Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein Zug in Madagaskar

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Zug in Madagaskar

Kaleidoskop zeigt Fotos von Jeanne Gerster

Die Fotografin Jeanne Gerster hat 2001 entlang der einzigen noch in Betrieb stehenden Eisenbahnstrecke Madagaskars eine Porträtserie realisiert. Im Rahmen des Filmfestivals zeigt das Kaleidoskop der FEW eine Auswahl der Bilder.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Einmal täglich verkehrt der Zug, der auf einer Strecke von 163 Kilometern durch den letzten Urwald Madagaskars fährt. Vom regelmässigen Betrieb dieses Zugs hängt das Leben von 100 000 Menschen ab: Der Zug bringt sie zum Markt, zur Schule oder zur nächsten Krankenstation. Er transportiert Kaffee, Bananen, Gewürznelken oder Mangos in die Städte und bringt auf dem Rück-
weg Zucker, Salz, Öl, Reis und Ben-zin mit. Fällt die Bahn einmal aus, werden die Lebensmittel schnell knapp.

Ausserdem spielt der Zug eine wichtige ökologische Rolle: Gäbe es ihn nicht, wären die Bauern gezwungen, selbst Reis anzubauen, das Hauptnahrungsmittel Madagaskars. Dazu aber müssten sie den Urwald roden – den letzten, den es auf der Insel noch gibt.

Zu Fuss und mit dem Fotoapparat

Die 29-jährige Berner Fotografin
Jeanne Gerster wollte die Zugreise von Fianarantsao auf dem 1200 Meter über Meer gelegenen Hochplateau nach Manakara an der Küste des Indischen Ozeans schon bei ihrem ersten Besuch in Madagaskar im Jahr 2000 machen. Jeanne Gerster: «Ich wartete eine Woche lang vergeblich auf den Zug. Er war irgendwo unterwegs entgleist.»

So kehrte die Fotografin im November 2001 zurück. Diesmal allerdings entschloss sie sich, die 163 Kilometer zu Fuss zurückzulegen und die Begegnungen, die sie unterwegs machte, mit ihrer Kamera festzuhalten. Getroffen hat sie Männer, die jede Woche 200 Kilo Bananen und mehr über eine Strecke von zehn Kilometern transportieren; Frauen, die Früchte und Gemüse auf dem Kopf und ihr kleinstes Kind auf dem Rücken tragen; Kinder, die mit
Holz und anderen Gütern unterwegs sind.

67 Tunnels und 48 Brücken

Die Bilder all dieser Menschen stehem im Mittelpunkt der Ausstellung «Train de vie». Dazu kommen Fotos von Bahnhöfen und von Hütten entlang den Gleisen, vom Zug selbst und von der Gegend, durch die er fährt.

Gebaut wurde die Bahnlinie, die auch «Korridor» genannt wird, zwischen 1927 und 1936 von Franzosen und Chinesen. Sie führt an 17 Bahnhöfen vorbei, durch 67 Tunnels und über 48 Brücken.

Bis zum 13. März im Kaleidoskop der FEW, Perolles 25, Freiburg. Öffnungszeiten: wochentags von 9 bis 18 Uhr (Mi. bis 21 Uhr), Sa. und So. von 14 bis 17 Uhr.

Mehr zum Thema