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Ein Remis im schwachen Derby

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Ein Remis im schwachen Derby

Wiederum kein Sieg für Gottéron gegen Lausanne

6120 Zuschauer sahen gestern Abend im St. Leonhard ein gerechtes 3:3 zwischen den beiden Tabellenletzten Gottéron und Lausanne. Das Romand-Derby lebte einzig und allein von der Spannung. Die Waadtländer holten in der zweiten Spielhälfte einen Zwei-Tore-Rückstand gegen die immer müder werdenden Drachen noch auf.

Von KURT MING

Im Schweizer Fernsehen sehen die Zuschauer in den vergangenen Tagen immer wieder die Serie Sahlenweidli im Winter. Das dritte Romand-Derby spielte ebenfalls einen Art Akt aus «Gotthelfs Zeiten». Beide Coachs liessen in diesem Prestigeduell sage und schreibe fast 65 Minuten lang nur drei Blöcke laufen. Nach diesem Rezept wurde in den 70er Jahren Gaston Pelletier mit La Chaux-de-Fonds noch einige Male Schweizer Meister. Aber seit der Einführung der Play-offs ist diese Spielart nicht nur völlig veraltet, sondern auf lange Sicht nicht mehr anwendbar. Wann, wenn nicht gegen das Schlusslicht in einem fast bedeutungslosen Quali-Match, will man den jungen Leuten wie Sassi, Zbinden und Berthoud Spielgelegenheit geben?

Bis kurz vor Schluss gab diese unverständliche Taktik des neuen Trainerduos Hodgson/Raemy noch Recht, in der Schlussphase hatten dann aber die Waadtländer mehr Kraft und glichen drei Minuten vor Schluss durch den Ex-Freiburger Christophe Brown noch aus. Einmal mehr wurde Gottéron auf der Ziellinie wegen fehlender Kraft noch abgefangen. Aber Hand aufs Herz, der Gast verdiente sich dieses Remis redlich, wurden ihm doch zwei Tore vom kanadischen Schiri Reiber aberkannt.

Gottérons «Lugano-Duo» in Form

Bei den Freiburgern verdienten sich nebst dem fehlerfrei spielenden Mona vorweg das wohl neue «Lugano-Duo» Hentunen/Wirz die besten Noten. Der Natistürmer agierte diesmal wieder als Center und schoss trotzdem zwei wichtige Tore. Dies zeigt deutlich auf, dass der effektivste Schweizer Stürmer im Gottéronteam trotz Abwanderungsgelüsten seine Gedanken noch voll in der Saanestadt hat. Jukka Hentunen, der sich im zweiten Drittel eine Gesichtsschramme nähen liess, lieferte sich mit seinem Landsmann Marko Tuomainen einen Direktkampf, der zu den wenigen spielerischen Höhepunkten in diesem Derby gehörte. Wie am Ende im Resultat gabs auch hier keinen Sieger.

Zu den Pluspunkten beim HCF gehörte zudem Paul Martin (2 Assists), der wohl gestern Abend sein letztes Spiel im St. Leonhard gemacht hat. Nach der Weihnachtspause soll ihn wieder Richard Lintner ersetzen. Eigentlich lief lange Zeit alles für den Heimklub, der mit weniger Chancen bis zur Spielmitte einen 3:1-Vorsprung herausholte. Dann brachte ein böser Schnitzer von Gil Montandon (36.) die Weissroten wieder ins Spiel zurück.

Lausanne mit dem besseren Ende

Das letzte Drittel gehörte dann klar den Gästen. Plötzlich machten die drei ausländischen Stürmer Landry, SaintLouis und Tuomainen mächtig Druck, und Mona musste gegen Olivier Kamber und den Finnen sein Team vor dem Asugleich retten. Gerade in dieser Phase zeigte NHL-Star Saint Louis seine Wichtigkeit für den Tabellenletzten. Der fällige Ausgleich fiel dann drei Minuten vor Spielende, als bei den Freiburgern ausgerechnet der Ausländerblock auf dem Eis stand. Aber irgendwie hatte man beim ständigen Anrennen der Gäste diese Tor kommen sehen.

