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Eine äusserst seltene Ehre

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Autor: Michel Spicher

«Es ist nicht wichtig, besser zu sein, als jemand anders, aber es ist wichtig, besser zu sein als gestern.» Dieser Spruch stammt zwar nicht von Hironori Shinomiya selbst, aber wenn der Meister seinen Judo-Schülern nach einer bestandenen Judo-Prüfung das Diplom überreicht, pflegt er diese Worte darauf zu notieren.

Das Streben nach Perfektion hat auch das Leben des 64-jährigen Judo-Meisters bis heute geprägt – ob als Nationaltrainer Frankreichs, der Schweiz oder seit 36 Jahren beim JC Kerzers-Galmiz, wo die einstige Nummer 2 aus Japan die Künste des Judos unterrichtet.

Die berühmt-berüchtigte Tenri-Schule

Hironori Shinomiya wird 1948 in einem kleinen Dorf im südwestlichen Teil Japans geboren. In einem Land, in dem Kampfkünste wie Karate, Judo, Jiu Jitsu, Aikido und Kendo tief in der einheimischen Tradition verwurzelt sind, meldet sich Shinomiya als 16-Jähriger an der Tenri-Universität an, um Sport zu studieren und die Techniken des Judo zu erlernen. An der Uni lernt Shinomiya Kämpfer der französischen Nationalmannschaft kennen, die in der Hochburg des japanischen Wettkampf-Judos ihre Kampfkünste perfektionieren. Damals wie heute ermöglicht die Tenri-Universität ausländischen Judokas zum Teil mehrjährige Trainingsaufenthalte.

1974 sucht das französische Institut national des sports (INS) in Tenri mehrere Trainer und Sparringpartner für sein Judo-Nationalteam, das aus fünf Japanern besteht. Hironori Shinomiya bewirbt sich, erhält den Posten und wandert als 26-Jähriger nach Paris aus. 1978, als das INS einen jüngeren Nationaltrainer verpflichten will, überlegt sich Shinomiya, in sein Heimatland zurückzukehren.

Aus einem Jahr werden 36 Jahre

Von diesen Plänen erfährt Fréderic Kyburz, der Shinomiya in der «Hölle» von Tenri kennengelernt hat. Weil der Neuenburger einmal wöchentlich beim Judoclub Galmiz trainiert und weiss, dass der Verein auf der Suche nach einem Trainer ist, ergibt das eine das andere: Am 1. April 1976 – auf den Tag genau zwölf Jahre nach der Gründung des JC Galmiz – leitet Hironori Shinomiya beim Seeländer Judo-Verein sein erstes Training. «Eigentlich wollten wir ‹Hiro› nur für ein Jahr engagieren», erinnert sich Robert Gäumann, Gründungsmitglied des JC Galmiz und heutiger Sekretär des Vereins. «Allerdings haben wir bald gemerkt, dass wir im Vergleich zu ihm in Sachen Judo absolute Anfänger waren und von seinem Wissen unheimlich profitieren konnten. Also haben wir ihn weiter behalten – und inzwischen ist er schon 36 Jahre bei uns.»

Mit seiner korrekten Art und seinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit findet Hironori Shinomiya in Galmiz schnell Freunde. «Er ist immer korrekt im Umgang mit Leuten. Er ist hart mit seinen Schülern, aber auch hart mit sich selber», sagt Gäumann. «Das Weiss des Kimono (Judo-Anzug, Anm. Red.) symbolisiert in der japanischen Traditionen die Reinheit und Vollkommenheit. Hironori lebt dies auch im täglichen Leben.»

Höchstgradierter Judo-Meister

Neben seinem Engagement beim JC Kerzers-Galmiz verdient sich Hironori Shinomiya den Lebensunterhalt mit seiner Judoschule in Düdingen. Der Kampfsport ist in seinem Leben allgegenwärtig. So ist «Hiro» mit einem ehemaligen Mitglied des Schweizer Frauen-Judo-Nationalteams verheiratet und seine beiden Töchter sind ebenfalls national und international mehrfach ausgezeichnete Judokas.

