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Ein Stück «Gotthard» für die Stube

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Ein Stück «Gotthard» für die Stube

Marie-Rose Holenstein hat alten Ziegeln aus dem Café neues Leben eingehaucht

Seit Anfang Juli ist das legendäre Freiburger Restaurant «Gotthard» wegen Umbauarbeiten geschlossen. Wer ein Stück «Gotthard» zu sich nach Hause nehmen möchte, kann dies jetzt tun: Wirtin Marie-Rose Holenstein verkauft bemalte und signierte Bretter und Ziegel.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Die Idee ist aus der Not geboren: «Als das wegen der Renovierung schliessen musste, brauchte ich eine neue Einkommensquelle», erzählt Marie-Rose Holenstein. Die 60-Jährige hat mehr als die Hälfte ihres Lebens mit dem «Gotthard» verbracht: 1972 begann sie in dem Café zu kellnern, vier Jahre später übernahm sie die Geschäftsleitung, bis 1984 sogar als Besitzerin.

Heute gehören die beiden Gebäude 16 und 18 an der Steinbrückengasse (Pont-Muré), in denen sich auch das «Gotthard» befindet, der Burgergemeinde Freiburg. Diese hat Anfang Juli 2004 mit den dringend notwendigen Renovationsarbeiten begonnen, die im kommenden September abgeschlossen sein sollen.

«Jean-Pierre war mein Retter»

«Plötzlich war ich arbeitslos», sagt Marie-Rose Holenstein. Im Service-, aber auch im Pflegebereich habe sie nach einer neuen Stelle gesucht – zunächst erfolglos. Die Lösung kam dann von einer anderen Seite: «Jean-Pierre war mein erster Retter», sagt Marie-Rose, wie sie von den meisten Leuten schlicht genannt wird. Mit Jean-Pierre ist kein Geringerer gemeint als Jean-Pierre Corpataux, der Freiburger Metzger-Maler, besser bekannt unter dem Namen «Corpaato».

Er habe sie dazu ermutigt, alte Parkettbretter und Schieferziegel aus dem «Gotthard» zu retten, sie zu bemalen, zu signieren und den Leuten als Andenken zu verkaufen. Corpataux hat ihr auch den Raum im Kuriosum Sonnenberg zur Verfügung gestellt, in dem sie seit August jeden Donnerstagabend ihre neue Kundschaft empfängt.

Zeichnungen von Arnaud Dousse

Aufschriften wie «Vive le Gothard», I love Gothard» oder schlicht «A bientôt» zieren die Bretter und Ziegel, dazu farbenfrohe Verzierungen und liebevolle Zeichnungen. Die Zeichenarbeiten hat Arnaud Dousse übernommen, der gerade mal acht Jahre alte Comiczeichner aus Villarsiviriaux, der jüngst etwa an der Bédémania in Belfaux auf sich aufmerksam gemacht hat.

Marie-Rose Holenstein hat die Holzbretter und Ziegelsteine alle eigenhändig gewaschen und abgebürstet. Bis jetzt sind an die 80 Stück der signierten und nummerierten Unikate verkauft, 140 sind insgesamt bereits fertig gestellt, maximal 500 sollen es bis zum Schluss der Aktion sein. Die Bretter vom Parkettboden im ersten Stock des Restaurants stammen aus dem 19., die Schieferziegel aus dem 18. Jahrhundert. Die bemalten Exemplare kosten 200 Franken pro Stück.

Nicht Kunden, sondern eine Familie

Inzwischen hat Marie-Rose Holenstein eine Teilzeitanstellung bei Jean-Luc Sciboz in den Halles du Bourg gefunden. Im «Gotthard» würde sie nach dem Ende der Renovation trotzdem gerne wieder arbeiten. Über die Bedingungen laufen derzeit Gespräche mit den Verantwortlichen der Burgergemeinde. «Ich möchte vor allem mit den Gästen zu tun haben», so die Vollblutwirtin. «Die ganze Administration hingegen kann ich alleine nicht mehr machen.»

Das «Gotthard» bedeutet Marie-Rose Holenstein jedenfalls immer noch viel. Die Menschen, die im Café ein und aus gehen, sind für sie nicht einfach Kunden, sondern «eine Familie, die ich gerne wiedersehen würde». Das «Gotthard» sei eine Zuflucht für Leute, die sich einsam fühlten oder jemanden suchten, mit dem sie reden könnten. «Es geht nicht darum, ihnen Ratschläge zu erteilen, sondern einfach nur darum, ihnen zuzuhören.»

Das «Gotthard» soll das alte bleiben

Diese Rolle möchte Marie-Rose Holenstein auch in Zukunft spielen. Sollte sie das «Gotthard» im kommenden Herbst wieder übernehmen, würde sie darin nicht viel ändern: Das Mobiliar soll das gleiche bleiben ebenso wie die Gewohnheiten und die unverwechselbare Ambiance.

Sogar beim Personal dürfte es kaum Wechsel geben: «Die meisten der früheren Angestellten warten mit gepackten Koffern darauf, dass das seine Türen wieder aufmacht», so Marie-Rose Holenstein. Das Gleiche scheint für viele ehemalige Stammgäste zu gelten: «Die Leute fragen mich dauernd, wann das Café endlich wieder aufgehe – wie kleine Kinder, die wissen wollen, wann ihre Mutter nach Hause kommt.» Der Vergleich passt.

Marie-Rose Holenstein verkauft ihre «Planches du bonheur» bis auf Weiteres jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr im Kuriosum Sonnenberg, Freiburg.

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