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Ein Zufluchtsort für junge Frauen in Not

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Das Haus am Weiherweg Nummer 3 (Chemin des Etangs) im Freiburger Juraquartier ist ein Ort der Wärme und der Herzlichkeit für junge Frauen in Not. «Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich gespürt, dass es Menschen gibt, die es gut mit mir meinen», sagt die 28-jährige Lisa*, die aufgrund von Übergriffen in ihrer Familie schwer traumatisiert ist und ihr Leben nicht alleine meistern kann.

«Aux Etangs», so heisst die Institution, die Daria Aebischer 1993 innerhalb eines Vereins aufgebaut hat und die seit 20 Jahren von einer eigenständigen Stiftung getragen wird. Dieses Jubiläum feiert Aux Etangs heute. Die Institution will jungen Frauen und Müttern aus schwierigen Verhältnissen, die mit ihrem Leben und ihrer Rolle überfordert sind, unterstützen und schützen. Ziel ist, ihnen zu helfen, Selbstvertrauen aufzubauen, damit sie selbständig werden (siehe Kasten).

Eine Tagesstruktur

Die FN haben zwei junge Frauen mit unterschiedlichen Schicksalen getroffen, die beide während mehreren Jahren in der Institution gelebt haben.

Lisa hatte in Freiburg zu studieren begonnen, doch ihre Vergangenheit holte sie ein. «Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, wollte mir das Leben nehmen», erzählt sie. Dank einer Mentorin an der Schule fand sie den Weg zu einer Psychiaterin, diese brachte sie mit dem psychosozialen Kompetenzzentrum in Verbindung, und dort wurde ihr Aux Etangs empfohlen. «Die Psychologin hat mich gepuscht hierherzukommen. Ich bin es mir anschauen gekommen und habe mich dann dafür entschieden.» Sie könne sich nicht mehr daran erinnern, wie es beim Eintritt war. «Die Gefühle waren weg.»

Die Tagesstruktur und die Kinder der anderen Frauen in der Institution hätten ihr gutgetan. «Für Kinder kann ich mich zusammenreissen; so habe ich mich bei den Mahlzeiten immer gezwungen, etwas zu essen.» Doch auch Krisen habe es oft gegeben, Rückschläge. «Der ganze Ort hier hat mir aber geholfen. Ich wurde ernst genommen, und es gab viele Gespräche.» Oft sei es ihr schwergefallen, um Unterstützung zu bitten. «Ich bin meist wegen belanglosen Dingen zu den Mitarbeiterinnen gegangen. Aber sie haben immer gemerkt, dass es eigentlich um etwas anderes ging. Sie haben nie gebohrt, aber mit der Zeit begann ich zu erzählen. Ich war zuvor ahnungslos gewesen. An den Reaktionen der Betreuerinnen habe ich gemerkt, dass das, was ich erlebt habe, nicht normal ist.»

Ein neues Zuhause

Erzählen – das fällt Lisa heute noch schwer. Welche Gräuel sie erleben musste, darüber spricht sie nicht gerne. Sie erzählt jedoch, dass eine Friedensrichterin eine Anzeige einleitete, dass es aber «mangels Beweisen» zu keiner Verurteilung kam. «Auch beim juristischen Prozess hat mir Daria Aebischer geholfen. Die ganze Institution hat mich vor meiner Familie geschützt.»

Vier Jahre lebte Lisa in Aux Etangs. «Es wurde mein Zuhause.» Auch wenn es für sie nicht immer einfach war; denn die anderen jungen Frauen waren meist Mütter, standen an einem anderen Punkt im Leben und waren jünger als sie. «Wirkliche Freundschaften entstanden kaum, ich habe mich immer zurückgehalten. Nur zu einer Frau habe ich heute noch Kontakt», sagt Lisa.

Hilfe beim Muttersein

Diese Frau ist die 27-jährige Melanie*. Mit 21 Jahren wurde sie schwanger von ihrem damaligen Freund, einem aggressiven Mann. «Ich hätte zwar zu meinen Eltern gehen können, aber nur ohne ihn, und das wollte ich nicht.» Also kam sie über den Sozialdienst ins Aux Etangs. «Auch hier wollte ich eigentlich nicht sein, ich wollte mit meinem Freund zusammenwohnen.»

