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Ein Vulkanausbruch prägt die Welt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Am 10. April 1815 ist auf der indonesischen Insel Sumbawa der 4300 Meter hohe Vulkan Tambora ausgebrochen. Die Nachforschungen zeigten, dass dieser Vulkanausbruch einer der grössten war, den die Menschheit je erlebt hatte und der in den Folgejahren eine erhebliche und nachhaltige Klimaabkühlung bewirkte. Die Sprengkraft betrug rund 170 000 Atombomben von der Grösse der Bombe über Hiroshima. Die Explosion muss so heftig gewesen sein, dass man sie noch auf der rund 2000 Kilometer weit entfernten Insel Sumatra hören konnte.

Ungeheure Masse

Der riesige Vulkan, mit einem Basisdurchmesser von 60 Kilometer, wurde bis auf eine Höhe von 2800 Meter abgetragen. Das heisst, dass etwa 150 Kubikkilometer Gesteinsmasse fein pulverisiert in die Atmosphäre bis auf etwa 60 Kilometer Höhe geschleudert wurde. Man kann sich diese Masse kaum vorstellen. Müssten wir nur einen Würfel mit einem Kubikkilometer Inhalt (ein Kilometer Länge, ein Kilometer Breite und ein Kilometer Höhe) umwandern, bräuchten wir dazu eine Stunde Zeit …!

Neben den festen Teilchen gelangten noch viele Millionen Tonnen gasförmige Schwefelverbindungen in die Atmosphäre. Mit dem Wasserdampf zusammen kondensierten sie zu winzigen Aerosoltröpfchen. Die Staubteilchen und Tröpfchen breiteten sich durch Luftströmungen rund um die Erde aus, so dass auch ganz Mittel- und Südeuropa betroffen war.

Starke Abkühlungen

Es dauerte auch ein paar Jahre, bis diese Emissionen aus der Atmosphäre ausgewaschen waren. Der feine Staub, die Gas- und Aerosolteilchen reflektierten und streuten die Sonnenstrahlen, die so nicht mehr bis auf den Erdboden durchkamen, um diesen zu erwärmen. Vorübergehend veränderte sich das Klima dramatisch. In Europa gab es in den folgenden Jahren 1816 und 1817 starke Abkühlungen. Das Jahr 1816 ging sogar als «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte ein.

Die Böden waren in unserem Land und auch in den Nachbarländern im Juni gefroren, und es schneite noch bis ins Flachland. Danach regnete es im Juli und August fast pausenlos. Die ganzen Ernten verfroren oder verfaulten, und in Europa brach die grösste Hungersnot des 19. Jahrhunderts aus. Daran starben mehrere Tausend Menschen. In der Schweiz wurde der Notstand ausgerufen, und 3000 junge Bauern aus allen Landesteilen mussten auswandern, weil es für sie in unserem Land keine Zukunft mehr gab.

Der russische Zar Alexander I. schickte zwar der Schweiz Schiffe mit Korn in den Hafen von Genua. Das Korn kam aber bei uns nie an, weil die Transporte auf dem Weg in die Schweiz geplündert wurden. In Europa mussten wegen Hafermangel Tausende von Zugpferden notgeschlachtet werden. Als Folge davon standen alle Transportmittel, die von Pferden gezogen wurden (Pferdetrams, Kutschen, und so weiter) still.

Start der Industrialisierung

Aus der Not wurde Fortschritt! In dieser Situation baute Karl von Drais 1817 in Karlsruhe mit der «Draisine» ein neues Fortbewegungsmittel. Es galt als Vorgänger unseres Fahrrades. Es gab auch «vierrädrige Draisinen», mit denen man sich auf Schienen weiterbewegen konnte. In den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts entwickelte dann Georges Stephenson in England die erste dampfbetriebene Lokomotive als Zug- und Fortbewegungsmittel.

Dampfmaschinen wurden auch als Antriebsaggregate in der Industrie eingesetzt. Das war der Start zur Industrialisierung, die uns in den letzten 200 Jahren grossen Wohlstand brachte. Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung und damit dem Eintragen von Kohlendioxid in die Atmosphäre gehen wir heute einer Klimaerwärmung entgegen. In dieser neuen Problematik frägt man sich, wie ein vergleichbarer «Tambora-Ausbruch» sich heutzutage auswirken würde?

Mario Slongo ist der ehemalige DRS- Wetterfrosch. Einmal im Monat erklärt er in den FN spannende Naturphänomene. Alle Beiträge können unter www.freiburger-nachrichten.ch, Dossier «Wetterfrosch» nachgelesen werden.

Auf der Karte sieht man oben im gleichen Massstab den Vesuv bei Neapel als Grössenvergleich zum Tambora. Bilder Wikipedia

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