Freiburg verstand es nie, mit schnellen Kontern den Matchpuck zu setzen. Am Coaching des Interimsduos Hodgson/Raemy lag es jedoch nicht, dass es nicht zum erhofften Heimsieg reichte. Wenn alles optimal läuft, wird jedoch am Donnerstag gegen Langnau wieder Mike McParland das Zepter an der HCF-Bande übernehmen.

Insgesamt stand dieses Derby auf einem schwachen Niveau. Aber wer will es diesen Teams beim jetzigen Tabellenstand verargen, dass die Nerven zum Teil blank liegen. Captain Marquis zum Beispiel stand völlig neben den Schuhen, aber Ersatzverteidiger hatte die sportlich Leitung nicht aufgeboten. Auch im dritten Anlauf konnte also Gottéron gegen Lausanne nicht gewinnen. Es war jedoch klar, dass die Waadtländer auch im dritten Saisonvergleich zumindest nicht die schlechtere Mannschaft waren.
Freiburg – Lausanne 3:3
(0:0, 3:2, 0:1, 0:0) n.V.

St. Leonhard. – 6120 Zuschauer. – SR Reiber, Simmen/Sommer. Tore: 22. Wirz (Martin) 1:0. 27. Tuomainen (St. Louis) 1:1. 33. Hentunen (Martin, Rhodin/Ausschluss Schönenberger) 2:1. 35. Wirz (Studer) 3:1. 36. Tuomainen (Oliver Kamber) 3:2. 58. Brown (Boileau, Weibel) 3:3. – Strafen: 3-mal 2 plus 10 Minuten (Howald) gegen Fribourg, 3-mal 2 Minuten gegen Lausanne.
Freiburg: Mona; Rhodin, Raphael Berger; Gerber, Marquis; Studer, Martin; Hentunen, Karlberg, Plüss; Vauclair, Montandon, Howald; Schneider, Wirz, Schümperli; Sassi.
Lausanne: Thomas Berger; Boileau, Reist; Emery, Michel Kamber; Holzer, Ngoy; Zenhäusern, Landry, Conz; Tuomainen, Oliver Kamber, St. Louis; Schönenberger, Weibel, Brown; Turler, Slehofer, Schaller.
Bemerkungen: Freiburg ohne Lintner (verletzt), Birbaum, Haldimann, Sprunger (alle U20-WM) und Trainer McParland (weilt zur Beerdigung seines Vaters in Kanada), Lausanne ohne Merz, Steck (beide verletzt) und Roach (überzähliger Ausländer/angeschlagen).- Aberkannte Tore: 9. Conz (nach Videokonsultation/Kickbewegung), 31. Tuomainen (Hoher Stock). – 31. Lattenschuss von Tuomainen. – 65. (64:22) Timeout Lausanne. – Trauerminute für Russel McParland (81.), den verstorbenen Vater von Trainer Mike McParland. – Wahl zu den besten Spielern: Wirz, Tuomainen.
Hodgson: «Gut gekämpft»

Dan Hodgson (HCF-Trainer ad interim): «Wir waren lange Zeit dem Sieg so nahe, haben ihn aber noch aus den Händen gegeben. Die Mannschaft hat gut gekämpft und hinten weniger Fehler als zuletzt gemacht. Aber dieser Punkt nützt uns leider nicht viel. Uns bleibt nichts anderes, als weiter hart zu arbeiten. Lausanne hat gut gespielt und den Punkt nicht gestohlen. Schade, ich hätte dem Publikum heute Abend als Neutrainer gerne einen Sieg geschenkt.»

Christoph Brown (Schütze des 3:3-Ausgleichs für Lausanne): «Wir kamen nach Freiburg, um zum dritten Mal in dieser Saison gegen Gottéron zu gewinnen. Aufgrund des Spielverlaufes mussten wir aber am Schluss mit einem Punkt zufrieden sein. Beide Teams hatten gute und schlechte Phasen. Das genügt eben nicht, um vom Tabellenende wegzukommen. Nach dem 3:1 hat uns unser Goalie im Spiel gehalten. Aber im letzten Drittel waren wir doch klar die bessere Mannschaft, und deshalb ist das Unentschieden sicher verdient.» mi

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