In der Institution lernte die junge Mutter, mit ihrem Kind umzugehen, es zu waschen und zu füttern. «Alleine wäre ich überfordert gewesen, das weiss ich jetzt», sagt sie. Die Beziehung zu ihrem Freund hielt sie noch ein Jahr lang aufrecht. «Es lief immer nach demselben Muster: Er wurde aggressiv, hat sich entschuldigt, und alles war wieder gut. Ich habe nicht dahintergesehen.» Die Mitarbeiterinnen von Aux Etangs und eine Aussenmitarbeiterin des Frauenhauses hätten ihr immer wieder gut zugeredet und gesagt, dass eine Beziehung so nicht funktioniere. «Sie gaben mir das Selbstvertrauen, mich zu trennen.»

Der Ex-Freund stellte ihr nach, schliesslich zeigte sie ihn mit Hilfe von Aux Etangs und des Frauenhauses an. «Das war ein Wendepunkt. Er hat endlich aufgehört mich zu belästigen.» Dank der Institution holte sie die Berufsmatur nach, die sie aufgrund der Schwangerschaft abgebrochen hatte. «Auch Disziplin habe ich hier gelernt». Heute, vier Jahre nach ihrem Aufenthalt in Aux Etangs, hat Melanie ihr Studium abgeschlossen, lebt selbständig mit ihrer Tochter und ist auf Arbeitssuche. «Zum Glück habe ich Hilfe bekommen, sonst hätte ich all das nicht geschafft.»

Schwieriger Weg

Für Lisa, bei der die seelischen Verletzungen tief sind, ist es schwieriger. Sie hat eine Traumatherapie begonnen und lebt von der Invalidenversicherung. «Ich möchte arbeiten und habe mehrmals eine Stelle angenommen, aber ich bin nicht stabil genug.» Dennoch gehe es ihr besser als vor der Zeit in Aux Etangs. Sie habe ein privates und professionelles Beziehungsnetz aufbauen können. «Vieles konnte sich verfestigen. Die Mitarbeiterinnen von Aux Etangs können nicht alles klären, aber sie sind stets bemüht, die beste Lösung zu finden.»

*Namen der Redaktion bekannt.

Institution

Zweisprachiges Angebot mitten in der Stadt Freiburg

Die in Tafers aufgewachsene Daria Aebischer gründete Aux Etangs 1993 mithilfe einer Arbeitsgruppe und ist heute noch die Direktorin (siehe FN vom 30. August). Die Institution war zuerst der Vereinigung La Traversée angegliedert. 1996 wurde auf Initiative von Marie-Theres Meuwly – deren Tochter Judith Meuwly ist heutige Stiftungspräsidentin – die Stiftung für die Frau und das Kind als neue Trägerin ins Leben gerufen. Die Institution Aux Etangs ist im Juraquartier an der Hausnummer 3 am Weiherweg (Chemin des Etangs) zu Hause. 2008 kam zudem das Haus an der Nummer 1 hinzu, das mit Wohnungen als Übergang für jene Frauen dient, die die Institution verlassen.

Aux Etangs bietet Platz für acht Frauen zwischen 14 und 25 Jahren und deren Kinder. Die jungen Frauen haben unterschiedliche Schicksale: Sie stammen aus zerrütteten Familien, haben drogenabhängige Eltern, sind Schulabbrecherinnen, Opfer von Gewalt, Verstossene. Die rund 20 Mitarbeiterinnen im sozialpädagogischen Bereich teilen sich sechs Vollzeitstellen und begleiten die Frauen täglich rund um die Uhr; die Betreuung ist auf Deutsch und Französisch gewährleistet. Pro Jahr gibt es zwei Praktikumsstellen. Die Institution Aux Etangs arbeitet eng mit anderen Institutionen und Diensten zusammen, so etwa mit dem Frauenhaus, dem Sozialamt, der Invalidenversicherung, der Berufsberatung, Psychologen und Psychiatern etc. Aux Etangs ist von der Freiburger Direktion für Gesundheit und Soziales als spezialisierte Institution anerkannt. Sie wird aus öffentlichen Geldern finanziert; das Jahresbudget beläuft sich auf eine Million Franken.

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