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Ein Rock und eine Geburtstagstorte

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Ein Rock und eine Geburtstagstorte

Die Familie Majo-Spicher empfängt am Familientag des Folkloretreffens vier Mexikaner in Überstorf

Mit dem Familientag geht am Sonntag das Folkloretreffen Freiburg zu Ende. Dabei verbringen die Künstler einen Teil des Tages mit Familien aus der Region. Die Familie Majo-Spicher aus Überstorf ist zum siebten Mal dabei und erhält dieses Jahr Besuch aus Mexiko.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Am Anfang waren die Spanier. 1999 wars, die Familie Majo-Spicher hatte sich zum ersten Mal als Gastfamilie angemeldet, und die Wahl eines Wunschlandes fiel ihr leicht: Weil Familienvater Vicente Majo selbst aus Spanien stammt, entschied man sich, Künstler einer Folkloregruppe aus Galizien einzuladen. Auf die Spanier folgten Peruaner und Ecuadorianer, Kubaner und Puertoricaner. Gäste spanischer Sprache bewirtet die Familie am liebsten, weil sie auch unter sich oft Spanisch spricht. Eine kleine Ausnahme bildeten die Portugiesen von den Azoren. Zur Sicherheit habe sie damals noch zwei portugiesische Arbeitskollegen ihres Mannes eingeladen, erzählt Irène Majo, schlussendlich habe es aber überhaupt keine Verständigungsprobleme gegeben.

Und jetzt also Mexiko: Gleich vier Mitglieder des Grupo Folklêrico Sinaloense werden die Majos morgen Mittag empfangen. Ursprünglich waren nur zwei geplant gewesen, doch als Irène Majo zu Beginn der Woche erfuhr, dass noch nicht alle Künstler untergebracht waren, sagte sie spontan für zwei weitere Gäste zu.

«Ein kleines Abenteuer am Sonntag»

Besondere Erwartungen an den Besuch der Mexikaner hat Irène Majo nicht. Die Teilnehmer am Folkloretreffen seien in der Regel unkompliziert, weil sie es gewohnt seien, zu reisen und mit Leuten in Kontakt zu kommen. «Man nimmts, wies kommt. Der Familientag des Folkloretreffens ist jedes Jahr ein kleines sonntägliches Abenteuer. Ich bin gespannt und freue mich.»

Ein anderes Familienmitglied weiss hingegen sehr genau, was es sich von den Gästen wünscht. Für den bald sechsjährigen Benjamin ist nur eines wichtig: dass eine Frau mit einem schönen Rock dabei ist. Sein bisheriges Folklore-Highlight sei der Besuch von drei Kubanerinnen in prächtigen, farbigen Kleidern gewesen, erinnert sich die Mutter. Als dann im vergangenen Jahr drei Männer aus Puerto Rico gekommen seien, sei die Enttäuschung gross gewesen. Für die diesjährige Ausgabe hat Irène Majo deshalb vorgesorgt und bei der Koordinatorin des Familientages ausdrücklich mindestens einen Rock «bestellt».

Für die ältere Tochter Andrea dürfte der Sonntag so oder so zum Fest werden: Sie feiert ihren zwölften Geburtstag und freut sich, dass sie zu dieser Gelegenheit so aussergewöhnlichen Besuch erhält. «Dafür bekommen die Mexikaner ein Stück Geburtstagstorte», verspricht sie.

Irène Majo hofft, dass nicht nur mit Röcken und Geburtstagstorten alles klappt, sondern auch mit der Organisation des Tages. Nicht wie damals, als ein Künstler aus Peru sich einer falschen Familie angehängt hatte und die Majos dafür kurzerhand die Tanzlehrerin einluden. Oder als ihnen beim Besuch aus Puerto Rico zuerst die falsche Künstlergruppe zugeteilt wurde und sie auf halbem Weg umkehren mussten, um die richtigen Gäste abzuholen.

Bleibende Kontakte

Geplant ist, kurz nach Mittag zu Hause in Überstorf anzukommen. Dann werde gemeinsam gegessen, man sitze im Garten, rede miteinander, halte eine Fotosession ab, so Irène Majo. Auf diese Weise habe die Familie in den vergangenen Jahren schon viele unterschiedliche Menschen kennen gelernt, Studenten und Hausfrauen, Lastwagenfahrer und Polizisten. Mit einigen bleibe man auch später in Kontakt, zum Beispiel mit jenem jungen Paar aus Ecuador, das inzwischen geheiratet und eine Familie gegründet habe.

Solche Begegnungen seien es wert, immer wieder am Familientag mitzumachen, auch wenn man sonst kein grosser Folklorefan sei. Für die Familie Majo ist die Musik ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens: Mutter Irène ist in der Musikgesellschaft, Tochter Andrea spielt Klarinette. Zur Volksmusik aber hätten sie eigentlich keinen grossen Bezug, sagt Irène Majo. «Aber beim Folkloretreffen hat es uns sofort den Ärmel reingenommen.»
Der Familientag

Den Abschluss des Folkloretreffens bildet traditionsgemäss der Familientag, an dem Familien aus der Region die Künstlerinnen und Künstler zum Mittagessen einladen und mit ihnen den Nachmittag verbringen. Jedes Jahr werden etwa 60 Familien gesucht, die bereit sind, eine Gruppe von Künstlern zu bewirten. Viele seien schon mehrere Jahre dabei und meldeten sich immer wieder, sagt Koordinatorin Christiane Devaud, es gelte aber auch, regelmässig neue Interessenten zu finden. Dieses Jahr waren noch am Dienstagmorgen 40 Personen nicht platziert: «vergleichsweise viel», wie Christiane Devaud sagt. Am Dienstagabend war das Problem aber gelöst, unter anderem dank der Mithilfe der ausländischen Gemeinschaften in Freiburg. cs

Folkloretreffen
am Wochenende

Samstag:

l 11-12.30 Uhr: Alle Gruppen im Musikpavillon auf dem Georges-Python-Platz.
l 14-16 Uhr: Tanz, traditionelle Spiele und Kinderanimationen auf dem Georges-Python-Platz und in der Romontgasse.

l 17-18 Uhr: Vorführung mit der Gruppe aus der Slowakei im Casino Freiburg.
l 20-1.30 Uhr: Grosses Volksfest mit allen Gruppen im Dorf der
Nationen auf dem Georges-Python-Platz, bei der reformierten Kirche und beim Bürgerspital.

Sonntag:

l 10 Uhr: Messe mit allen Gruppen in der Christkönigskirche.
l 16 Uhr: Abschluss-Vorstellung in der Heilig-Kreuz-Turnhalle. Kartenverkauf bei Freiburg Tourismus 026 350 11 00. FN

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