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Eine Ausstellung erzählt von Hitze, Dunkelheit und Rettung

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zwei Künstler haben sich gefunden: Auf der einen Seite ist da Jean-Claude Wicky, Fotograf aus Moutier. Er ist seit Jahren in Kontakt mit Minenarbeitern aus Bolivien und hat ihr Leben in einem Buch und in einem Film festgehalten. Auf der anderen Seite ist Christophe Girardin, Lehrer und Maler aus Bern. Als vor zwei Jahren ein Stollenbruch 33 Mineure in Chile verschüttete, hat er beschlossen, 33 Bilder zu malen und sie in einer Höhle auszustellen. Die Bilder sollten an die Millionen von Bergbauarbeiter auf der Welt erinnern.

Genau der richtige Ort

Erst bei der Umsetzung seiner Idee ist Christophe Girardin mit Jean-Claude Wicky in Verbindung geraten. Auf der Suche nach dem richtigen Ort für die Ausstellung kamen sie nach Düdingen. «Wir trafen uns in der Einsiedelei: Er war so begeistert, dass er zusagte», erzählt der Maler. Ihn fasziniert an diesem Ort der Stille auch, dass fast gleichzeitig, wie die ersten Eremiten (um 1600) aus dem Sandstein einen Innenraum für Rückzug und Andacht gegraben haben, am anderen Ende der Welt, in Bolivien, die Ausbeutung der Goldminen begann.

Die Werke des Malers ergänzen die rund ein Dutzend Porträts des Fotografen. «Meine Bilder erzählen mehrheitlich abstrakt von Menschen im Innern der Erde, von der Hit-ze und Dunkelheit, vom Schmerz, vom Eingeschlossensein, auch von Hoffnung und Zuversicht und von Rettung», sagt Christoph Girardin über sein Schaffen.

Wie Gestein

Seit Ostern 2012 ist er am Malen, und zwar grossflächig; seine Werke haben das Format 1,6 auf 1,3 Meter. Durch das Arbeiten mit Ölfarbe und Dis-persion auf Papiertischtüchern ergaben sich Wellen auf dem Material. «Eine Oberfläche, die sensibel und dünn ist und doch wie Gestein wirkt.» Es entstand ein Bild nach dem andern. «Einige waren rasch gemalt, an anderen arbeitete ich mehrere Tage.» Erst vor kurzem ist er mit dem 33. und letzten Bild fertig geworden.

Ein Agnus Dei

Nur drei Tage dauert die Ausstellung. Für die Vernissage am kommenden Freitag haben sich die beiden etwas Besonderes einfallen lassen. «Mir war klar, dass in diesen Sandsteinräumen auch Gesang sein muss», erklärt Christophe Girardin. Als er das Agnus Dei seines Kollegen Stefan Werren hörte, wusste er: «Das ist’s.» Der Musiklehrer und Komponist aus Bern hat sein zwölfminütiges Werk 2001 nach den Anschlägen in New York komponiert.

«Ich erzählte den Schülern von Stefan Werren von der Idee, und sie sagten spontan zu. So werden 60 junge Menschen, begleitet von zehn Profimusikern, bei der Vernissage singen», sagt der Künstler. Er freue sich, mit Jean-Claude Wicky die Einsiedelei für zwei Tage in eine Galerie zu verwandeln, gesteht der Maler. «Oder besser umgekehrt, dass die übliche Galerie zur Kapelle wird.» Die Ausstellung «Im Innern der Erde» soll zu einem Gesamtkunstwerk von Ort, Bild und Ton werden, das «in der Stille der Einsiedelei Gedanken und Empfindungen weckt, im Zusammenhang mit Mensch, Erde und Solidarität», sagt Christophe Girardin.

Christophe Girardin malte die Gefühle der Mineure auf Papiertischtücher. Bild zvg

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