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Ein Vorgeschmack auf den Ruhestand – der wohl gar nicht so ruhig sein wird

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

24 Murmeln für die letzten zwei Jahre, die ich noch arbeite, jede Glaskugel verbunden mit einer Fragestellung im Hinblick auf das Alter. Das war meine Ausgangslage. Derzeit liegt die sechste Murmel auf meinem Schreibtisch, und alles hat sich etwas anders entwickelt als geplant.

Wie früher erwähnt, habe ich in den letzten Monaten gesundheitsbedingt nicht gearbeitet; demzufolge war ich öfters daheim und mit meinem nicht mehr berufstätigen Mann zusammen. Allerdings verbrachten wir die Zeit nicht mit Wandern und Campen, beim geselligen Zusammensein mit Freunden oder dem Besuch von Galerien und Museen; und selbst die Aussage, wir seien immer «daheim», trifft es nicht. Da auch mein Liebster sich in einer gesundheitlich unruhigen Phase befindet, war oft jeder Wochentag – durch ihn oder mich – mit einem Arzt- oder Therapiebesuch belegt.

Wir geniessen und schätzen die Zeit, die wir zusammen verbringen, sehr bewusst. Nun aber war es von einem Tag auf den anderen sehr viel mehr gemeinsame Zeit, und mir kamen die Bekenntnisse von Freundinnen und Kollegen in den Sinn, die von den Herausforderungen, die die Umstellung in den Ruhestand mit sich bringt, berichtet hatten.

Bestehende Strukturen fallen weg, Aufgaben müssen neu verteilt werden, die Zeit tickt anders. In einer Beziehung hat sich oft einer der Partner längst im häuslichen Leben eingerichtet, gekocht, eingekauft, seinen Lieblingsradiosender eingestellt und entschieden, wann gebügelt, gewaschen, Staub gewischt, die Wäsche morgens oder mittags gewaschen wird, im Garten Sellerie oder Rosen wachsen. Und plötzlich ist tagtäglich eine zweite Person da. Jemand, der Raum beansprucht, eigene Bedürfnisse einbringt, mitredet und mitbestimmt. Der Jazz satt Pop hören, Küchenchef sein oder gärtnern will, den Boden anders aufkehrt, der morgens ewig beim Frühstück rumtrödelt oder ständig Freunde bewirten will, der zu viel oder zu wenig tut, lässt, schwatzt, schweigt.

Wer kennt nicht jemanden, der von einer Frau weiss, die sich beklagt, dass der Mann nun daheim im Weg stehe und «alles nach seinem Kopf gehen müsse». Wem ist noch nie von Männern zu Ohren gekommen, die sich beschweren, dass die Frau, seit sie nicht mehr arbeite, weniger auf ihr Äusseres achte, und es ihm unbegreiflich sei, dass sie sich «andauernd» mit einer Freundin zum Kaffee treffe oder stundenlang telefonieren, baden oder stricken könne. Wer kennt nicht ein Paar – oder hat zumindest von einem gehört –, dessen Tagesinhalt sich nach der Rente aufs Fernsehen beschränkt, das nur noch als Paar zu haben ist oder kein anderes Thema kennt als die Altersgebresten und die «guten alten Zeiten».

Ich stelle mir diese Lebensetappe gerne anders vor, lustvoll und fröhlich, mit einer Prise Unbeschwertheit. Ich wünsche mir, diesen Abschnitt mit bereichernden Inhalten füllen zu dürfen. Welche neuen Fertigkeiten möchte ich erlernen, wie kann ich mein Wissen weitergeben? Wie vermeide ich Überaktivität und bin gleichzeitig achtsam, nicht einer Bequemlichkeit zu verfallen, die zu Nachlässigkeit im Äusseren, in der Ernährung, in der geistigen Entwicklung führt?

Einmal mehr ist angesagt, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, sich auszutauschen mit dem Partner, mit Freunden und Renten-Kundigen. Wie stelle ich mir – wie stellen wir uns – den zukünftigen Alltag vor? Welche Freiräume brauche ich, braucht mein Partner, wie strukturieren wir die Woche, wer übernimmt welche Aufgaben?

Natürlich können Pläne immer über den Haufen geworfen werden, wir wissen nicht, was das Leben bereithält. Gleichwohl kann ich versuchen, mich auf Neues vorzubereiten, Pläne schmieden, Ziele haben. Und selbst, wenn dann alles anders kommt, hat zumindest das Planen Spass gemacht. Wie Marie von Ebner-Eschenbach schrieb: «Und ich habe mich so gefreut!, sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?» Möglicherweise entdecken wir beim Entwerfen und Träumen in uns neue oder alte Sehnsüchte, lernen unbekannte Seiten an unserem Partner kennen. Wir bleiben im Dialog mit uns und unserem Liebsten und können uns auf das, was vor uns liegt, freuen. Denn wie bereits Eduard Mörike wusste: «Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut.»

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

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