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Ein Spiel verwischt die Grenzen

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Ausgelassene Stimmung in der Turnhalle der Stiftung Les Buissonnets in Freiburg: Die Männer, Frauen, Buben und Mädchen auf dem Spielfeld passen sich gegenseitig einen roten Ball zu. Dann der Abschuss aufs Tor: Das Netz zappelt. Der Ball hat seinen Weg ins Ziel gefunden. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen freut sich die Torschützin. Es wird gejubelt und gelacht, wie in einer jeden anderen Mannschaft auch. Und dennoch gibt es Unterschiede: Einige der Teammitglieder der Rafro Vaches – so heisst die Mannschaft, die im Buissonnets trainiert – flitzen im Rollstuhl übers Feld. Andere sind auf ihren Beinen unterwegs, werden dabei aber von einem Team-Partner, einem sogenannten «Motor», unterstützt.

Gemeinsam erfolgreich sein

Der Spass am handballähnlichen Sport namens Rafroball ist bei allen Beteiligten gross, wie eine kleine Umfrage unter den Spielern zeigt. «Ich liebe Rafroball. Ich liebe es, zu passen und den Ball aufs Tor zu schiessen», schwärmt der von Hemiplegie betroffene Alen Memic aus Tafers. «Mir gefällt das Zusammenspiel von gesunden und weniger gesunden Menschen am besten», erklärt Melita Nasic aus Tafers, «und dass es Vorteilsregelungen für behinderte Spieler gibt». Dass die Spielregeln auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Spieler eingehen, empfindet auch Ananda Wolz, «Motor» aus Freiburg, als grosses Plus: «Alle spielen zusammen und es gibt keine Sololäufe.»

Inmitten des bunten Treibens stehen Karoline Steinemann und ihr Sohn Rouven. Als Trainer-Gespann coachen sie das Freiburger Rafroball-Team seit sechs Jahren. Es sei nicht nur so, dass sich Rafroball als Sportart für Menschen mit einer Behinderung ebenso gut eignen würde wie für Menschen ohne Behinderung, erklärt Karoline Steinemann: «Es braucht auch beide, damit sich ein Team finden und gemeinsam erfolgreich sein kann. Damit ist Rafroball ideale Integrationssportart.»

Mutter und Sohn

Sohnemann Rouven ist vor zehn Jahren als erster der Familie Steinemann mit dem Sport in Berührung gekommen. «Ich habe einen Freund aus der Nachbarschaft in ein Rafroball-Lager begleitet», erinnert sich der heute 20-Jährige: «Da wusste ich noch nicht viel über die Sportart, aber Rafroball hat mich sofort gepackt.» Aus dem Lager zurückgekehrt, bringen Rouven und sein von Hemiplegie betroffener Freund das neue Spiel den anderen Kindern aus der Nachbarschaft bei.

«Ich war überrascht, als ich gesehen habe, wie sie ihr bisheriges Spiel so adaptierten, dass alle daran teilnehmen konnten», sagt Karoline Steinemann. Als Kinderphysiotherapeutin tätig, beschliesst sie, auch ihre Patienten mit der neuentdeckten Sportart vertraut zu machen und gemeinsam mit der Familie Spielenachmittage für Rafroball-Interessierte durchzuführen.

Die neue Sportart kommt in Freiburg so gut an, dass mit der administrativen sowie finanziellen Unterstützung von Sport Handicap Freiburg (siehe blauer Kasten) ein eigenes Team gegründet und in der Saison 2011/2012 für den Meisterschaftsbetrieb angemeldet werden kann.

Zweisprachig Spass haben

Heute zählt die schweizweit erste zweisprachige Rafroball-Mannschaft fast 20 Mitglieder und übernimmt für die vor allem in der Romandie bekannte Sportart eine wichtige Brückenfunktion in die Deutschschweiz. So haben einige ehemalige Teammitglieder, die bei den Vaches das Spiel erlernt haben, vor einem Jahr eine Mannschaft in Bern gegründet. In Solothurn entsteht ein weiteres Team. «Rafroball überwindet den Röstigraben», freut sich das Duo.

