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Ein Zeichen für die soziale Gerechtigkeit

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Um 16.30 Uhr gleicht der Georges-Python-Platz in Freiburg an diesem 1. Mai einem Festplatz. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen Alt und Jung an den aufgestellten Tischen, essen Bratwürste, plaudern und lachen, obwohl der Grund für die Zusammenkunft ein ernster ist.

Eine Stunde zuvor sind sie aufgebrochen, die Gewerkschafter, Politiker und Arbeiter, um wie jedes Jahr am 1. Mai mit einem Umzug zu demonstrieren. «Ich habe an den Werktagen jeweils zehn Stunden gearbeitet, dann bekam ich Rückenprobleme und nun bin ich arbeitslos», erzählt eine Demonstrantin. Ein anderer benötigt die Mithilfe seiner Frau, um seine Familie über Wasser halten zu können. «Es geht nicht, dass in einem reichen Land wie der Schweiz so viele Leute am Existenzminimum leben», betont SP-Präsident Christian Levrat während des Umzugs. So verdiene in der Schweiz jeder zehnte weniger als 4000 Franken im Monat, was in vielen Fällen nicht zum Leben reiche.

Viele wichtige Themen

Vom Python-Platz ziehen die rund 250 Personen durch die Romontgasse Richtung Perolles, vorbei am Amt für den Arbeitsmarkt und am Arbeitsgericht an der Zeughausstrasse. Viele tragen eine Fahne, meist mit dem Namen einer Gewerkschaft.

Dieses Jahr sei die Demonstration besonders wichtig, erklärt Levrat: «Grosse Auseinandersetzungen mit Lohn- und Arbeitsfragen stehen bevor.» Neben der Mindestlohninitiative, welche ein Einkommen von mindestens 4000 Franken fordert, seien die Personenfreizügigkeit, die Initiative «AHVplus» und die 1:12-Initiative grosse Themen. «Viele Top-Manager verdienen an einem einzigen Tag so viel wie ein Arbeiter in einem Jahr», sagt SP-Grossrat Pierre Mauron, der in den Reihen der Demonstranten anzutreffen ist. 

Immer wieder sind zudem Schilder zu sehen, die sich gegen Zwangsmassnahmen im Asylwesen und einen 24-Stunden-Betrieb von Shops und Tankstellen richten.

Verantwortung tragen

Nach genau einer Stunde sind die Demonstranten zurück auf dem Python-Platz, nun folgen der Imbiss und die Reden.

Viele ältere Personen lebten in Armut, weil die Rente aus der ersten und zweiten Säule zu klein sei, sagt SP-Nationalrätin Valérie Piller in ihrer Rede. Deshalb sehe die Initiative «AHVplus» eine Stärkung der ersten Säule mit zehn Prozent höheren Beiträgen vor. «Die Schweiz kann sich eine solche Erhöhung erlauben», betont Piller.

Über die Schweiz hinaus blicken in ihren Reden sowohl Syndicom-Gewerkschafter Loïc Dobler als auch Ammar Amroussia, Vertreter der tunesischen Arbeiterbewegung. Während Amroussia die Lage in Tunesien schildert, thematisiert Loïc Dobler die Jugendarbeitslosigkeit und kritisiert die Politik Merkels: «Die rigorosen Sparmassnahmen rechtfertigen in vielen Ländern die Reduktion der Sozialgelder und die Privatisierung der Infrastrukturen.» Zwar sei die Lage in der Schweiz mancherorts besser, jedoch gebe es auch hier viele Probleme, beispielsweise bei der wachsenden Lohnschere. «Es ist nun an uns, die Verantwortung zu übernehmen und etwas dagegen zu tun», appelliert Dobler an die Anwesenden.

Er sei sich bewusst, dass ein solcher Anlass nur Symbolcharakter habe, sagt Pierre Mauron, «aber wir wollen ein Zeichen setzen. Wenn wir nichts machen, wird es auch nicht besser.»

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