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Ein Verhaltensforscher erforscht sich selbst

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Freiburg Fünf Schauspielerinnen und Schauspieler laufen kreuz und quer über die Bühne, geben sich gegenseitig Anweisungen, schleppen Mobiliar und Requisiten durch die Gegend – und das Publikum fragt sich, ob die eigentlich gemerkt haben, dass die Vorstellung schon angefangen hat.

Natürlich haben sie, und mit der ersten Szene ist allen klar, was hier gespielt wird: Theater im Theater. Nur dass es in Max Frischs Komödie «Biografie: Ein Spiel» um viel mehr geht als bloss um ein Spiel. Es geht um nicht weniger als um den Versuch, die eigene Biografie neu zu schreiben. Der, welcher diesen Versuch wagt, ist der Verhaltensforscher Hannes Kürmann. Der Todkranke fragt sich, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er sich «nur ein einziges Mal» anders verhalten hätte. Um das herauszufinden, spielt er mit der Hilfe eines Regisseurs, zweier Assistenten und seiner Ehefrau Szenen seines Lebens nach und versucht, diese zu verändern.

Lustig und ernst

Am Freitagabend hat das Freiburger Talman-Ensemble bei «Theater in Freiburg» in der Aula der Universität Miséricorde eine gelungene Premiere mit seiner Inszenierung von «Biografie: Ein Spiel» gefeiert. Die beiden Urgesteine des Ensembles, Niklaus Talman und Luc Spori, harmonierten als Kürmann und Regisseur. Nina Iseli charakterisierte die Ehefrau Antoinette Stein gekonnt als eigenständige und eigenwillige Persönlichkeit, die mindestens so sehr über Kürmanns Leben bestimmt wie er selbst.

Und Fernanda Rüesch und Michael Glatthard überzeugten als Assistenten, die in die Rollen all jener Menschen schlüpften, deren Wege sich mit jenem Kürmanns kreuzten. Ob als leidenschaftliche Geliebte oder als burschikose Hausangestellte (Rüesch), ob als frecher Schulkamerad oder als überdrehter Arzt (Glatthard): Die beiden neuen Mitglieder des Ensembles sorgten mehr als einmal für spontane Lacher im Publikum.

Trotz viel Humor gelang es der Truppe auch, die ernsten und philosophischen Seiten des Stücks herauszuarbeiten. Ist das Ziel von Kürmanns Spiel wirklich eine «Biografie ohne Antoinette Stein»? Welche Fehler hat er bei ihrem ersten Treffen gemacht – und warum gelingt es ihm nie, diese zu korrigieren? Hätte er seine Frau besser nicht geheiratet? Wäre seine Krankheit rechtzeitig erkannt worden, wenn er früher zum Arzt gegangen wäre? Und was liegt überhaupt in seiner Macht?

Das Antoinette am Ende tatsächlich weg ist, hat Kürmann jedenfalls nicht entschieden. Und so bleibt er zurück mit der Frage, ob er nun wirklich frei sei – und die Zuschauerinnen und Zuschauer mit der Frage, was sie anders machen würden, wenn sie ihr Leben noch einmal leben könnten.

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