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Ein Wettbewerb für wenige

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Im November 2010 fand die Einweihung des neuen Gebäudes der Berufsschule im Freiburger Altquartier statt. Doch nun zeigt sich: Es fehlt bereits wieder an Räumen für die Ausbildung der Lehrlinge. Weil die Vereinigung des kantonalen Berufsbildungszentrums (VKBZ) trotz langer Suche kein Land für ein neues Gebäude gefunden hat (siehe auch Kasten), geht sie neue Wege: Sie hat einen Wettbewerb für das neue Gebäude ausgeschrieben, an dem nur Globalunternehmen teilnehmen können, die auch gleich das nötige Land mitbringen.

«Den besten Planer»

Beat Dobmann, Präsident des Berufsverbands Swiss Engineering, zeigt sich erstaunt über die Ausschreibung: «Ich habe noch nie gehört, dass ein Generalunternehmer auch das Land mitbringen musste.» Und er kritisiert: «Das schliesst all jene Anbieter aus, die kein Land besitzen.» Er fragt sich aber auch, ob es für den Bauherrn die ideale Lösung sei: «Er will doch eigentlich den besten Planer, nicht jenen mit den grössten Landreserven.»

«Neuer Denkansatz»

David Sansonnens von der Vereinigung des kantonalen Berufsbildungszentrums stellt klar: «Wir bewerten im Wettbewerb das Land mit 40  Prozent, es ist also nicht ausschlaggebend.» Das Bauprojekt für das Gebäude müsse alle Vorgaben erfüllen. «Das Terrain sticht das Bauprojekt nicht aus.»

Er sieht das Vorgehen der Vereinigung als «neuen Denkansatz für die Entwicklung von Bauprojekten». Die Vereinigung stelle sich damit der Tatsache, dass sie einfach kein Land finde. Er betont, dass das Vorgehen gesetzeskonform sei.

Das zieht Stefan Cadosch in Zweifel. Der Präsident und Geschäftsführer des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) sagt: «Man darf sich fragen, ob es nicht marktverzerrend ist, wenn der Globalunternehmer das Land mitbringen muss.» Denn ein grosser Teil der Teilnehmer werde dadurch ausgeschlossen. «Faktisch steht der Wettbewerb so nur noch zwei, drei Teilnehmern offen.» Das Vergaberecht verlange hingegen, dass der Zugang zu einem Wettbewerb grundsätzlich allen Marktteilnehmern offenstehe.

Cadosch kritisiert auch, es sei nicht fair, wenn die Vereinigung die Suche nach Land delegiere. Und er fragt: «Muss dann der Globalunternehmer mit einem Spekulanten zusammenarbeiten, der Land gehortet hat?»

Unfruchtbare Suche

Gemeinden wollen keine Schulen

Die Vereinigung des kantonalen Berufsbildungszentrums hat während Jahren im Raum Grossfreiburg und entlang den Hauptachsen des öffentlichen Verkehrs nach einem Stück Land gesucht, das sich für ein neues Gebäude der Berufsschule eignet. Das Land muss in der Industrie- oder in der gemischten Zone liegen, da die Lehrlinge in den praktischen Kursen auch handwerklich tätig sind.

Verträge mit Verpflichtung

Die Vereinigung hat einige Parzellen gefunden. Doch meist war der Kaufvertrag an eine Verpflichtung gebunden: Der Eigentümer wollte das Land nur verkaufen, wenn er auch gleich das Gebäude darauf bauen konnte. Für einen privaten Käufer ist das kein Problem. Die Vereinigung des kantonalen Berufsbildungszentrums ist aber eine öffentliche Körperschaft und muss die Arbeiten – wie den Bau eines neuen Schulgebäudes – ausschreiben. Darum kann sie Kaufverträge mit solchen Verpflichtungen nicht eingehen.

Ab und zu hat die Vereinigung auch Land gefunden, das einer Gemeinde gehörte. «Die Gemeinden sagten uns aber klar, dass sie keine Schule wollten, da eine solche keine Steuern zahle», sagt David Sansonnens von der Vereinigung des kantonalen Berufsbildungszentrums. Die Gemeinden wollten in ihren Industriezonen nur Steuern zahlende Unternehmen ansiedeln. «Wir sind wirtschaftlich gesehen für Gemeinden uninteressant.»

Nichts Bestehendes

Die Vereinigung hat auch nach bereits bestehenden Gebäuden gesucht, die sich als Ausbildungsstätte eignen würden. Auch hier: Fehlanzeige im Grossraum Freiburg.

njb

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