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Ein Wiedersehen nach 19 Jahren

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Martin Lengen und Frédéric Chassot, in der Saison 1996/97 waren Sie Teamkollegen beim NLA-Verein Sion. Was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie an diese Zeit zurückdenken?

Martin Lengen (Trainer SC Düdingen):Sion war zu dieser Zeit das Hollywood des Schweizer Fussballs. Es standen mindestens 40 Spieler im Kader, fast jeden Tag kam ein neuer aus dem Ausland dazu. Ich kann mich nicht daran erinnern, alle Fussballer gekannt zu haben. Wir brauchten mehrere Kabinen, damit sich alle gleichzeitig umziehen konnten. Sion war zu dieser Zeit eine wirklich coole Adresse. Für mich als Walliser war es etwas ganz Besonderes, bei Sion spielen zu dürfen. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich damals gar der einzige Oberwalliser im Team.

Frédéric Chassot (Trainer FC Freiburg):Es waren die besten Jahre des FC Sion. Wir hatten eine sehr grosse Mannschaft und gewannen in jenem Jahr das Double mit Cup und Meisterschaft. Auch für mich persönlich war es eine erfolgreiche Zeit als Spieler der Nationalmannschaft.

 

 Christian Constantin war schon damals Präsident des FC Sion und hat schon damals die Geister gespalten …

Lengen: Constantin lebt für seinen Verein und verteidigt ihn bis zum Letzten, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt–auch vor Gericht, wenn es sein muss. Damit eckt er häufig an, aber das nimmt er in Kauf. Ich erinnere mich noch, wie er 1997 vor dem Europacup-Spiel in Moskau die Grösse der Tore nachgemessen und Protest eingelegt hat. Dafür wurde er belächelt, aber er bekam recht, wie so oft. Ohne Constantin würde es den FC Sion nicht mehr geben. Etwas Stabilität würde dem heutigen Team allerdings guttun.

Chassot:Christian ist ein guter Freund von mir. Ihm ist absolut egal, was die Leute und die Medien von ihm halten. Ich habe 15 Jahre mit ihm in den unterschiedlichsten Funktionen zusammengearbeitet, und ich kann nur Positives berichten. Er ist ein grosser Arbeiter mit hohen Ambitionen. In seinen 15 Jahren als Präsident hat er mit Sion neun Titel gewonnen, das ist eine stolze Bilanz.

 

 Welches war das tollste Erlebnis, das Sie gemeinsam beim FC Sion erlebt haben?

Lengen: Für mich waren es die Partien der Champions-League-Qualifikation gegen Galatasaray. In Istanbul vor 50 000 Zuschauern aufzulaufen war sehr eindrücklich und machte mich sehr stolz.

Chassot: Ich habe mit Sion sechsmal den Cup und einmal die Meisterschaft gewonnen, das waren alles magische Momente. Besonders gerne erinnere ich mich an das Europacup-Spiel in Liverpool, bei dem ich zwei Tore erzielte.

 

 Was war Ihr Mannschaftskollege damals für ein Spielertyp?

Lengen: Fredy war ein sehr starker Stürmer, flink und mit viel Spielwitz. Mit sei- ner Schnelligkeit und seinen Dribblings hat er einem das Leben schwer gemacht.

Chassot: Tinu war ein grosser Arbeiter, aggressiv und unnachgiebig im Zweikampf. Neben dem Platz war er ein ruhiger Typ, manchmal vielleicht sogar zu ruhig.

 

 Viele Fussballer sind bekannt dafür, dass sie abergläubisch sind und Marotten haben. Welche waren die Ihren?

Lengen:In meinen Anfangstagen in der NLA bin ich immer als Letzter auf den Platz gelaufen. Später als Teamcaptain ging das allerdings nicht mehr, da musste ich immer als Erster rauf.

Chassot:Ich habe nie so Marotten gehabt. Ich hatte ganz einfach keine Lust, mir alle zwei Wochen ein neues Ritual ausdenken zu müssen, weil sich das vorherige bei der letzten Niederlage als untauglich herausgestellt hat. Ich bin nicht abergläubisch.

Welcher Fussballer hat Sie in Ihrer Karriere am meisten geprägt?

Lengen:Der Schwede Robert Prytz, mit dem YB 1996 Meister wurde, war ein grandioser Typ. Als Junior konnte ich damals viel von ihm profitieren. Fussballerisch hat mich auch Admir Smajic geprägt, er war später auch kurz mein Trainer.

Chassot: Der Holländer Marc Overmars von Ajax Amsterdam war immer mein Vorbild. Wir praktizierten einen ähnlichen Spielstil, er allerdings viel besser als ich. Mit der Nationalmannschaft durfte ich gegen Argentiniens Maradona und Brasiliens Socrates spielen. Das war beeindruckend.

 

 Und welcher Trainer hat Sie besonders beeinflusst?

Lengen: Martin Trümpler hat mich insofern geprägt, als er mich zu YB holte und mein erster NLA-Trainer war. Mar-co Schällibaum beeindruckte mich mit seinem Trainingsaufbau und seiner Winner-Mentalität. Man nimmt von jedem Trainer etwas mit.

Chassot: Alberto Bigon, mit dem wir in Sion 1996/97 das Double gewannen. Seine Ruhe und seine Ausgeglichenheit, sein Auftreten in den Vestiaires, sein taktisches Gespür, das hat mich alles sehr beeindruckt.

 

 Wie würden Sie sich als Trainer beschreiben?

Lengen:Ich bin ehrgeizig, verliere nicht gern. Ich bin sehr fordernd, gebe aber auch viel zurück. Die menschliche Seite ist mir wichtig, ich habe für jeden Spieler ein offenes Ohr.

