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Ein Umzug als letzte Rettung

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Ein Umzug als letzte Rettung

Ein geschützter Speicher soll von Fräschels nach Bürglen transportiert werden

Eine Verlegung nach Bürglen könnte für einen historisch wertvollen Speicher aus Fräschels die letzte Rettung sein. Ein Liebhaber will das Gebäude aus dem Jahr 1758 bei sich aufstellen und renovieren lassen.

Autor: Von CORINNE AEBERHARD und PATRICK HIRSCHI

Bis vor kurzem stand Paul Dudan vor einem Dilemma. Der Landwirt aus Fräschels besitzt an der Hauptgasse 45 einen alten, baufälligen Speicher, für den er schon seit etwa zehn Jahren keine Verwendung mehr hat. Doch abreissen darf Dudan ihn nicht, weil das fast 250-jährige Bauwerk unter Denkmalschutz steht. Und für die dringende Renovation fehlt ihm schlicht das Geld.Doch jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Paul Dudan hat einen Interessenten gefunden, der sich bereit erklärt hat, den Speicher zu renovieren. Es handelt sich um Benoît de Diesbach Belleroche aus Bürglen (Bourguillon).Allerdings will der adlige Retter das Objekt nicht in Fräschels lassen, sondern hat die Absicht, den Speicher neben dem Landwirtschaftsbetrieb, der zu seinem Schlossanwesen gehört, wieder aufzubauen. «Dort stand früher bereits ein schöner Speicher aus dem 19. Jahrhundert, der später leider abgerissen worden ist», erklärt de Diesbach gegenüber den FN.Im Amtsblatt von letzter Woche ist ein Abbruchgesuch für den Speicher in Fräschels publiziert. Das kantonale Amt für Kulturgüter steht diesem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Die Versetzung eines Gebäudes an einen anderen Standort sei möglich, wenn dies die einzige Möglichkeit sei, es zu erhalten, schreibt François Guex vom Kulturgüteramt in einer schriftlichen Stellungnahme an die FN.

Neuer Standort gemäss Charakter des Speichers

Allerdings müsse der neue Standort dem Charakter des Gebäudes entsprechen. «Dem Versetzen in den Garten eines Hauses in einem Neubauquartier hätte man nicht zustimmen können», so Guex. Benoît de Diesbach muss für den Aufbau in Bürglen ein separates Baugesuch einreichen. Gemäss Guex werden solche «Zügleten» gelegentlich vorgenommen. Mit der vorliegenden Lösung könnten schätzungsweise zwei Drittel der Bausubstanz gerettet werden.

Abbruch durch Arbeitslose

Wenn es keine Einsprachen gegen das Abbruchgesuch gibt, wird der Speicher voraussichtlich im Februar oder März im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms durch Arbeitslose auseinandergenommen. Gemäss Benôit de Diesbach wird das Gebäude in drei Teile zerlegt – die zwei Stockwerke und das Dach. Den Transport mit Tiefladern übernimmt eine spezialisierte Berner Firma.Die Kosten für den Abriss und den Transport schätzt de Diesbach auf rund 10000 Franken. Happiger werden wohl die Renovationskosten, die laut de Diesbach zwischen 30000 und 50000 Franken liegen dürften. Diese Arbeiten werden aber von der öffentlichen Hand teilweise subventioniert.

Sommerliches Ferienhaus

Benoît de Diesbach ist Historiker und hat berufeshalber vom renovationsbedürftigen Speicher in Fräschels erfahren. In drei oder vier Jahren möchte er das renovierte Objekt im Sommer als Ferienunterkunft vermieten. Paul Dudan will dort, wo der Speicher zurzeit noch steht, einen neuen Unterstand bauen.Bevor Dudan mit de Diesbach in Kontakt kam, hatte er den Speicher auch der Gemeinde Fräschels zur Übernahme angeboten. Doch der Gemeinderat sah sich nicht in der Lage, für die Renovation aufzukommen. Und selbst auf ein Inserat in der Zeitschrift «Tierwelt» hatte sich niemand bei Dudan gemeldet.

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