Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Regenguss tauchte die Fans in den Geist von Woodstock

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Urs Haenni

Es war fast schon kitschig. Der Hauptact des Schmittner Openairs Canned Heat setzte gerade zu ihrem grössten Hit an, «Going up the Country», ein Stück, das zur inoffiziellen Hymne des legendären Woodstock-Festivals geworden war. Sänger Fito de la Parra sang von einem Land, in dem er nie zuvor gewesen ist, wo das Wasser wie Wein schmeckt: «We can jump in the water, stay drunk all the time.»

Und genau bei diesem Refrain öffnete der Himmel seine Schleusen, begoss das Publikum, und fast alle begannen, im Wasser zu springen, zu tanzen. Die Musiker von Canned Heat schienen es zu fühlen, die durchnässten Fans schauten abwechselnd auf die Bühne und zum Gegenüber, lachten. Man hatte den Eindruck, Woodstock hätte einen Guss von jenem legendären Regen 1969 den Schmittnern überlassen. Ein Moment von Glückseligkeit.

Sonnenschein zum richtigen Zeitpunkt

Irgendwie schwebte Woodstock über dem Schlussabend des Schmittner Openairs. Am Donnerstag, Freitag und am Samstagnachmittag hatte es geregnet. Und ausgerechnet vor dem Konzert von Canned Heat kam die Sonne zwischen den Wolken hervor, zauberte gar noch einen Regenbogen. Genau so wie vor 42 Jahren, als Canned Heat nach einem nassen Festival zum Sonnenuntergang auf die Bühne trat. Die Band hatte in Woodstock fast um die gleiche Uhrzeit wie in Schmitten gespielt und war vom Publikum gefeiert worden wie kaum eine andere Band.

Natürlich, irgendwo hören die Parallelen zu Woodstock auf. Es hatte auf dem Schmittner Sportplatz etwa 500 Mal weniger Leute, statt auf einer knarrenden Holzbühne spielten die Musiker auf einer Konstruktion von Nüssli, und die Band war auch nicht ganz dieselbe. Der Gründer und Sänger, der zweieinhalb Zentner schwere Bob Hite, ist genauso tot wie der kreative Gitarrist Alan Wilson. Mit Fito de la Parra, Larry Taylor und Harvey Mandel spielten aber immerhin drei Musiker aus der Woodstock-Formation. Allesamt während des Zweiten Weltkriegs geboren. Der neue Band-Leader Fito de la Parra hatte vor 42 Jahren bei Woodstock gar nicht auftreten wollen, nachdem kurz zuvor der Gitarrist auf einem Egotrip bei einem 25-minütigen Gitarrensolo seine Mitmusiker vergessen hatte und daraufhin aus der Band geworfen wurde. Ersatz Harvey Mandel spielte in Woodstock mit, ohne einmal mit der Band geprobt zu haben. Er musste einfach bereit sein, wenn seine Gitarrensoli an die Reihe kamen. Mittlerweile ist auch er in der Band angekommen.

Canned Heat, zu Deutsch die «Hitze in Dosen», gab mit ihrem Blues-Rock den Sound vor für den Samstagabend in Schmitten. Auf der Zeltbühne übernahm kurz darauf der schweizerdeutsch sprechende Engländer mit maltesischen und libanesischen Wurzeln Paul Camilleri die vorgegebene musikalische Richtung, brachte im Trio noch mehr Boogie und Texas Blues hinzu.

Vor Mitternacht trat mit Alvin Youngblood Hart ein schwarzer Hüne auf die Bühne, der in den USA in höchsten Tönen gelobt wird. Auch er ist dem Bluesrock zugetan, wagt aber auch Ausflüge Richtung Ska und Country. Mit seinem Bassisten verstand er sich weitgehend wortlos. Er liess seine fünf Gitarren virtuos sprechen. Und wer immer noch unter dem Eindruck des Woodstock-Regengusses stand, der dachte einen Moment lang an Jimi Hendrix.

In Schmitten war auch «Canned Heat» zu bestaunen und zu geniessen.Bild Corinne Aeberhard

Bilanz: 3500 Zuschauer von Donnerstag bis Sonntag

Wir hatten von Regen über Hagel bis zum Sonnenschein und Regenbogen alle Tiefs und Hochs», blickt Urs Zosso, OK-Präsident, auf das Schmittner Openair zurück.

Inklusive dem Brunch am Sonntag zählten die Organisatoren 3500 Besucher. Es ist dies eine Zahl, die sich auf ähnlichem Niveau bewegt wie bei den vergangenen Austragungen. Wenn man bedenkt, dass es an allen Festivaltagen regnete, eine durchaus gute Zahl. Mit den 1500 Besuchern beim Senslerabend verzeichnete das Festival einen absoluten Rekord für einen Donnerstag, so Urs Zosso. Dieser Abend war schliesslich dafür verantwortlich, dass die Rechnung ungefähr ausgeglichen abschliessen dürfte. Man müsse aber noch die Einnahmen aus der Wirtschaft abwarten. Vom finanziellen Ergebnis wie auch von der Bereitschaft aller OK-Mitglieder wird es abhängen, ob es zu einer nächsten Austragung des Schmittner Openairs kommt, so der Präsident.

Nebst den Zahlen freute sich Zosso vor allem über die gute bis sehr gute Stimmung auf dem Festivalgelände. Auch vom Organisatorischen lief alles ab wie geplant, jede Band stand zum rechten Zeitpunkt auf der Bühne. Auch dem Boden auf der Sportanlage konnte der Regen fast bis zum Schluss wenig anhaben. Dank der Hanglage konnten auch die Automobilisten ohne fremde Hilfe vom Festival-Parkplatz wegfahren. uh

Mehr zum Thema