Chassot: Ich bin ein leidenschaftlicher Trainer. Jeder Spieler darf bei mir Fehler machen, ich kann aber nicht akzeptieren, wenn jemand nicht volles Engagement zeigt. Da werde ich fuchsteufelswild.

 

 Gibt es etwas, worum Sie Ihren Trainerkollegen beneiden?

Lengen:Nein, ich habe in Düdingen alles, was es braucht: ein tolles Umfeld, ein cooles Stadion und super «Giele» im Team.

Chassot: Ich hätte auch gerne ein solches Budget zur Verfügung wie Martin beim SCD.

 

 Wie sind Sie mit den sportlichen Leistungen Ihres Teams bisher zufrieden?

Lengen:Punkto Leistung und Einsatz kann ich dem Team keinen Vorwurf machen. Aufwand und Ertrag stimmen aber nicht überein. Die letzten beiden Spiele hätten wir gewinnen können, herausgeschaut hat aber nur ein Punkt. Das hinterlässt eine zwiespältige Bilanz.

Chassot: Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Wir sind bisher schlecht bezahlt worden, haben in der Schlussphase blöde Tore erhalten und dadurch Punkte verschenkt. Allerdings durfte man nach den vielen Wechseln im Sommer nicht erwarten, dass gleich alles bestens funktioniert.

 

 Was muss morgen im Derby und in den nächsten Wochen besser werden?

Lengen:Es fehlen eigentlich nur noch die Punkte. Dazu müssen wir unsere Chancen rigoroser ausnutzen, ohne in der Defensive nachzulassen.

Chassot: Wir müssen seriös weiterarbeiten und Geduld haben. Sobald sich das Team richtig gefunden hat, wird sich auch der Erfolg einstellen.

 

 Welchen Spieler vom anderen Team hätten Sie gerne in den eigenen Reihen?

Lengen:Ich habe diese Saison noch zu wenig nach Freiburg geschielt. Aber Manuel Kanté hat mich in den letzten Jahren als Innenverteidiger oftmals beeindruckt.

Chassot: Da gibt es acht oder neun Düdinger Spieler, die ich gerne in meinem Team hätte. Ich werde aber nicht verraten welche, sonst treibt das ihren Preis in die Höhe, wenn wir sie eines Tages nach Freiburg holen wollen.

 

 Ihre Mannschaft gewinnt heute das Derby, weil …

Lengen:… wir unsere positive Serie gegen Freiburg fortsetzen wollen und die drei Punkte dringender brauchen als sie.

Chassot:Wir gewinnen das Derby nur, wenn der Bus des SCD auf dem Weg nach Freiburg eine Panne hat. Schaffen es die Düdinger irgendwie ins St. Leonhard, dann wird es richtig schwer für uns. Sie sind in der Tabelle vor uns klassiert und klare Favoriten.

«Wir gewinnen das Derby nur, wenn der Bus des SCD auf dem Weg nach Freiburg eine Panne hat.»

Frédéric Chassot

Trainer FC Freiburg

«Es gibt acht oder neun Düdinger Spieler, die ich gerne in meinem Team hätte.»

Frédéric Chassot

Trainer FC Freiburg

«Früher bin ich immer als Letzter auf den Platz gelaufen.»

Martin Lengen

Trainer SC Düdingen

Die beiden Teams werden sich auch morgen nichts schenken. Bild ce/aFrédéric Chassot. Bild ca

1.-Liga-Derby: Der FC Freiburg unter Siegeszwang

Beinahe vier Jahre ist es her, seit der FC Freiburg zum letzten Mal gegen den SC Düdingen gewonnen hat. 2:0 setzten sich die Pinguine am 26. Mai 2012 auf dem Birchhölzli durch. Der letzte Sieg im heimischen St. Leonhard liegt gar noch weiter zurück: Er datiert vom 9. August 2008. Für die Freiburger, die gerne für sich in Anspruch nehmen, die Nummer eins des Kantons zu sein, ist dies wahrlich keine berauschende Statistik.

Morgen Sonntag bietet sich den Schwarz-Weissen eine erneute Gelegenheit, das lange Warten auf den ersten Heimsieg gegen den SCD zu beenden (15 Uhr, St. Leonhard). Die Vorzeichen stehen allerdings nicht sehr günstig: Nach vier Partien liegt Freiburg mit zwei Punkten auf dem zweitletzten Tabellenplatz. Wollen die Saanestädter den Anschluss an die anderen Teams nicht verlieren, müssen sie gegen Düdingen punkten.

Spielerisch vermochten die Freiburger phasenweise gut mitzuhalten, auch wenn ihnen momentan noch die Leader fehlen. Am Ende wurden sie für ihren Aufwand aber doch schlecht belohnt: Gegen La Sarraz-Eclépens kassierten die Pinguine den Ausgleich in der letzten Spielminute, in Naters fiel der entscheidende Treffer zur 1:2-Niederlage in der 86. Minute.

«Umkämpft und spannend»

«Freiburg hat auch gegen Tabellenleader Stade-Lausanne-Ouchy und gegen Carouge sehr gut mitgehalten und nur knapp verloren», warnt SCD-Trainer Martin Lengen davor, den morgigen Gegner zu unterschätzen. «Es ist eine sehr gute Mannschaft, und sie wird alles daran setzen, wieder einmal gegen uns zu gewinnen.» Er erwarte ein umkämpftes und spannendes Spiel, sagt Lengen. «So wie beim letzten Duell, als wir auf dem Birchhölzli 4:2 gewonnen haben, die Partie aber viel ausgeglichener verlaufen war, als es das Resultat vermuten liesse.» ms

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