Karoline und Rouven Steinemann engagieren sich mit Leidenschaft für ihr Team. «Der Sport erlaubt es, dass sich Menschen begegnen, ohne dass dazu viele Worte nötig wären», sagt die dreifache Mutter. So ermögliche Rafroball die Integration von körperlich und geistig behinderten Menschen in ein Mannschaftsgefüge und könne gleichzeitig Horizont­erweiterungen für nichtbehinderte Menschen darstellen. «Um mitspielen zu können, müssen unbeeinträchtigte Spieler im Rollstuhl Platz nehmen», erklärt Rouven Steinemann eine der zentralen Rafroball-Regeln.

Neue Welten entdecken

Für ihn sei es immer wieder faszinierend zu sehen, wie für unerfahrene Spieler dadurch neue Welten aufgehen: «Sie erkennen, wie schwierig es ist, sich gleichzeitig im Rollstuhl fortzubewegen und einen Ball zu fangen.» Im Spiel würden sie so ihr Gegenüber besser kennen und einschätzen lernen: «Der Sport nimmt Berührungsängste.» Aber auch für Spielerinnen und Spieler mit einer Behinderung seien die Erlebnisse auf dem Spielfeld wichtig. «Sie spüren, was es heisst, Teil eines Teams zu sein. Lernen so aber beispielsweise auch, wie man mit einer Niederlage umgeht.» In diesem Sinne halte Rafroball für alle Spielerinnen und Spieler eine grosse Chance bereit, ist Karoline Steinemann überzeugt: «Die Erkenntnis, dass man im Spiel nicht nur viel Spass miteinander haben, sondern auch voneinander profitieren kann.»

Vorschau

Die Rafroball-Meisterschaft macht erstmals in Marly Halt

Ihre Geburtsstunde erlebte die junge Integrationssportart Rafroball 1996 im Wallis. Als Erfinder gelten vier Männer: Thierry Rapillard, Lionel und Jonas Frossard sowie Prince Ballestraz. Sie gaben der neuen Sportart auch ihren Namen: RA-FRO-BALL stellt eine Kombination der Anfangssilben ihrer Familiennamen dar.

Gespielt wird Rafroball mit einem Ball aus plastifiziertem Schaumstoff auf einem Spielfeld, das in seinen Dimensionen einem Basketballfeld entspricht. Ziel des Spiels ist es, durch Werfen des Balles mehr Tore zu erzielen als der Gegner. Dabei stehen die individuell angefertigten Tore in Relation zur funktionalen Bewegungsfähigkeit des Torhüters. Neben einem Torhüter umfasst ein Team vier Feldspieler und mehrere Ersatzspieler. Auf dem Spielfeld sind immer mindestens drei Spieler mit Behinderung im Einsatz. Spieler ohne Behinderung (maximal zwei) müssen im Hand-Rollstuhl spielen. Ein Spieler mit Behinderung hat die Möglichkeit, in Sachen Ballannahme, Ballabgabe und Fortbewegung vier verschiede Vorteilsansprüche geltend zu machen.

Im Rahmen des ersten Turniertages der neuen Meisterschaftssaison stehen am Samstag elf Schweizer Rafroball-Teams in Marly im Einsatz. Es ist das erste Mal in der 20-jährigen Geschichte der Sportart, dass ein Schweizer Meisterschaftstag im Kanton Freiburg durchgeführt wird. Die von Sport Handicap Freiburg und der Association Rafroball organisierte Veranstaltung in der Sporthalle Omnisport Grand-Pré in Marly steht am Samstag allen Sportinteressierten und Besuchern offen.

mz

Sporthalle Grand-Pré, Marly. Sa., 21. Januar, 10 bis 16.30 Uhr.

Zum Verein

Ein umfassendes Sportangebot

Der Verein Sport Handicap Freiburg (SHF) ermöglicht Menschen mit einer Behinderung Sport zu treiben. Mit 200 Aktivmitgliedern ist SHF in diesem Bereich der grösste Sportverein im Kanton Freiburg und auch Mitglied des Freiburger Verbands für Sport. Das Sportangebot von SHF umfasst Schwimmen, Basketball, Unihockey, Gymnastik, Aquagym, Tanzen, Polysport und Rafroball.

mz

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