Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Weihnachtsoratorium fordert Ausdauer

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Nicola Antonio Porpora: Auch interessierten Hörern von Barockmusik ist der Name nicht ohne weiteres ein Begriff. Ein Jahr jünger als Bach und Händel, überlebte er diese um mehr als zehn Jahre. Zu Lebzeiten war er nicht nur als Komponist, sondern auch als Gesangslehrer bekannt. Geboren in Neapel, zog er, wie viele andere Komponisten seiner Zeit, von Hof zu Hof, um dort seine Werke anzubieten. In Dresden entstand 1748 das Weihnachtsoratorium «Il Verbo in carne», das am Sonntagabend auf dem Programm des zweiten Adventskonzertes in Villars-sur-Glâne stand.

Vielseitiges Orchester

Mit dem Oratorium wagten sich die Organisatoren auf Spuren abseits der berühmten Barockkomponisten. Damit bot das Konzert eine sich lohnende Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken. Entstanden im ausgehenden Barock, ist das Werk noch ganz vom spätbarocken Klang geprägt. Dabei erinnerte es aber mit seinem tänzerischen Stil eher an französische oder englische Komponisten als an die temperamentvolle italienische Musik von Vivaldi oder Albinoni.

Das Basler Kammerorchester unter der Leitung von Konzertmeister Riccardo Minasi erzeugte mit seinen historischen Instrumenten einen hellen und vielseitigen Klang. Unerwartet kippte das Orchester zwischendurch vom tänzerischen Dur ins melancholische Moll und wieder zurück. Speziell schön waren die Orchesterstücke, in denen weitere Instrumente die Streicher und den Generalbass verstärkten. So sorgten in den Pastoralmusiken zarte Traversflöten und schmetternde Hörner für die Hirtenstimmung. Im zweiten Teil des Werkes begleitete ein Salterio, eine Art Hackbrett, im Wechsel mit gezupften Streichinstrumenten eine Arie. Ein Klang, der in der Barockmusik nicht alle Tage zu hören ist. Dieses Stück gehörte zu den berührendsten Momenten des Werkes.

Einen positiven Eindruck hinterliessen auch die fünf Sänger. Speziell beeindruckte Martin Vanberg mit seinem warmen Tenor, ebenso Bass Marc-Olivier Oetterli, der leider nur zweimal zum Einsatz kam. Die Stimme von Countertenor Terry Wey klang zu Beginn etwas schmal. Sopranistin Roberta Invernizzi, zu Beginn etwas streng, kam mit Dauer des Konzertes besser in Fahrt. Mit einer warmen Stimme überzeugte Sopranistin Miriam Feuersinger, welche die erkrankte Nuria Rial ersetzte. Auffällig war, wie gut Orchester und Sänger die musikalischen Phrasen herausarbeiteten. Die Vokalstimmen kamen vor allem in den solistischen Abschnitten vor den Schlussakkorden besonders zur Geltung.

Mitreissende Rezitative

Immer wieder bot das Oratorium beeindruckende Momente. Mit zunehmender Dauer zeigte sich aber auch die Schwäche des Werkes: Nicola Antonio Porpora setzte die musikalischen Ausdrucksmittel spärlich ein. Mit fortschreitender Dauer begannen sich deshalb die Arien musikalisch immer mehr zu gleichen. Positive Akzente setzten dagegen die Rezitative, also die typisch barocke Form des erzählenden Sprechgesangs, die musikalisch oft nicht sehr attraktiv ist. In diesem Oratorium hingegen riss das Orchester das Publikum mit knallenden Akkorden und wechselnden Harmonien mit. Etwas, was bei Rezitativen doch eher selten geschieht. Ebenfalls positiv stachen die Stücke hervor, in denen sich die Sänger zum Terzett, Quartett oder gar Quintett zusammenfanden. So wurde etwa der Schlusschor durch sein Temperament und seine rhythmischen Gegensätze zu einem fulminanten Finale. Gerne hätte man noch mehr von diesen Stücken gehört.

Dankbares Publikum

Es ist schön, haben es die Organisatoren gewagt, ein unbekannteres Werk auf das Programm der Adventskonzerte zu setzen. Es zeigte sich aber auch, warum das zweieinhalbstündige Oratorium nicht die gleiche Popularität erreicht wie andere Barockwerke. Es erinnert zuweilen an ein 1000-seitiges Buch, das man zwar gerne gelesen hat, an das man sich aber später nur noch verschwommen zurückerinnert. Anbieten würde sich da eine Aufführung in Auszügen. Denn die Musiker brachten eine hervorragende Leistung. Dementsprechend verdient waren die stehenden Ovationen, mit denen das Publikum in der Pfarrkirche von Villars-sur-Glâne die Musiker verabschiedete.

Mehr zum Thema