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Ein Spiegelbild der Gesellschaft

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Ein Spiegelbild der Gesellschaft

Am 17. Dezember findet eine offizielle Zeremonie zur 200-Jahr-Feier der Gendarmerie statt

Die Schaffung eines Landjägerkorps mit 43 Mann im Jahre 1804 gilt als die Geburtsstunde der Freiburger Gendarmerie. 200 Jahre danach sind die Herausforderungen und damit die Ausbildung und die Ausrüstung unvergleichlich verschieden. Der Grundauftrag ist geblieben: dem Staat und der Bevölkerung zu dienen.

Von WALTER BUCHS

Die Anfänge der Gendarmerie («bewaffnete Männer») im Kanton und in der Stadt Freiburg findet man im Jahre 1748. Es war einerseits ein Korps, das kantonsweit eingesetzt wurde und andererseits eine Stadtwache («Stadtwart»). Letztere wurde nach den Aufständen im Sensebezirk und der «Revolution Chenaux» 1782 durch eine «Söldnergarde» ersetzt. Rund um die Wirren der Französischen Revolution entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zentralisierten, vereinheitlichten Polizeitruppe.

43 Ländjäger zu Fuss

Nicht zuletzt wegen der ungeordneten Gesetzesverhältnisse und der Zunahme des Vagabundenwesens im Gefolge der napoleonischen Kriege und Befriedungen konnten die bestehenden Korps zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mehr genügen. Die Mediationsregierung war entschlossen, die Bevölkerung vor Dieben und Landstreichern vermehrt zu schützen und die Sicherheit im Lande zu erhöhen. Am 16. Mai 1804 erliess der Grosse Rat Vorschriften zur Neuordnung der Polizei. Am folgenden 18. Juni beschloss der Kleine Rat (Regierung) das entsprechende Vollziehungsreglement. So erhielt der Kanton Freiburg, ähnlich wie seine Nachbarn Bern und Waadt, am Platz der so genannten «Maréchaussée» ein Landjägerkorps, das in seinen Grundzügen bis zur Gründung des neuen Bundesstaates im Jahre 1848 erhalten blieb.

Diese militärisch organisierte Kompagnie von mit Degen und schmucken Uniformen ausgerüsteten Landjägern zu Fuss, auch Gendarmen genannt, hatte einen Bestand von 43 Mann
(1 Hauptmann, 4 Wachtmeister, 4 Korporale und 34 Polizisten). Jeder sanitarisch taugliche Mann mit gutem Leumund zwischen 24 und 50 Jahren, aus Kostengründen möglichst ledig, konnte sich für zwei Jahre bei der Gendarmerie verpflichten. Jeder Landjäger musste lesen und schreiben können und nach Möglichkeit Deutsch und Französisch beherrschen.
Für Bewaffnung, Ausrüstung, Ausbildung und Disziplin war der Landeshauptmann zuständig, für den Einsatz der Landjäger der Amtsstatthalter (Oberamtmann). Es bestanden fünf Polizeibezirke. Der Polizeikommandant war der Adjutant des Landeshauptmanns in Polizeiangelegenheiten. Er musste von einer noblen oder finanziell gut gestellten Familie abstammen. Er erhielt keine Wohnungsentschädigung und die Kosten für seine Bekleidung und sein Material gingen zu seinen Lasten.

Nach der Schaffung der neuen Staatsordnung erhielt der Kanton am 16. Mai 1852 ein neues Gesetz über die Organisation der Gendarmerie. Es diente sehr lange als Grundlage für die Administration und Organisation der Polizei. Die Änderungen betrafen in der Regel Bestandeserhöhungen. Zur Verstärkung in politisch unruhigen Zeiten wurde am 22. Mai 1858 eine Hilfspolizei ins Leben gerufen. Wegen mangelnder Akzeptanz wurde sie 1880 wieder aufgehoben.

Wegweisende Entwicklungen

Im Jahre 1852 war das Gendarmeriekorps bereits 122 Mann stark. Bis 1900 stieg die Zahl nur noch gering an und blieb bei 135. 1953 war der Bestand auf 149 Mann angewachsen und erreichte am 1. Januar 2004 denjenigen von 292 Einheiten, darunter 19 Polizistinnen. Dazu kommen 17 Hilfspolizistinnen und Polizisten sowie 29 zivile Mitarbeitende. Zusammen mit der Sicherheitspolizei zählt die Kantonspolizei heute insgesamt rund 520 Angehörige.

In diesen Zahlen spiegelt sich eine tiefgreifende Entwicklung: 1920 wurde ein Sicherheitspolizeikorps gegründet, das am 1.1.1982 zusammen mit der Gendarmerie unter ein vereinheitlichtes Kommando gestellt wurde. Am 15.11.1990 erhielt die Kantonspolizei ein neues Gesetz, welches jenes aus dem Jahre 1852 ersetzte.

Die Angaben im Beitrag beruhen auf Informationen, die von Wm Beat Baechler und Adj Hans Vonlanthen zusammengetragen wurden.
Markante Begebenheiten

Zwischen der Einrichtung des ersten Telefons in den Polizeiposten im Jahr 1902 und der Einführung eines neuen Tenüs für den Ordnungsdienst ab 1998 prägen viele Vorkommnisse die Geschichte der Gendarmerie. Einige Beispiele.

Im gleichen Jahr, in dem der Grosse Rat die Einrichtung eines Telefons in den Polizeiposten bewilligt hatte, stimmte er – ebenfalls nicht ohne Bedenken – der Anschaffung von Fahrrädern für die Gendarmen zu. 1913 wurde im Kanton ein daktyloskopischer Dienst eingeführt, um Fingerabdrücke (von Delinquenten) zu registrieren. In jedem Bezirk wurde ein derartiger Dienst geschaffen.

Beginn der Motorisierung

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Strassenverkehr zu. Um Geschwindigkeitsübertretungen zu ahnden, erhielt die Gendarmerie 1921 mehrere Stoppuhren. 1926 wurde der erste Verkehrspolizist mit einem Motorrad ausgerüstet. 1929 kam ein zweiter Verkehrspolizist, ausgerüstet mit einer «Motosacoche», hinzu und 1931 wurde ein weiteres Motorrad mit Seitenwagen angeschafft. 1938 wurde das erste Polizeiauto in Dienst gestellt. Bis zur Schaffung der Abteilung «Verkehrserziehung» verstrichen weitere 20 Jahre (1960). Mit der Eröffnung der Autobahnen erfuhr die Motorisierung jeweils weitere Schübe (A12: 1974; A1: 2001).

In den vergangenen 35 Jahren entstanden verschiedene Spezialeinheiten. Es sind dies namentlich: Tauchergruppe (1968); Seepolizei (1973); Gründung einer Ordnungsdienstgruppierung und einer Interventionsgruppe mit Präzisionsschützen (1974); Sprengstoffentschärfer-Gruppe (1984); Büro «Waffen und Sprengstoff» (1987); vollamtliche Interventionsgruppe (1988); Gefangenenbegleitergruppe (1988).
Mitte der 70er Jahre hielten die Frauen Einzug in die Polizei: Am 1.12.1974 wurde die erste Polizeihostessenschule eröffnet und 1975 die ersten Polizeihostessen vereidigt. 1999 beginnt die erste Aspirantenschule mit Frauen für die Gendarmerie. Seit dem 1.1.2000 sind somit die ersten
Polizistinnen bei der Gendarmerie tätig. wb

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