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«Ein wirklich sinnvoller Kompromiss»

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Eine Woche nachdem bekannt wurde, dass man sich im Umfeld des Spitals Tafers um die Zukunft der Anästhesiepflege sorgt (die FN berichteten), hat gestern die Leitung des Freiburger Spitals HFR ihre Pläne zur Zukunft der Anästhesiologie an ihren Standorten Tafers und Riaz in einem Communiqué bekannt gemacht.

«Qualität nicht gefährdet»

Tafers bleibt weiterhin ein Akutspital mit einer 7  Mal 24  Stunden funktionierenden Anästhesiepflege. Der HFR-Direktionsrat hat nämlich beschlossen, die Anästhesiologie in Tafers und Riaz lediglich umzuorganisieren. Eine Anästhesiepflegerin oder ein Anästhesiepfleger wird dort künftig nachts und an den Wochenenden nicht mehr einfach nur im Bereitschaftsdienst anwesend sein, sondern die Teams der Notaufnahme unterstützen. Zudem werden die Anästhesieärztinnen und -ärzte nachts im Pikettdienst tätig sein. Zum im Vorfeld befürchteten Szenario, dass es in Tafers nachts und am Wochenende künftig keine Anästhesiepflege mehr geben wird, kommt es damit nicht.

Mit diesen Massnahmen, die am 1. Oktober in Kraft treten, können in Tafers zwei Stellen in der Pflege und in Riaz rund sechs Stellen in der Pflege sowie etwas mehr als zwei Ärztestellen eingespart werden. Dies, weil in Riaz der Operationstrakt auf jenen Termin hin nachts und am Wochenende nicht mehr in Betrieb sein wird – eine Sparmassnahme, welche in Tafers schon vor sechs Jahren erfolgte.

Die personellen Einsparungen werden gemäss Rolf Wymann, dem Leiter des HFR-Departements Operationszentren, dadurch möglich, dass durch die Neuorganisation der Arbeit nicht Anästhesiepflegestellen, sondern kostengünstigere «normale» Pflegestellen eingespart werden. Diese Einsparungen sollen laut dem HFR-Communiqué «so weit wie möglich über natürliche Fluktuationen vorgenommen» werden. Kündigungen soll es nicht geben. Eine weitere Massnahme betrifft vier Überwachungsbetten in Riaz, welche geschlossen werden. Gleichzeitig sollen in der Notaufnahme zwei neue Überwachungsbetten eröffnet werden. Komplexe Fälle werden wie bisher nach Freiburg verlegt. Durch all diese Massnahmen sind Einsparungen von 1,5  Millionen Franken möglich, «ohne die Qualität oder die Sicherheit der Dienstleistungen für die Patienten zu gefährden», wie es seitens des Spitals heisst.

«Wir brauchen alle Standorte»

«Ich verstehe all jene, die sich um die Zukunft des Akutspitals in Tafers Sorgen gemacht haben», sagt der designierte HFR-Generaldirektor Marc Devaud im Gespräch. Der Status von Tafers als Akutspital sei jedenfalls nicht gefährdet, mindestens nicht, was den möglichen Planungshorizont einer heutigen Spitalleitung von fünf bis zehn Jahren betreffe. Es handle sich lediglich um eine Reorganisation. Daher sei dies keine strategische, sondern eine operative Entscheidung gewesen. Dass man im Zuge der Sparbemühungen alle Optionen geprüft habe, sei klar. Jedoch sei dies stets in bilateralen, internen Diskussionen erfolgt, an denen auch die Hausärzte des Sensebezirks teilgenommen hätten. Eine gute Kommunikation sei tatsächlich ein zentrales Anliegen, das er sich für die Zukunft auf die Fahne geschrieben habe.

«Was in 30  Jahren sein wird, kann ich nicht sagen, da wir unsere strategische Ausrichtung alle fünf Jahre grundsätzlich überprüfen», so Devaud weiter. «Im Moment ist aber klar, dass wir all unsere Standorte brauchen, und es ist uns wichtig, auch weiterhin Notfälle in Tafers behandeln zu können, auch mit Blick auf die Konkurrenz von Privatspitälern wie dem Lindenhof oder der Hirslanden-Gruppe.»

«Sehr erleichtert»

«Wir sind sehr erleichtert», sagte Manfred Piller, Präsident der Vereinigung Sensler Haus­ärzte, auf Anfrage. «Das ist ein wirklich sinnvoller und sehr erfreulicher Kompromiss.» Die Hausärzte als medizinische Grundversorger könnten so auch instabile Patienten guten Gewissens nach Tafers schicken, weil die Sicherheit der Patienten dort gewährleistet sei. Denn nur Anästhesiepfleger seien von ihrer Ausbildung her zum Intubieren und somit zum Einleiten einer künstlichen Beatmung bei plötzlichen nächtlichen Vorfällen wie etwa einer Lungenentzündung berechtigt. Die Zukunft des Standorts Tafers als Akutspital war laut Piller allerdings nicht nur von diesem Entscheid der Spitalleitung abhängig. Klar sei jedenfalls: «Unser Spital spielt eine wichtige Rolle im Sensebezirk.» Die Taskforce Pro Akut Tafers hatte schon vorgestern Stellung genommen zu den Plänen der HFR-Leitung (die FN berichteten).

Sparmassnahmen

Zweites Defizit in Folge für das HIB

Auch das Hôpital Inter­cantonal de la Broye (HIB) ist in finanzieller Schräglage, wie die Zeitung «La Liberté» berichtet. Das interkantonale Spital mit seinen Standorten in Estavayer und Payerne verzeichnet sein zweites Defizit in Folge und muss nun eine ganze Reihe von Massnahmen ergreifen, um sein finanzielles Gleichgewicht wieder zu finden. Der Ausgabenüberschuss betrug 2017 insgesamt 955 000 Franken, das ist 1  Prozent der Aufwendungen von über 95  Millionen Franken. Im Vorjahr waren es noch 220 000 Franken gewesen, 0,3  Prozent der Aufwendungen. Allein die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr um 2  Millionen Franken gestiegen. Jetzt muss sich auch dieses Spital Sparmassnahmen überlegen.

jcg

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