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Ein Schulbeispiel der Zweisprachigkeit

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Ein Schulbeispiel der Zweisprachigkeit

Courtaman lebt vor, wie Deutsch und Welsch gemeinsam weiterkommen können

Oft ist im Freiburgerland die Rede von den Möglichkeiten und Grenzen gelebter, alltäglicher Zweisprachigkeit. Vorbildliches findet man in dieser Hinsicht in Courtaman: eine bewusst und konsequent zweisprachige Praxis, die Raum lässt für Flexibilität und Augenmass.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Sprachenfreiheit und Territorialitätsprinzip, Amtssprachenregelung, gemischtsprachige Gemeinden, gezielte Förderung der Zweisprachigkeit, zweisprachige Bezeichnung der Kantonshauptstadt: Die Sprachenartikel der neuen Kantonsverfassung, die sich derzeit in Vernehmlassung befindet, geben Anlass zu angeregten Auseinandersetzungen. Inhaltlich ist darin kaum etwas Neues zu finden, hatte sich der Kanton Freiburg im Laufe seiner Geschichte doch immer wieder mit solchen und ähnlichen Problemen rund um seine Zweisprachigkeit zu beschäftigen.

Auf der Suche nach Lösungsansätzen empfiehlt sich ein Augenschein in jenen Gemeinwesen, die in ihrem täglichen Leben mit diesen Fragen konfrontiert sind: den gemischtsprachigen Gemeinden im freiburgischen Sprachgrenzgebiet. Gerne wird als einer der Hauptgründe für den schweizerischen Sprachenfrieden die föderalistische Struktur der Eidgenossenschaft genannt. Wenn es um die Eigenheiten des Zusammenlebens der Sprachgemeinschaften geht, macht es also Sinn, die Gemeinden als die kleinsten Einheiten dieses Föderalismus genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Zahlen: Ausgewogen und stabil

Politisch seit Anfang Jahr keine eigenständige Gemeinde mehr, bietet sich Courtaman dennoch aus verschiedenen Gründen für eine solche Untersuchung an: Die Ortschaft liegt mitten auf der Sprachgrenze und blickt sowohl statistisch-demografisch als auch politisch und gesellschaftlich auf eine lange Tradition der Zweisprachigkeit zurück. Ihre bevölkerungsmässige Grösse (1054 Einwohner gemäss Volkszählung 2000) ist überblickbar, aber dennoch repräsentativ, und die Anteile von Deutsch- und Französischsprachigen bewegen sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stets um die Fünfzigprozentmarke. Ausserdem ist Courtaman nicht nur sprachlich, sondern auch konfessionell sowie hinsichtlich seiner ausländischen Bevölkerung ausgesprochen vielfältig und widerspiegelt auf diese Weise die gesellschaftlichen Verhältnisse des Seebezirks, des Kantons Freiburg und gar der Gesamteidgenossenschaft.

Bezüglich des Umgangs mit der Zweisprachigkeit ist zunächst die zahlenmässige Entwicklung der beiden grossen Sprachgruppen von besonderem Interesse. Ähnlich wie auf kantonaler und nationaler Ebene präsentieren sich die Verhältnisse zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Wohnbevölkerung von Courtaman über die Jahrzehnte hinweg bemerkenswert stabil: Die Ergebnisse der Eidgenössischen Volkszählungen zeigen, dass die Verschiebungen zwischen den beiden Sprachgruppen seit 1941 innerhalb von zehn Jahren jeweils maximal zehn Prozent betrugen, meistens jedoch deutlich weniger. Zwischen 1990 und 2000 blieben die Anteile praktisch identisch (44 Prozent Deutsch- und 56 Prozent Französischsprachige).

Dazu kommt, dass sich die Schwankungen abwechselnd in beide Richtungen bewegen, das heisst einmal zugunsten der Deutsch-, dann wieder zugunsten der Französischsprachigen. Zum ausgewogenen Verhältnis zwischen den Sprachgemeinschaften trägt weiter die Tatsache bei, dass ihre Anteile immer um die psychologisch, gesellschaftlich und sprachpolitisch bedeutsame Fünfzigprozentmarke kreisen, so dass sich Deutsch und Welsch abwechslungsweise in der Mehrheits- respektive in der Minderheitsposition befinden. Betrachtet man nicht nur die schweizerische, sondern die gesamte Wohnbevölkerung Courtamans, so nehmen sowohl die Deutsch- als auch die Französischsprachigen ab, die Anderssprachigen hingegen stark zu.

