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Ein Zaubermittel gegen den Ausstoss von Methangas bei Rindern gibt es noch nicht

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Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt suchen nach probaten Mitteln zur Reduktion der Methangasemissionen von Rindern. Obwohl es erste vielversprechende Ergebnisse gibt, finden diese in der Praxis noch kaum grossflächige Anwendung.

Im vergangenen Jahr machten kalifornische Forscherinnen und Forscher Schlagzeilen mit der Botschaft, dass Rinder um bis zu 82 Prozent weniger Methan ausstossen, wenn ihrem Futter täglich kleine Mengen an Nahrungsergänzungsmitteln auf Algenbasis beigemengt werden. Auch das Schweizer Unternehmen Mootral hat es auf die Verdauung der Wiederkäuer abgesehen: Mit einem Naturextrakt, das aus Orangenschalen und Knoblauch gewonnen wird, soll der Methangasausstoss von Kühen um 30 Prozent gesenkt werden können. Und jüngst hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den vollsynthetischen Futtermittelzusatzstoff Bovaer der niederländischen Firma DSM zur Zulassung empfohlen. Nach Angaben von DSM reduziert der Zusatzstoff die Methanemissionen im Darm von Milchkühen um etwa 30 und bei Rindern um bis zu 90 Prozent.

Was ist von all diesen Mitteln zu halten? Sind sie der entscheidende Durchbruch im Kampf gegen das klimaschädliche Methangas, welches beim Zelluloseabbau durch bestimmte Mikroben im Pansen der Wiederkäuer entsteht?

Unspezifische Wirkung

Andreas Münger, Mitarbeiter der Forschungsgruppe Wiederkäuer bei der landwirtschaftlichen Forschungsinstitution Agroscope in Posieux, warnt vor vorbehaltlosem Optimismus.

Die Wirkung der verschiedenen getesteten Substanzen ist oftmals sehr unspezifisch.

Das heisst: Die Methangas reduzierenden Zusätze können auch Mikroorganismen angreifen, die für eine optimale Verwertung der natürlichen Futterressourcen wie Gras und Heu verantwortlich sind. «Unser Ziel muss aber eine maximale Nutzung der natürlichen Ressourcen sein, die mit einer minimalen Verschwendung von Ressourcen einhergeht, die in direkter Konkurrenz zur menschlichen Nahrung stehen, wie beispielsweise Soja.» Denn, wenn die Leistung der Kühe sinkt, wird gerne auf Kraftfutterzusätze wie Soja zurückgegriffen, die von weither importiert werden.

Verschiedene Substanzen wie Algen oder Haselnussblätter sind gemäss Münger zudem nicht über das Stadium der Forschung hinausgekommen. «Ob sie in der Praxis etwas taugen, muss sich erst noch zeigen.» Bei den Haselnussblättern stelle sich beispielsweise das Problem, dass diese nicht in rauen Mengen vorhanden seien.

Haselnusssträucher oder -bäume müssten erst gepflanzt werden, was wiederum zulasten von Kulturflächen gehen würde.

Im Weiteren seien Leinsamen – wie überhaupt viele Ölsaaten – zwar effektiv, was die Reduktion von Methanemissionen angehe, doch wegen ihres hohen Fettgehaltes können sie bei Wiederkäuern nur in beschränkten Mengen eingesetzt werden. 

Theorie und Praxis

Münger und weitere Fachleute im Team verfolgen die Entwicklung der Forschung auf dem Gebiet der Methanreduktion darum genau. Seit 2015 misst Agroscope regelmässig den Methangasausstoss seiner Kühe. Mit dem sogenannten Greenfeed, einem speziellen Futterautomaten, an welchen die Kühe mehrmals täglich für mindestens zwei Minuten gelockt werden, wird die ausgestossene Atemluft der Tiere abgesaugt und analysiert. Tests verschiedener Futterzusätze oder -komponenten, die bereits auf dem Markt sind, haben gezeigt, dass ihre Wirkung unter praxisnahen Bedingungen viel tiefer liegt, als angepriesen. «Anstatt bei 30 Prozent liegt sie bestenfalls bei 10 bis 15 Prozent.» 

Agroscope führt aber auch selber Versuche durch. So soll im kommenden Sommer in einem Fütterungsversuch unter anderem getestet werden, welche Auswirkungen Kakaoschalen im Futter auf die Produktion von Methangas haben könnten. Die darin enthaltenen Substanzen Theobromin und Tannin könnten jene Mikroorganismen beeinflussen, welche für die Produktion von Methangas verantwortlich sind. «Die Kakaoschalen werden einem Futter beigemischt, das unter anderem aus Nebenprodukten der Backwarenindustrie, abgelaufenen Müsliriegeln oder Schokoladen-Bruch besteht – eine sinnvolle Nebenprodukteverwertung zur Vermeidung von Food-Waste», wie Münger erklärt. 

Möglichst natürliche Zusätze

Grundsätzlich ist der Agronom der Ansicht, dass zur Reduktion von Methangas bei den Kühen Produkte zum Einsatz kommen sollten, die Teil der natürlichen Ernährungsweise von Rindern sein können, wie etwa die Futterpflanze Esparsette. «Diese Pflanze ist im Futteranbau ein wenig in Vergessenheit geraten.» Mit dem Klimawandel könnte sie ein Revival erleben. Denn sie gedeiht besser unter trockeneren Bedingungen. Bei synthetischen Produkten sieht Münger dagegen die Gefahr, dass sie bei den Konsumentinnen und Konsumenten keine Akzeptanz finden.

Extensive Landwirtschaft

Für eine schnelle Reduktion der Methangase mittels spezifischer Futterzusätze und -komponenten sieht Münger in der Viehwirtschaft durchaus Möglichkeiten. «Wenn wir den Methangasausstoss um 10 bis 15 Prozent reduzieren können, ist das gut.» Eine Reduzierung des Konsums von tierischen Lebensmitteln auf das von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Niveau und dazu eine Reduzierung der Nutztierbestände könnten aber einen bedeutenderen Beitrag leisten. 

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