Für sein langjähriges und erfolgreiches Wirken für das Judo wurde der 64-Jährige nun mit dem 8. Dan geehrt. Damit gehört Shinomiya zu den fünf höchstgradierten Judo-Meistern der Schweiz, die allesamt den rot-weissen Gurt tragen. Zehn Meistergrade gibt es im Judo insgesamt, wobei der 5. Dan der höchste Grad ist, den ein Kampfsportler weltweit aus eigener Kraft auf Grund einer technischen Prüfung absolvieren kann. Gradierungen ab dem 6. Dan werden nur noch ehrenhalber verliehen. Sie repräsentieren sozusagen das bisherige Lebenswerk eines Judokas.

Ehrung durch das Kodokan

Dass Hironori Shinomiya die Ehre des achten Meistergrades zuteilwird, hat das Kodokan Judo Institut in Tokio entschieden. Die Ernennung durch die ursprüngliche Judoschule Japans ist Shinomiya indes nicht einfach so in den Schoss gefallen. Einmal pro Jahr reiste er nach Japan in das Kodokan, um an Kata-Seminaren (Kata ist eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen gegen imaginäre Gegner besteht) und an Weiterbildungen teilzunehmen. Dem Kodokan berichtete er regelmässig von seinem Wirken, seiner Judoschule und seinen Erfahrungen als Judolehrer und gab ihm Rechenschaft über die Resultate seiner Schüler ab. An diesen wurde er ebenso gemessen wie an seinen Katas. Er musste aufzeigen, dass er aktiv ist, musste beweisen, dass er die intellektuellen Hintergründe, Werte und Einsichten, die das Judo vermittelt, verinnerlicht hat und lebt.

Fünfzehn Jahre musste ‹Hiro› warten, ehe er nach dem 7. auch den 8. Dan zugesprochen bekam. Theoretisch hätte er den höheren Dangrad auch beim Schweizer Judo-Verband beantragen können, doch Hironori Shinomiya zog es vor, den längeren und mühsameren Weg über das Kodokan zu gehen. Die Wichtigkeit und die Bedeutung der Auszeichnung sei für ihn grösser, wenn er sie von der traditionellsten aller Judoschulen aus seinem Heimatland erhalte.

Einer der höchstgradierten Judo-Meister des Landes: Hironori Shinomiya aus Murten.Bild zvg

Judo:Freiburger Meisterschaft in Kerzers

Wenn an diesem Wochenende in der Turnhalle «Schmittengässli» in Kerzers die Freiburger Einzelmeisterschaften im Judo stattfinden, wird auch Hironori Shinomiya im Einsatz stehen. Zwar nicht als Kämpfer, aber als Trainer des Judoclubs Kerzers-Galmiz.

Trotz der prominenten Unterstützung an der Seite der Matte gehören die Kämpfer des organisierenden Clubs «nur» zu den Herausforderern. Die Favoriten auf den kantonalen Titel stammen wie alle Jahre in erster Linie aus der Reihe des NLA-Vereins Romont und des NLB-Clubs aus Marly. Die Judokas aus Murten dürften die Rolle des Spielverderbers spielen, auch ihnen ist bei der Elite der Sprung aufs Podest zuzutrauen. Einen ganz grossen Titel-Favoriten sucht man in diesem Jahr allerdings vergeblich.

Die Elite der Männer und der Frauen bestreitet ihre Kämpfe am Sonntag, ebenso die Junioren und Juniorinnen. Am Samstag stehen die Kategorien Jugend, Schüler und Mädchen auf der Matte. Kampfbeginn ist jeweils um 9.30 Uhr, die Finals finden ab zirka 16.00 Uhr statt. 260 Kämpfer werden in Kerzers erwartet.ms

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