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Ein Wagnis für ein Amateurtheater

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Es sei nicht etwa so, dass sie Rollen besonders gerne doppelt besetze, sagt Regisseurin Stephanie Aebischer und nimmt damit einen Gedanken vorweg, der dem treuen Publikum der Deutschfreiburgischen Theatergruppe (DFTG) kommen könnte. Am Freitag feiert das Ensemble Premiere mit Henrik Ibsens «Nora». Beim Blick ins Programmheft fällt auf: Die Hauptrolle der Nora Helmer ist mit zwei Schauspielerinnen, Danielle Kradolfer und Rachel Müller, besetzt. Das weckt Erinnerungen an die letzte Inszenierung der DFTG: 2013 zeigte die Gruppe Kishons «Es war die Lerche», ebenfalls unter der Regie von Stephanie Aebischer–und ebenfalls mit geteilten Hauptrollen.

«Dieses Jahr wollte ich das eigentlich nicht», so Aebischer gegenüber den FN. Doch dann hätten ihr die beiden Schauspielerinnen schon bei der ersten Leseprobe einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Da kamen diese beiden tollen Frauen, und beide lasen eine so tolle Nora, dass ich keiner absagen wollte.»

Der Stolz der Regisseurin

Dass sie die Rolle teilen müssen, ist weder für Danielle Kradolfer noch für Rachel Müller ein Problem. Im Gegenteil: «Ich war froh darüber», sagt Kradolfer, «denn die Rolle ist mit zwei Stunden Bühnenpräsenz und viel Text sehr intensiv.» Zudem entspreche die Aufteilung genau ihren Persönlichkeiten, fügt Müller an. Ihr selber liege der zweite, düsterere Teil, während ihre Kollegin für den ersten, fröhlicheren Teil prädestiniert sei. Trotzdem gibt Danielle Kradolfer zu, dass es sie ein bisschen gereizt hätte, sich am zweiten Teil zu versuchen. Und: «Ich bin etwas neidisch auf Rachels Liebesszenen: Sie hat zwei, ich gar keine.»

Insgesamt kann Stephanie Aebischer auf ein siebenköpfiges Ensemble zählen. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler haben bereits bei der DFTG oder in anderen Theatergruppen gespielt. Die Regisseurin ist sichtlich stolz auf ihre Truppe: «Ich bin begeistert», schwärmt sie. «Sie machen das so gut, dass ich manchmal jeden Einzelnen um seine Rolle beneide.» Das Lob ist umso wertvoller, als Aebischer genau weiss, was sie dem Ensemble abverlangt: Für ein Amateurtheater sei die «Nora» sehr anspruchsvoll, sagt sie. Trotzdem habe sie sich für das Wagnis entschieden. «Es ist einfach ein schönes Stück mit schönen Rollen, und es spielt erst noch in der Vorweihnachtszeit.»

 Dass die DFTG dieses Jahr ein schwereres Stück spielt als üblich, ist auch den Schauspielern recht. Thomas Aeppli, der den Doktor Rank spielt, sagt: «Ich finde es gut, dass es für einmal keine Komödie ist, wie Laientheater sie üblicherweise spielen. Eine Tragödie zu spielen, ist für das Ensemble eine Chance.» Eine Chance, aber auch eine Herausforderung, wie sich laut Regisseurin Stephanie Aebischer während der Proben immer wieder zeigte: «Alle hatten ihre Momente der Krise, aber die gehören bei diesem Stück dazu.» Am Ende seien nicht nur die einzelnen Schauspieler, sondern auch die Gruppe als Ganzes an den Schwierigkeiten gewachsen. «Dass wir uns alle gut verstehen, hilft sehr», sagt Rachel Müller. So könne man Probleme zusammen lösen undbeim gemeinsamen Lachen derSchwere des Stücks entfliehen. So bereichernd die Probenarbeit auch war: Jetzt sei es Zeit, dass es losgehe, darin sind sich alle einig. Stephanie Aebischer: «Wir sind bereit. Jetzt muss dieses Stück gespielt werden.»

Kellerpoche, Samaritergasse 3, Freiburg. Premiere: Fr., 14. November, 20 Uhr. Weitere Aufführungen: 15., 21., 22., 23., 28., 29. und 30.11. sowie 3., 5., 6. und 7.12. Mi., Fr. und Sa. 20 Uhr, So. 17 Uhr. Reservationen bei Freiburg Tourismus: 026 350 11 00. Infos: www.dftg.ch.

Das Stück: Noras Flucht aus dem Puppenheim

D as Stück «Nora oder Ein Puppenheim» des norwegischen Autors Henrik Ibsen wurde 1879 in Kopenhagen uraufgeführt. Es handelt von den Eheleuten Nora und Torvald Helmer, die mit ihren drei Kindern ein gutbürgerliches Leben führen. Alles scheint in Ordnung, bis Rechtsanwalt Krogstad auftaucht und versucht, Nora mit einem gefälschten Schuldschein, den sie einst ausgestellt hat, zu erpressen. Torvald reagiert mit schweren Vorwürfen, obwohl Nora das Darlehen damals seinetwegen aufgenommen hat. Da erkennt sie, dass er sie niemals ernst genommen hat, und beschliesst, Mann und Kinder zu verlassen.

Bei der DFTG spielen in dem Stück mit: Danielle Kradolfer, Rachel Müller, Bernhard Wolfer, Corina Schwarz, Oliver Stärkle und Thomas Aeppli. Elisabeth Kuhl sorgt für die Musik. cs

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