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Ein Stück Gold für den Bahnhof

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es riecht nach Farbe auf dem Bahnhofplatz. Kein Wunder: Zwischen Bahnhofseingang und Apotheke stehen einige Jugendliche um einen Felsbrocken und hantieren mit Spraydosen. Das Sprayen ist Teil ihres Unterrichts; neben ihnen steht ihr Kunstlehrer David Brülhart. «Macht kleine Bewegungen mit der Dose, nicht immer am gleichen Ort sprayen», weist er die Schülerinnen und Schüler der OS Belluard an. Und so machen sie sich an die Arbeit: Innerhalb von einer Viertelstunde haben sie eine weisse Grundierung auf den Stein gesprüht.

Jetzt müssen sie warten, bis die Grundierung trocken ist – und klagen über kalte Hände. Brülhart zeigt nur auf Arnaud Dousse, der hinter dem Stein auf einem Gerüst steht und an einem Wandgemälde pinselt. «Er ist seit mehr als einer Woche jeden Tag hier, bei jedem Wetter.»

Von den SBB beauftragt

Das Goldstück und das dazugehörige dreiteilige Wandbild sind Teil eines Projekts der SBB, des Vereins Reper, der in der Jugendarbeit tätig ist, des Kunstateliers Tramway und des Architektenbüros KLR. «Die SBB haben uns angefragt, ob wir im Winter eine Aktion auf dem Bahnhofplatz durchführen könnten», erklärt Adrien Oesch von Reper. «Uns war rasch klar, dass wir für die künstlerische Seite weitere Akteure anfragen müssen.»

Das Goldstück solle den Wert des Platzes hervorheben, erklärt Oesch. Ein Platz, auf dem Reper seit langem präsent ist, denn der Bahnhofseingang ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. «Er ist zentral, man kann sich unterstellen und es gibt Läden in der Nähe.» Der Verein habe sich gefreut über die Anfrage der SBB: «Endlich können wir mal etwas Grösseres am Bahnhof machen.»

Gross ist buchstäblich zu verstehen: Der Felsbrocken aus dem Kieswerk in Hauterive ist rund sechs Tonnen schwer, die Wandbilder sind zwei bis drei Meter hoch. Dort erzählt Illustrator Arnaud Dousse die fiktive Geschichte des Goldstücks. «Auf dem ersten Bild sieht man, wie das Goldstück als Meteorit auf den Bahnhofplatz fällt.» Auf dem zweiten ist ein Gewusel von verschiedenen Menschen zu sehen, die rund um den Stein lesen, sich unterhalten, warten. «Es zeigt, wie eine gesellschaftliche Dynamik rund um den Stein entsteht.» Und auf dem dritten Bild fliegt der Meteorit wieder davon, die Menschen bauen eine Art Haus, «die Menschen eignen sich den Ort an», wie Dousse sagt. Das Bild verweist auf die kommende Umgestaltung des Bahnhofs und seines Platzes. Auch der Stein wird dann wegkommen und durch einen Pavillon auf dem Platz ersetzt. Bis dahin aber planen die Organisatoren einige Aktivitäten (siehe Kasten).

Handwärmer helfen

Dousse gefällt die Arbeit auf dem Platz. «Als Illustrator arbeite ich sonst alleine an meinem Pult, für das Wandbild muss ich aus meiner Komfortzone raus.» Hilfe hat er von zwei jungen Männern, die von Reper vermittelt wurden, Victor und Tim. Über die Kälte klagen sie – anders als die Schüler – nicht. Dousse hebt grinsend die Hand, an der er einen ausgebeulten, mit Farbe bekleckerten Handschuh trägt: «Darunter habe ich einen kleinen Handwärmer.» Dousse hat über die letzten Tage auch immer wieder mal Hilfe von neugierigen Passanten bekommen. «Jeder darf mitmachen.»Gleiches gilt für den Stein.

Die weisse Grundierung ist nun getrocknet, die Jugendlichen haben zu den golde-­ nen Spraydosen gewechselt. «Schaut, dass ihr den Sprühnebel nicht einatmet», warnt Lehrer und Künstler David Brühlhart. Nicht nur die fünf Schülerinnen und Schüler stehen nun um den Stein, sondern auch weitere Passanten und Bekannte. Zehn Leute sprayen munter drauflos. Der goldene Stein hat am ersten Tag das Ziel erreicht: Er hat Menschen zusammengebracht.

Programm

Marroni, Crêpes und Liegestühle

Um den Bahnhofplatz vor seiner kommenden Umgestaltung zu beleben, haben die SBB, der in der Jugendarbeit tätige Verein Reper, das Kunstatelier Tramway und das Architekturbüro KLR zusammengespannt. Rund um das Wandbild und den golden bemalten Stein (siehe Haupttext) am Bahnhofplatz organisieren sie in den nächsten Monaten diverse Anlässe. Vom 21. bis 25. Januar gibt es heisse Marroni im Rahmen einer «Marronishow». Am 14. Februar widmen sie den Valentinstag ganz den Passanten. Im März finden zwei «Crêpes-Parties» an noch zu definierenden Daten statt. Vom 29. April bis 3. Mai wirds gemütlich: Dann stellen die Organisatoren auf dem Bahnhofplatz Liegestühle auf. Im Mai schliesslich verschwindet das Goldstück wieder.

nas

 

 

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