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Ein Winner gegen die angekratzte Moral

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Die Vita Dominik Granaks beeindruckt. In jeder Liga, in der der Slowake gespielt hat, wurde er Meister: 2003 in Tschechien mit Slavia Prag, 2009 in Schweden mit Färjestad, 2012 und 2013 mit Dynamo Moskau in der KHL. Granak ist es sich gewohnt, eine tragende Rolle innezuhaben. Zuletzt in Linköping wurde ihm diese indes nicht zugestanden. «Das Problem war nicht einmal die fehlende Eiszeit», erklärt Granak, «vielmehr war es die ganze Situation. Einmal spielte ich als linker Verteidiger, dann wieder als rechter, und das, ohne je einen fixen Partner zu haben. So war es schwierig für mich, meinen Platz im Team zu finden.» Erschwert wurde ihm der Einstieg bei den Schweden auch deshalb, weil er erst nach Saisonbeginn zu Linköping gestossen war. Nachdem Granak bereits Ende der letzten Saison–damals noch für Dynamo Moskau spielend–wegen Rückenproblemen einige Partien verpasst hatte, zog es der 31-jährige Slowake vor, eine vollständige Genesung zu priorisieren und erst einen Vertrag zu unterzeichnen, sobald er wieder zu einhundert Prozent fit sein würde. Im Oktober manifestierte der aktuell Viertplatzierte der Svenska Hockeyligan am meisten Interesse, weshalb sich Granak schliesslich für Linköping entschied. Es sollte nur ein kurzes Gastspiel werden. «Am 31. Dezember hörte ich zum ersten Mal von Freiburg. Drei Tage später war der Wechsel eine beschlossene Sache, auch wenn mich Linköping behalten wollte. Ich denke aber, dass es so besser für beide Seiten ist.»

Lintners Empfehlung

So kommt es, dass der redegewandte Granak unplanmässig eine neues Land entdecken kann. «Die Schweizer Liga hat mich schon immer interessiert. Ich hatte gehofft, dereinst hier spielen zu können.» Gerüchten zufolge war im Sommer der SC Bern an einem Engagement des Slowaken interessiert. «Davon habe ich gehört. Gesprochen habe ich aber nie mit jemandem.» Als er nun das Angebot von Gottéron auf dem Tisch hatte, holte er Informationen bei einem gewissen Richard Lintner ein. Dieser hatte von 2004 bis 2006 für die Freiburger verteidigt und wusste seinem Landsmann nur Gutes von Freiburg zu berichten. «Er hat mir gesagt, dass er die Zeit hier sehr genossen habe und dass er, hätte er nicht eine lukrativere Offerte aus Schweden erhalten, so lange wie möglich in Freiburg geblieben wäre.»

Dass die Situation bei Gottéron momentan keine einfache ist, habe keinen Einfluss auf seine Wahl gehabt. «Das ist eine Herausforderung. In den letzten Jahren war die Mannschaft erfolgreich. Das Potenzial, gutes Eishockey zu spielen, ist da. Für mich war das Interesse wichtiger als eine Platzierung.»

Läufer und Passgeber

Dass Granak die Fähigkeiten hat, um die löchrigste Defensive der Liga zu stopfen, zeigt ein Blick auf seine Karriere-Statistiken. So gut wie überall, wo er tätig gewesen war, verzeichnete er eine positive Plus-Minus-Bilanz. Er sei nicht ein Defensiv-Verteidiger, beschreibt sich der Slowake selbst. «Ich bin nicht der Grösste (Red.: 182 Zentimeter) und spiele nicht physisch. Meine Stärken liegen im Laufen und beim Passspiel.»

Seine fehlenden Zentimeter seien auch der Grund, weshalb er nie für die NHL berücksichtigt worden sei. «Als ich 18 Jahre alt war, wurden grosse, kräftige Spieler vorgezogen. Mit zwanzig bestritt ich meine erste WM. Wir hatten damals eine wirklich gute Mannschaft mit solch renommierten Spielern wie Zdeno Chara, Marian Hossa oder Marian Gaborik und ich zeigte gute Leistungen. Es war eine Chance, entdeckt zu werden. Das war aber nicht der Fall.» Bedauern tut er dies nicht wirklich. «Sicher, hätte ich die Chance erhalten, hätte ich es versucht. Jeder würde gerne in der NHL spielen. Aber ich bin mir im Klaren darüber, dass der Spielstil, den ich pflege, eher dem europäischen Hockey entspricht, auch wenn in Übersee heutzutage ähnlich gespielt wird.»

