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Ein Reisender baut sich seine Welt

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Seit fünfzehn Jahren ist Peter Aerschmann als Videokünstler erfolgreich. Seine Werke–collagenartige Arbeiten aus Bildelementen aus der ganzen Welt–hat er schon in zahlreichen Galerien, Museen und an Festivals in der Schweiz und im Ausland gezeigt: vom Freiburger Fri Art und dem Kunstmuseum Bern über das Landesmuseum für moderne Kunst in Berlin und das Maison Européenne de la Photographie in Paris bis zum National Art Museum of China in Peking und der Margulies Collection in Miami. Meistens kann Aerschmann dabei nur einen kleinen Einblick in sein Schaffen geben, weil es sich um Gruppenausstellungen handelt oder weil es an den Mitteln fehlt, um die aufwendigen Videoarbeiten in grosser Zahl zu präsentieren.

Eine Gesamtschau

In der aktuellen Schau im Kunsthaus Grenchen ist das anders: Auf Einladung der künstlerischen Leiterin Eva Inversini zeigt Peter Aerschmann hier neunzehn Arbeiten aus zehn Jahren; die jüngste, eine interaktive Installation mit dem Titel «Orakel», ist eigens für die Ausstellung entstanden. Es sei das erste Mal, dass er sein Werk auf diese Weise vorstellen dürfe, sagt der 45-Jährige. Bei der Vorbereitung der Ausstellung habe er seine eigene Arbeit neu entdeckt: «Ich ging meine ganze Sammlung durch; die fertigen Werke, aber auch alles, was sich sonst noch so auf alten Festplatten fand.» Dabei sei er auf etliche längst vergessene Videofragmente gestossen, die nie über das Skizzenstadium hinausgekommen seien. Vieles davon habe er gelöscht, weil er es aus der Distanz betrachtet nicht mehr wichtig gefunden habe. Geblieben sind 64 Videos, die seit 1999 entstanden sind und die nun auch im Begleitkatalog zur Ausstellung aufgelistet sind.

Blickt Peter Aerschmann auf sein bisheriges Gesamtwerk, so ist er rundum zufrieden: «Ich finde alle meine Arbeiten, auch die älteren, immer noch gut.» Was auf den ersten Blick auffällt, ist, dass der Freiburger seinen künstlerischen Weg schon früh gefunden hat und sich seit seinen Anfängen immer treu geblieben ist: Grundlage seiner Arbeiten sind Videoaufnahmen und Fotografien von Alltagsszenen, die er auf der ganzen Welt sammelt. Am Computer isoliert er daraus einzelne Bestandteile: Menschen, Tiere, Pflanzen, Gebäude, Fahrzeuge, Strassenschilder und so weiter. Diese fügt er anschliessend zu immer neuen Bildwelten zusammen, welche die Betrachter zum Nachdenken anregen, sie überraschen oder zum Schmunzeln bringen.

Alles im Transit

Als er die Werkschau in Grenchen vorbereitet habe, sei ihm erst bewusst geworden, wie zentral seine Reisen für seine Arbeit seien, sagt Peter Aerschmann. Denn der Künstler verwendet ausschliesslich selbst aufgenommene Bildelemente, die ebenso aus der Schweiz stammen können wie aus New York, Dubai oder Kapstadt. Darauf verweist auch der Titel der Ausstellung: «Transit». Er greift Aerschmanns Reisen auf, aber auch die Reisen, auf die er sein Publikum schickt. In seinen Kompositionen lässt der Künstler Kulturen aufeinandertreffen, spielt mit Realität und Fiktion und sprengt die Grenzen von Zeit und Raum: Alles befindet sich «im Transit», und wer sich in Aerschmanns Welten hineinziehen lässt, weiss nie so genau, wohin die Reise führt.

Reisen und sammeln

Auch Peter Aerschmann selbst ist schon wieder auf dem Sprung: Gerade zurück von einer einmonatigen Residenz in Mailand, geht es demnächst unter anderem nach Andorra, Kirgisien und Moskau. Dort wird Aerschmann seine Arbeiten zeigen, Leute treffen–und neue Bilder sammeln. «Ich nutze jede Reise, um mein Bildarchiv zu erweitern», sagt er. So möchte er bis zum Herbst genug Material zusammenhaben, um im Winter an neuen Videokompositionen zu arbeiten–und das Publikum auf neue fantastische Reisen mitzunehmen.

Kunsthaus Grenchen.Bis zum 17. Mai. Mi. bis Sa. 14 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr. www.kunsthausgrenchen.ch.

Traumartig: Schläfer und Möwen in «Sleepers» (2011).Eintauchen in einen anderen Raum: «Checkpoint» (2010).Rhythmisch und verstörend: «Give and take» (2009).Eine der neusten Arbeiten: «Schnecke» (2014).Verhüllt: Eine Frau in Burka aus Alexandria und ein Polizist aus New York, anonymisiert in der Vervielfältigung: «Eyes» (2006).

Zur Person

National und international erfolgreich

Peter Aerschmann wurde 1969 geboren und ist in Zumholz aufgewachsen. Nach der Matura begann er in Basel ein Kunst- und ein Informatikstudium. Schliesslich entschied er sich für die Kunst und schloss 1999 sein Studium an der Hochschule der Künste in Bern ab. Seine Affinität zum Computer und zur Technik behielt er aber bei und feierte mit seiner Video- und Installationskunst rasch Erfolge. Er gewann zahlreiche Preise und Stipendien und zeigt seine Arbeiten regelmässig in der Schweiz und im Ausland. Auf seiner Ausstellungsliste steht die Kunsthalle Fri Art in Freiburg ebenso wie der Palazzo Grassi in Venedig oder das House of Photography in Moskau. Peter Aerschmann lebt in Bern und unterhält dort seit 2004 ein Atelier im Progr. Als Initiant und Mitgründer der «Stiftung Progr–Zentrum für Kulturproduktion» trug er dazu bei, das ehemalige Progymnasium als Kulturhaus zu erhalten.cs/Bild ae/a

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