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Eine amerikanische Kleinstadt gerät in Aufruhr

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Ike und Bobby: Die zwei kleinen Schuljungen sind auf sich selbst gestellt, seit ihre Mutter in düsterer Depression versinkt und ihre Familie vernachlässigt. Beim Zeitungsaustragen am frühen Morgen lernen die Brüder die Kleinstadt und ihre Leute näher kennen, bleiben aber zurückhaltend und scheu und sind meistens auf sich selbst gestellt.

Ihr Vater, Lehrer am örtlichen Gymnasium, ist mit der Familiensituation und den persönlichen Anfeindungen in der Schule überfordert, ist aber seinen Kindern liebevoll zugewandt und bemüht, den Zusammenhalt der Familie zu retten. Von den vielen Problemen und Ängsten seiner Kinder bekommt er jedoch erst etwas mit, als es fast zu spät ist und sich die beiden in Lebensgefahr befinden.

Victoria Roubideaux

Als ihre Mutter sie verstösst, weiss die siebzehnjährige Schwangere in ihrer Not nicht mehr weiter und wendet sich Hilfe suchend an ihre Lehrerin Maggie, die sich liebevoll um eine Lösung ihrer Probleme kümmert. Das Mädchen bei sich selbst aufzunehmen scheitert an der aggressiven Haltung ihres dementen Vaters.

Ein altes Brüderpaar, das sich seit dem Unfalltod der Eltern zurückgezogen auf einer abgelegenen Farm um sein Vieh kümmert, kaum aber um sich selbst, lässt sich nur widerwillig auf ein Experiment ein. Es braucht einige Überredung, bis die beiden der werdenden Mutter ihre Tür öffnen. Nach kurzer Zeit rauft sich diese ungewöhnliche Wohngemeinschaft zusammen, zerbricht aber wieder, als der werdende Vater auftaucht. Das Mädchen geht ohne ein Abschiedswort weg und lässt die beiden Alten aufgebracht zurück.

Nur Maggie bringt es schlussendlich fertig, diesen Menschen zu helfen und ihre vertrackten Lebenssituationen wieder in sichere Bahnen zu lenken. Mit ihrer zupackenden, pragmatischen Art und viel Empathie findet sie kurzerhand für alle eine passende Lösung.

Eine gelungene Neuauflage

Dem amerikanischen Autor Kent Haruf, der im deutschen Raum bereits durch sein Buch «Unsere Seelen bei Nacht» und dessen Verfilmung bekannt geworden ist, gelang auch mit diesem Roman ein eindrückliches Literaturjuwel. 1999 unter dem Titel «Plainsong» in englischer Sprache erschienen und 2001 unter dem deutschen Titel «Flüchtiges Glück», wird er mit der vorliegenden Neuauflage in grandioser Übersetzung von Rudolf Hermstein erneut bei einem breiten Publikum Anklang finden.

Die Erzählung entbehrt jeglichen Pathos, auch wenn die Handlung noch so dramatisch ist. Kein Wort ist zu viel, keine Situation zu banal, so schafft die mitreissende Beschreibung des Miteinanders in der fiktiven Kleinstadt Holt in ruhigem Erzählton eine dichte Atmosphäre.

Kent Haruf: «Lied der Weite». Aus dem Amerikanischen übersetzt von Rudolf Hermstein. Roman. Zürich: 2018 Diogenes.

Giovanna Riolo ist freie Rezensentin.

Zur Person

Geschichten aus einer fiktiven Stadt

Kent Haruf (1943–2014) ist als Sohn eines methodistischen Pfarrers aufgewachsen. ­Später jobbte er in verschiedenen Tätigkeiten und kam auch als Angehöriger des Peace Corps in die Türkei, wo er Englisch unterrichtete. Er arbeitete als Lehrer an einer Highschool und als Assistenz­professor für Literatur an der ­Nordwest-University und als Gastdozent an der Southern Illinois University. Alle seine Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt in der Prärie Colorados.

im

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