Der Trubel Moskaus

In Russland konnte Granak seine Stärken voll ausspielen. Gleich zweimal wurde er in der qualitativ hochstehenden KHL zum Verteidiger des Monats gewählt. 2013 trug er mit neun Skorerpunkten in den Playoffs und der besten Plus-Minus-Statistik aller Teams massgeblich zum Gewinn des Gagarin-Cups, des KHL-Titels, bei. «Ich habe die Zeit bei Dynamo genossen», blickt Granak zurück. Und dennoch war ihm nach vier erfolgreichen Jahren nach einer Luftveränderung. «Ich war des russischen Lebensstils etwas überdrüssig.» Der Start in die KHL sei immer hart, weil dort fast nur russisch gesprochen werde. «Für mich als Slowaken war das kein allzu grosses Problem, weil meine Sprache der russischen ähnlich ist. Aber die Russen sind so abergläubisch. Wenn es läuft, wird nichts verändert. Vorbereitungsturniere, Trainings–alles blieb immer gleich. Ich hatte genug davon.»

Dass er stets gut behandelt worden sei, habe nichts daran geändert. «Bevor ich bei Moskau unterschrieben hatte, hatte ich viele üble Geschichten gehört. Aber ich hatte Glück. Der Klub und das Team waren toll. Und mit Oleg Snarok (Red.: heute Russlands Nationaltrainer) hatte ich einen grossartigen Mann als Coach. Aber Moskau ist eine riesige Stadt mit inoffiziell über 15 Millionen Einwohnern, in der ich mich nicht mehr wohlgefühlt habe. Es gab kaum eine Möglichkeit, dem Trubel zu entkommen.» Der Abschied von Russland und Dynamo sei deshalb nicht aus sportlichen, sondern aus privaten Gründen erfolgt.

Von Guntens Geschoss

Überhaupt war Granak das Glück in seiner bisherigen Karriere meist gutgesinnt. «Angefangen bei meinen Wechsel als 18-Jähriger zu Slavia Prag, wo ich von Vladimir Ruzicka trainiert wurde. Er ist eine grosse Persönlichkeit und hat mich geprägt. Der nächste Schritt nach Schweden war ebenfalls ein guter Zug, der mich sowohl auf als auch neben dem Eis auf die KHL vorbereitet hat.»

Einzig mit dem slowakischen Nationalteam hatte Granak, der zwischen 2004 und 2012 an neun Weltmeisterschaften teilgenommen hat, eine Spur weniger Fortune. Bei seiner vorerst letzten WM holte er zwar Silber, musste aber ab dem Viertelfinal zuschauen, weil er sich beim 1:0-Erfolg im Vorrundenspiel gegen die Schweiz einen Handbruch zugezogen hatte. «Ein Schuss von Patrick von Gunten hat mich erwischt», vermag sich der eloquente Granak wie an so vieles zu erinnern. Unter anderem auch daran, dass er bereits einmal im St. Leonhard gespielt hat. «Das war zu meiner Zeit bei Rögle. In einem Test verloren wir damals in Freiburg mit 2:3. Gottéron war klar besser und hatte den Sieg verdient.»

Am Freitag will er gegen Biel erstmals dazu beitragen, dass die arg gebeutelten Freiburger endlich wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. «Ich hoffe auf eine gute Zeit hier, womöglich über diese Saison hinaus, und darauf, dass ich dem Team helfen kann.» Ein Winner-Typ, wie es Granak ist, wird Gottéron allemal gut tun.

Statistiken

92 Skorerpunkte in 216 KHL-Spielen

Sp. T A +/-

02/03 Slavia Prag 44 0 2 -5

03/04 Slavia Prag 70 2 9 5

04/05 Slavia Prag 56 1 11 14

05/06 Slavia Prag 61 4 12 14

06/07 Slavia Prag 58 4 13 5

07/08 Färjestad 65 7 14 6

08/09 Färjestad 6 7 21 11

09/10 Rögle 60 10 27 -6

10/11 Dyn. Moskau 57 7 19 2

11/12 Dyn. Moskau 63 7 24 22

12/13 Dyn. Moskau 56 8 15 21

13/14 Dyn. Moskau 40 6 6 6

14/15 Linköping 16 1 2 -1

Liga-Totale

Tschechien 299 11 47 33

Schweden 207 25 64 10

KHL 216 28 64 51

Länderspiele

79 Länderspiele mit der Slowakei, in welchen Granak 5 Tore und 11 Assists erzielte. 9 WM-Teilnahmen (3 Tore, 9 Assists).

Auszeichnungen

Bester KHL-Verteidiger der Monate März 2013 und Dezember 2013. Beste Plus-Minus-Bilanz der KHL-Playoffs 2013 (+16).

Erfolge

Saison 02/03:Meister mit Slavia Prag.Saison 08/09:Meister mit Färjestad.Saison 11/12:Meister mit Dynamo Moskau.Saison 12/13:Meister mit Dynamo Moskau.2012:WM-Silber mit der Slowakei.

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