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Ein Wermutstropfen im Siegestaumel

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Nein, gar nicht», antwortet Emanuel Waeber am Sonntagmorgen auf die Frage, ob er aufgeregt sei. Schon fast entschuldigend fügt er an: «Vor vier Jahren war ich nervöser, obwohl ich weniger Chancen hatte. Ich weiss auch nicht warum.» Tatsächlich ist dem 57-jährigen Betriebsökonomen, der für den Ständerat wie auch für den Nationalrat kandidiert, kaum etwas anzumerken. Keine dunklen Augenringe, die von einer schlaflosen Nacht zeugen, keine fahrigen Bewegungen. Auch von seinen Traditionen lässt sich Waeber an diesem Morgen nicht abhalten: Wie oft am Wochenende ist als erstes eine Runde Jogging angesagt. Während er über die Wege seines Wohnorts St. Antoni und vorbei an farbigen Wäldern und wiederkäuenden Kühen rennt, erzählt er von der starken SVP-Liste, von möglichen Chancen und vom fairen, aber doch anstrengenden Wahlkampf. «Ich bin froh, ist es heute vorbei», sagt er. Und als er kurz verschnaufen muss, ergänzt er: «In den letzten beiden Wochen bin ich nicht einmal dazu gekommen, joggen zu gehen.»

 

 Nach einer Dusche macht sich Emanuel Waeber gemeinsam mit seiner Frau Madeleine auf an den Brunch der Musikgesellschaft St. Antoni im Pfarreizentrum–ein Anlass, an dem das Ehepaar seit Jahren teilnimmt. An Waebers Kinn ist eine rote Stelle zu erkennen. «Ich habe mich beim Rasieren geschnitten. Vielleicht bin ich doch etwas nervös», erklärt er lachend. Zwischen Rösti, Spiegeleiern und Zopf ist Waeber in seinem Element. Überall grüsst er, schüttelt Hände, spricht über den möglichen Wahlausgang, nimmt ermunternde Worte entgegen. Ein erstes Mal auf sein iPad schaut er kurz nach Mittag, als die Waebers wieder in ihrem Zuhause eingetroffen sind. 27 Gemeinden sind schon ausgezählt, hinter Beat Vonlanthen und Christian Levrat folgt Emanuel Waeber. «Jacques Bourgeois wird mich schon noch überholen», sagt er. Dabei schwingt eine leise Hoffnung mit, dass es doch nicht so sein könnte, dann drückt er auf «aktualisieren».

 

 Nach einem Besuch im Sensler Museum, bei dem Waeber sich voll auf das abenteuerliche Leben von Jakob «Zaaggi» Lauper konzentriert und kein einziges Mal nach den neuesten Ergebnissen fragt, trifft das Ehepaar Waeber gegen 15 Uhr im Forum Freiburg ein. Inzwischen ist klar: Levrat und Vonlanthen bilden die Spitze, dahinter folgen Bourgeois und Waeber. Dennoch ist die Stimmung am Stand der SVP freudig erregt. Erste Resultate aus anderen Kantonen sind bekannt, und die Hochrechnungen verheissen Gutes. Auch bei den Nationalratswahlen im Kanton Freiburg mehren sich die ausgezählten Gemeinden. «27 Prozent für die SVP»–«das ist ja enorm»–«as chunt guet» ist von verschiedenen Seiten zu hören. Während sich der zweite Nationalratssitz für die SVP immer deutlicher abzeichnet, bleibt Waeber angespannt: Nur wenige Hundert Stimmen liegen zwischen ihm und dem zweitplatzierten SVP-Kandidaten Pierre-André Page.

 

 Viel Zeit um nachzudenken hat Waeber nicht. Oben in der Wahlhalle wartet auf unzählige Fragen von Fernseh-, Radio- und Printjournalisten. Während Waeber all die Fragen zu seiner Ständeratskandidatur beantwortet, vergrössert sich der Abstand zu Page zusehends. «Das reicht mir wohl nicht mehr», konstatiert Waeber. Zurück am SVP-Stand beginnt erneut das Warten. «Das ist schon etwas mühsam», sagt er einmal. Während einige seiner Kollegen den zweiten Sitz schon feiern wollen, warnen andere: «Wartet die Stadt Freiburg ab.» Für Waeber sind die Stimmen der Städter aber nicht nur eine Gefahr; sie sind auch die letzte Chance, um ihn auf den zweiten Platz zu hieven. Bevor das Resultat fällt, wird Waeber wieder nach oben zitiert, die Journalisten warten mit den nächsten Fragen. Sein Hauptziel sei der zweite SVP-Sitz, wiederholt Waeber immer und immer wieder. Ganz verbergen kann er seine Enttäuschung aber nicht, als die definitiven Resultate bekannt werden: 925 Stimmen liegt Waeber hinter Pierre-André Page. «Ja, es ist ein Wermutstropfen», sagt er schliesslich. Wenig von Wermut zu spüren ist hingegen, als Waeber Page gratuliert. Das Lachen wirkt ehrlich, der Händedruck herzlich. Dann holt sich Waeber, der bis anhin hauptsächlich Wasser getrunken hat, ein Bier und stösst mit seinen Kollegen inmitten der zusammenpackenden Standbetreiber auf den Sieg an.

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