Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Ritterschlag für die Vully-Winzer

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Was für die Köche der Gault Millau ist, ist für die Schweizer Weinproduzenten die Mémoire des Vins Suisse: die einzige Branchenorganisation. Sie zeichnet mit der Aufnahme in ihre Reihen die besten Produzenten aus. Gestern Abend stellte der Wistenlacher Önologe Christian Vessaz vom Murtner Burgergut Cru de l’Hôpital an einer Gala der versammelten Gemeinde der Besten seines Faches seinen Traminer vor. Vessaz wurde zwar schon 2009 als erster Produzent aus dem Weinbaugebiet Vully überhaupt unter die 50 Besten aufgenommen, gestern konnte er erstmals seinen Betrieb und seine Produkte den anderen Mitgliedern vorstellen. «Es ist eine Ehre für mich, dazuzugehören», sagte er gestern während der Führung.

Strahlt auf andere aus

In vier sogenannten Ateliers stellten Vessaz und seine Mitarbeiter den Gästen ihre Weine vor. An der Degustation und der Führung waren auch andere Vully-Winzer beteiligt: Alain Derron, Marylène Bovard Chervet, Etienne Javet, die junge Garde der Wistenlacher Kellermagier, die sich in den letzten Jahren in Fachkreisen einen Namen gemacht haben. «Die Aufnahme eines Produzenten in diesen Kreis strahlt auch auf seine Kollegen aus», weiss Vessaz, es sei dabei wie mit den Auszeichnungen für Weine.

Die Öffentlichkeit könne sich nur wenige Wochen nach einer Goldmedaille nicht mehr an den Wein erinnern, der sie bekommen hat. «Aber dass es ein Vully war, das bleibt den Leuten in Erinnerung.» Entsprechend habe die Aufnahme von Vessaz auf die Liste der Besten auch eine positive Wirkung für die anderen Produzenten in der Region.

Die Kollegen löcherten die anwesenden Wistenlacher Winzer mit vielen Fragen wie zum Säuregehalt, zur Lage und zur letztjährigen Ernte. Die Freiburger gaben ihnen bereitwillig Antwort und wurden für ihre Arbeit gewürdigt. «Der 2007er ‹Château de Praz› gefällt mir sehr gut», sagte ein Anwesender zu Fabrice Simonet vom «Petit Château», «der ist wunderbar.»

Eine Erinnerung in Flaschen

Die Mémoire des Vins Suisse wird von Schweizer Weinjournalisten angelegt und umfasst Produzenten aus den sieben Schweizer Weinregionen. Jedes der Mitglieder der Vereinigung – ihre Zahl ist beschränkt – reicht jedes Jahr 60 Flaschen eines bestimmten Weines ein. So auch Christian Vessaz seinen Traminer als einer der fünf Vertreter der Drei-Seen-Region. Regelmässig werden die alternden Weine verkostet und auf Qualität und Stabilität überprüft. Sie können so auch mit anderen Weinen aus aller Welt verglichen werden. Die Produzenten können zudem ihre Weine einmal im Jahr den anderen vorstellen.

Kein echter «Freiburger»

Etienne Javet von der Marketingkommission der Wistenlacher stellte den Anwesenden den Freiburger vor. Die Sorte sei seit den 1950er-Jahren im Vully zu Hause, komme zwar – wie sein alter Name schon sagt – aus Freiburg, allerdings aus jenem im Breisgau. Heute ist die Sorte ausserhalb des Kantons Freiburg als Freisamer bekannt. Die Wistenlacher Winzer hätten sich zusammengeschlossen, um diesen Wein und den ebenfalls weither bekannten Vully-Traminer zu fördern. «Viele Freiburger identifizieren sich mit dem Namen», bestätigte die Önologin Bovard Chervet vom «Château de Praz».

Die Traube sei im Vully als Alternative zur Chasselas-Monokultur eingeführt worden «und ist geblieben.» Die Sorte sei spannend, erläuterte die renommierte Produzentin weiter. «Sie hat eine hohe Säure und einen hohen Zuckeranteil zugleich», das ermögliche ihr, im Keller deutlich mehr aus dem Wein herauszuholen als bei anderen Sorten.

Und die Charta (siehe Kasten), die die Vully-Produzenten zu den Traubensorten Traminer und Freiburger unterzeichnet haben, sehe einen ständigen Austausch mit Degustationen vor. Dies mit dem Ziel, die Qualität des Weines ständig zu verbessern. «Wir haben alle die gleiche Linie, aber jeder behält seinen eigenen Stil bei», so Bovard Chervet.

Zahlen und Fakten

Das kleinste Anbaugebiet

Der Vully präsentiert sich als das «kleinste der grossen Weinregionen», er steht für rund ein Prozent der Anbau­fläche in der Schweiz. Die 150 Hektaren Weinberge liegen zu zwei Dritteln im Kanton Freiburg und zu einem Drittel in der Waadt. Die Anfänge des Weinbaus in der Region reichen wahrscheinlich zurück in die Römerzeit, die helvetische Hauptstadt Aventicum lag nur eine kurze Schiffsreise entfernt. Die ersten schriftlichen Beweise sind aufs Jahr 961 datiert. Im 15. Jahrhundert sind die Weingüter des Murtner Burgerspitals und der Familie Derron nachweisbar. In den 1990er-Jahren erhielt die Region das Label AOC. 2013 unterzeichneten die 23 Kelterer und 100 Winzer, die sich überkantonal organisiert haben, eine Charta, die namentlich die Aufwertung der Sorten Traminer und Freiburger vorsieht. Rund 40 Prozent der Vully-Produktion ist Chasselas – noch im Jahr 2000 betrug dessen Anteil 85 Prozent. Der Rest teilt sich auf je einen Viertel Pinot Noir (Blauburgunder) und 33 andere Sorten auf. Der Anteil des Traminers beträgt drei, jener des Freiburgers ein Prozent. Das Gut der Murtner Burgergemeinde unter der Leitung von Christian Vessaz umfasst zehn Hektar Fläche, die Hälfte bildet die Lage Fichilien/Fischilling gleich an der Grenze zum Waadtland. Vessaz produziert biodynamisch nach Demeter.

fca

Mehr zum Thema