Zerfall des römischen Palasts von Aventicum

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Autor: Lukas Schwab

Heute ist vom Stadtpalast «Derrière la Tour» in Avenches nichts mehr zu sehen. Die «Rue de Pavé» zwischen Amphitheater und Bahnhof ist auf den ersten Blick eine ganz normale Quartierstrasse. Doch zur Zeit der Römer stand hier auf einer Fläche von 15 000 Quadratmetern der riesige Palast. «Die Aussenfassade war so lang wie die heutige Quartierstrasse», erklärte Sophie Delbarre-Bärtschi, wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, am Donnerstag an der Vernissage. Auch für römische Verhältnisse sei das Anwesen gigantisch gewesen, es gehöre zu den grössten, die bisher in römischen Provinzstädten entdeckt wurden.

Opfer von Plünderern

Gebaut wurde die Anlage im ersten Jahrhundert nach Christus. Rund 200 Jahre später erreichte der Gebäudekomplex seine Blütezeit und grösste Ausdehnung. Ab der Spätantike fiel das Gebäude Plünderern zum Opfer; seine Mauern wurden als Baumaterial verwendet, der Palast verschwand und geriet in Vergessenheit.

Wiederentdeckt wurde das Gebäude 1704, als François de Graffenried das Bacchus-und-Ariadne-Mosaik entdeckte. Es schmückte einst den Empfangssaal des Palastes und ist eines der grössten, die nördlich der Alpen entdeckt wurden. Wegen fehlender Schutzmassnahmen zerfiel es aber, und heute sind nur noch wenige Fragmente übrig, die in der Ausstellung gezeigt werden.

Ein weiteres wichtiges Fundstück ist das Relief der kapitolinischen Wölfin, die Romulus und Remus säugt. Es ist ein Beleg für die Präsenz kaiserlicher Macht und zeugt von der bedeutenden Position der Bewohner. Aufgrund einer Inschrift lässt sich der Palast der Familie «Otacilii» zuordnen, eine in Aventicum in Wirtschaft und Politik führende Dynastie.

Narcius erzählt vom Palast

Prunkstück der Ausstellung ist das eindrückliche Modell der Palastanlage. In verschiedenen Videosequenzen können Besucher das Anwesen zudem dreidimensional erleben. Und in den Kurzfilmen lernen die Besucher Narcius, den römischen Verwalter des Palastes kennen. Im Dialog mit einer Archäologin erzählt der Zeitzeuge interessante und witzige Geschichten rund um den Palast.

Trotz 30 Jahren Forschung sind die Kenntnisse über den Palast laut Delbarre noch immer sehr lückenhaft: «Aus vielen kleinen Funden musste das Bild des Palastes zusammengefügt werden, wie ein Puzzle.» Ein Puzzle, bei dem die meisten Teile fehlen.

Für Museumsdirektorin Anne De Pury-Gysel ist die Ausstellung ein gutes Beispiel, wie archäologische Forschung veröffentlicht und zugänglich gemacht werden sollte. Grundlage der Ausstellung sind zwei wissenschaftliche Publikationen über den Palast, die diese Woche erschienen sind. Mit der Sonderausstellung werden die Forschungsresultate einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Römermuseum, Avenches. Bis 3. Oktober. Di. bis So., 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr.

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