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Ein Spontanentscheid von grosser Tragweite

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Daniel Fontana, Programmator des Konzertlokals Bad Bonn in Düdingen, erinnert sich gut an die Gegebenheiten von damals, auch wenn ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war, was in Zukunft auf ihn zukommen würde. Es war an einem Mittwoch im März 1991. «Das Lokal war gut besucht, um die hundert Leute waren anwesend, was für diese Zeit nicht unüblich war», erzählt Fontana. Vier in der Rekrutenschule in Bern stationierte «Typen», so Fontana, verlegten ihren Abendausgang nach Düdingen ins Restaurant Bad Bonn. Im Gepäck hatten sie unter anderem Geige und Gitarre. Und die Absicht, Musik zu machen. Also fragten sie Fontana, ob sie spontan ein Konzert geben könnten. Ohne Vorbereitung, technische Verstärkung, geschweige denn einer Bühne «passiert» das erste akustische Konzert im Restaurant Bad Bonn–sozusagen aus dem Nichts. Ganze zwei Stunden spielten die vier Musiker; in Militärkleidern wohlverstanden. Im Repertoire hatten sie vor allem Jazz aus den 1950er-Jahren.

Ein wichtiger Moment

Für Daniel «Duex» Fontana ist klar: «Dieser Abend war ein wichtiger Moment. Es war ein schöner Anfang, unerwartet und etwas ganz anderes als das, was wir heute machen.» Offensichtlich gab es ein grosses Bedürfnis nach neuen Musikerlebnissen. «Es fanden damals wenig Konzerte in der Gegend statt. In Plaffeien gab es das Rockfestival und sonst nichts für die Sensler, die nicht in der Stadt verkehrten», so Fontana.

So fand bereits kurz darauf das erste geplante Konzert statt. «Groove Lords» nannte sich die Funk-Rock-Band aus dem Freiburger Oberland, die wie alle anderen Bands, die zu Beginn im Bad Bonn auftraten, ihre Lautsprecher und die Musikanlage noch selber mitgebracht haben. Zur Formation von «Groove Lords» gehörten unter anderem die zwei Schornoz-Brüder Louis «Lee» und André. Letzterer war einer der vier Rekruten, die am ersten Spontan-Konzert im Bad Bonn beteiligt gewesen waren.

«Blues und Rock Chilbi»

Noch im selben Jahr stand fest, dass im August ein kleines Musikfestival stattfinden sollte. Das Festival sollte eine Weiterführung der traditionellen Kilbi sein, die schon seit jeher im Bad Bonn stattgefunden hatte. Zusammen mit seinem damaligen Geschäftspartner Georges Gobet hat Fontana eine erste Bad-Bonn-Kilbi, damals noch «Blues und Rock Chilbi» genannt, auf die Beine gestellt. «Wir hatten keine Ahnung vom Veranstalten. Es war chaotisch, wir waren überfordert, die Autos wurden irgendwo parkiert und es war ein bisschen Ghetto», lacht Fontana. Immerhin 400 bis 500 Leute waren an diesem Wochenende anwesend. Zum ersten Mal standen mit «Deacon Fuller & Blue Kerosene» internationale Musiker auf der Bühne in der Freiburger Provinz. Fontana kann es nicht unterlassen, eine kleine Anekdote hinzufügen: Noch während des Konzerts sei ein Helfer, der Bühnenbauer, mit seinem Töffli über die Bühne gefahren. «Es war spät, und sein Stolz war gross», so Fontana.

Faxe in die ganze Welt

«Zuerst ging es um Unterhaltung, dann aber wollten wir die Düdinger zum Beispiel mit verrückten Black-Metal-Bands aus Norwegen erschrecken. Wir wollten provozieren und experimentieren», blickt Fontana zurück. Die Adressen fand Fontana in CD-Hüllen oder in Musikmagazinen. Er kontaktierte die Bands und schickte Faxe und Briefe in die weite Welt hinaus. Die Entwicklung einer neuen Kulturszene im Freiburger Unterland erfolgte schleichend, aber nachhaltig. Ab 1992 fanden zwanzig bis dreissig Konzerte jährlich statt, heute sind es bis zu Hundert, und die Bad-Bonn-Kilbi hat sich zu einem der beliebtesten und renommiertesten Musikfestivals der schweizerischen und europäischen Indie-Szene avanciert.

«Wir haben klein angefangen, haben viel gelernt und sind klein geblieben. Das ist unser Vorteil oder unsere Haltung», sagt Fontana, der das Bad Bonn in Zusammenarbeit mit Patrick Boschung führt (siehe Kasten). «Man muss kein Ziel vor Augen haben, sondern es einfach tun. Es geht um Herzblut», reflektiert er weiter. Seine Einstellung gibt ihm recht und widerspiegelt sich in der Tatsache, dass jährlich um die 10 000 Musikliebhaber aus dem In- und Ausland nach Düdingen pilgern.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Nummer Eins“. Im ersten Monat des Jahres gehen die FN Premieren und Erstklassigem nach. Bisher erschienen: „Neue Organistin feiert Premiere“ (6.1.). Alle Artikel unter: www.freiburger-nachrichten.ch

«Es fanden damals wenig Konzerte in der Gegend statt.»

Daniel Fontana

Programmator Bad Bonn

«Wir hatten keine Ahnung vom Veranstalten. Es war chaotisch.»

Daniel Fontana

Programmator Bad Bonn

Rückblick

Die Geschichte des Bad Bonn

1293 wird der Name Bad Bonn erstmals schriftlich erwähnt. Das ehemalige Kulturhotel und Heilbad Bad Bonn lag bis 1963 auf dem Talboden des Saanetals, am Grund des heutigen Schiffenensees, und wurde 1965 weiter oben durch einen gleichnamigen Gasthof ersetzt. Die Familie Henkel führte den Betrieb bis 1991, als Georges Gobet und Daniel Fontana übernahmen. 1998 wurde mit dem Einstieg von Patrick Boschung der Tonverein Bad Bonn gegründet. Seit 2010 wird auch der Gastrobetrieb durch den Verein geführt. Die Liegenschaft gehört seit 2002 der Bad Bonn AG.ah

 

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