Die Politik: Gezielt zweisprachig

Allerdings erweist sich Courtaman nicht nur statistisch als Schulbeispiel freiburgischer Zweisprachigkeit. Eine Untersuchung der Verwaltungspraxis der Gemeinde kurz vor ihrer Fusion mit Courtepin zeigte einen äusserst konsequenten und bewussten Umgang mit der Zweisprachigkeit, sei es bei Gemeindeversammlungen, im Gemeinderat oder bei amtlichen Publikationen aller Art. Gleichzeitig verstand man es, sämtliche Möglichkeiten der kleinräumigen und überblickbaren Situation der Gemeinde auszunutzen, um flexibel und pragmatisch zu agieren und den Ansprüchen beider Sprachgemeinschaften gleichermassen gerecht zu werden.

Trotz des damit einhergehenden Mehraufwandes wurde diese Sprachenpolitik von allen Beteiligten als selbstverständlich und natürlich empfunden und auch von den Einwohnern sehr geschätzt. Dies ergab eine Umfrage im Frühling 2002. Die Unbefangenheit der Gemeinde im Umgang mit ihren Sprachgemeinschaften kommentierte Gemeindeschreiber Reto Hauser damals schlicht wie folgt: «Das ist einfach so. Ich finde, das ist eine Selbstverständlichkeit ersten Grades.»

Die Schule: Grenzen des Machbaren

Ein Themenbereich, der in sprachpolitischen Debatten gerne zur Sprache gebracht wird, ist das Schulwesen. Dies gilt auch für Courtaman, das seit dem 18. Jahrhundert deutsch-französisch gemischten Schulkreisen angehörte, anfangs zusammen mit Courtepin und Barberêche, dann eine Zeit lang allein mit Courtepin und heute mit Courtepin und Wallenried.

Positives Echo in Bevölkerung

Bis 1975 war die Schule nach Konfessionen getrennt organisiert. Seither sind sowohl Primarschule als auch Kindergarten konfessionell gemischt, dafür aufgeteilt in eine deutsche und eine französische Abteilung. Diese Abteilungen sind völlig gleichwertig und funktionieren weitgehend unabhängig voneinander. Die Bevölkerung empfindet die Zweisprachigkeit der Schule grundsätzlich als positiv, auch wenn immer wieder Stimmen laut werden, nach denen die daraus entstehenden Möglichkeiten noch zu wenig genutzt werden.

Andererseits hat die bereits erwähnte Bevölkerungsbefragung ergeben, dass man sich in Courtaman sehr wohl auch der Grenzen dessen bewusst ist, was in Sachen Förderung der Zweisprachigkeit überhaupt machbar ist. Dies gilt besonders für den Bereich der Schule. Eine Analyse der Resultate der denkwürdigen Abstimmung vom September 2000, in der das Freiburger Stimmvolk mit einer Differenz von gerade mal 0,8 Prozent die Verankerung der Partnersprach-Förderung im Schulgesetz bachab schickte, erweist sich diesbezüglich als besonders interessant: Nur drei Seebezirkler Gemeinden sagten damals Nein zu der Vorlage, darunter ausgerechnet Courtepin (53,8 Prozent). Die anderen beiden Gemeinden des Schulkreises, Wallenried und Courtaman, sagten zwar Ja, mit 52,3 respektive 54,8 Prozent jedoch wesentlich weniger deutlich als die meisten anderen Gemeinden des Bezirks.
Zusammen mit den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung lässt dieses Abstimmungsverhalten darauf schliessen, dass gerade die Menschen, die tägliche Erfahrungen mit der besonderen Situation eines gemischtsprachigen Schulkreises haben, gegenüber neuen Methoden des Sprachunterrichts und des Sprachaustauschs besonders skeptisch, gleichzeitig aber wohl auch in erhöhtem Mass differenzierungsfähig und realistisch sind.
Gezielte Förderung der Zweisprachigkeit überall dort, wo dies machbar ist, und eine grosse Portion Gelassenheit und gegenseitige Toleranz, wenn diese Praxis an ihre Grenzen stösst: So liesse sich das Erfolgsrezept von Courtaman für ein einvernehmliches und konstrukti

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