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«Eine Baustelle, die viel abverlangt»

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Gemeinderat Marius Mooser ist mit dem Velo in Richtung Kaffeepause unterwegs. Doch diese muss er erst einmal verschieben, denn weit kommt er nicht. Immer wieder wird er von Bürgern in ein Gespräch über das grosse Bauprojekt verwickelt, auf das Jaun seit 20 Jahren gewartet hat: Die Sanierung der Ortsdurchfahrt. «Im Grossen und Ganzen läuft es sehr gut. Wir sind ziemlich im Zeitplan», sagt Marius Mooser. Diesen einzuhalten ist in Jaun besonders wichtig. Wegen des Schnees ist die Bautätigkeit auf die Monate April bis November begrenzt. «Wir wollen vorwärts machen, damit wir die Strasse im Winter freigeben können.» Dann nämlich muss sie wieder zweispurig befahrbar sein. Auch in der Bevölkerung werde der Baustellenbetrieb gut aufgenommen, sagt Marius Mooser. Nur zwischendurch höre er Klagen wegen des Lärms und des Staubs.

Stützmauer mit 72 Pfählen

Auch Projektleiter Max Aebischer vom kantonalen Tiefbauamt wird bei einer Ortsbesichtigung sofort von fragenden Jaunern in Beschlag genommen. Er kennt sie–und sie kennen ihn. Denn bereits vor der Projektauflage im Jahr 1997 hat er mit den betroffenen Grundeigentümern Gespräche geführt. Diese Personen hat er nun nach der Überarbeitung des Dossiers noch einmal aufgesucht. Max Aebischer hat das Projekt von Beginn weg begleitet und kennt es in- und auswendig. «Es ist eine interessante Baustelle, die viel abverlangt», sagt er. Besonders zwei Bauwerke seien für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung: Die über acht Meter hohe Stützmauer um die Kurve auf der Höhe des Hotels zum Wasserfall, sowie die Kappelbodenbrücke, die zweier Stützmauern bedarf. «Die ungünstige Geologie verlangt diese Massnahmen.» So besteht der Untergrund aus Moränenmaterial, bei dem man nie so richtig wissen könne, wie es genau beschaffen sei. Die Stützmauern werden auf die Betonpfähle gebaut und anschliessend verankert. 72 Betonpfähle sind es allein für die Stützmauer Wasserfall.

Die Trottoir-Revolution

Eine Neuheit für Jaun tritt an der Hauptstrasse im Gebiet «In der Au» auf: ein Trottoir. Dort ist ein kurzes Stück bereits gebaut. Von dort bis zur Tankstelle im Dorfkern wird der 1,65 Meter breite Gehweg bergseitig geführt, ab der Bäckerei Mooser dann talseitig. «Bis jetzt war für die Sicherheit der Fussgänger nichts vorhanden», so Max Aebischer. Überhaupt ist es das Ziel der Strassensanierung, für alle Verkehrsteilnehmer mehr Platz zu schaffen. Deshalb erhält die bestehende Fahrbahn nicht nur ein neues Trassee, sie wird auch verbreitert. Einzig mitten im Dorfkern wird die Hauptstrasse 5,6 statt 6 Meter breit sein. «Um den Verkehr zu verlangsamen.» Gleich anschliessend an das Lebensmittelgeschäft Mooser wird zudem vom Trottoir aus ein 2,5 Meter langes Aussichtspodium mit bester Sicht auf den Wasserfall gebaut. Und gegenüber dem Laden entsteht ein gedeckter Parkplatz mit sieben Plätzen, wovon einer behindertengerecht gebaut wird. Entlang der Strasse sollte dann nicht mehr parkiert werden.

1600 Fahrzeuge pro Tag

Täglich passieren durchschnittlich 1600 Fahrzeuge das Greyerzer Bergdorf. Weil Jaun nicht umfahren werden kann, muss die Strasse trotz Baustellenbetrieb stets eine Durchfahrt bleiben. Ampeln kommen zurzeit einzig im Kappelboden zum Einsatz. Dort wird die Strasse um ihre Breite versetzt und ebenfalls vergrössert.

Nicht weniger als 15 Wasserquellen gibt es im Kappelboden. «Nach dem Bau werden wir alle Quellen auf Einbussen überprüfen», versichert Projektleiter Max Aebischer. Der Kappelbach wird zudem revitalisiert. Den Abschluss der neuen Dorfdurchfahrt wird ein Kreisel bei der Abzweigung in Richtung Abländschen bilden. Dort gehen die knapp 1,7 Kilometer Hauptstrasse zu Ende, und die Jaunpassstrasse beginnt. Das überschüssige Aushub- und Abbaumaterial muss nicht ins Tal gebracht werden, sondern wird zu den beiden Jauner Deponien Eichmatte (bei der Galerie) und Oberbach abgeführt. Letztere wurde schon für die Sanierung der Jaunpassstrasse benutzt.

Die Stützmauer Wasserfall ist bis zu 8,5 Meter hoch. Endlich ein Trottoir: Die Jauner geniessen das Gefühl der Sicherheit. 

«Bis jetzt war für die Sicherheit der Fussgänger nichts vorhanden.»

Max Aebischer

Projektleiter kantonales Tiefbauamt

Zahlen und Fakten

1,660 Kilometer und 23 Millionen Franken

Die Sanierung der Dorfdurchfahrt von Jaun ist in Los 1 und 2 aufgeteilt.Los 1umfasst 600 Meter vom Gebiet «In der Au» bis zur Tankstelle im Dorfkern und beinhaltet unter anderem Trasseearbeiten, eine Strassenentwässerung, den Bau eines Trottoirs und die Verbreiterung der Strasse auf sechs Meter. Baustart war im Herbst 2013, bis Ende November 2014 soll Los 1 abgeschlossen sein. Diezweite Etappeläuft seit diesem Frühling und dauert voraussichtlich bis 2017. Sie beginnt bei der Tankstelle im Dorfkern und endet bei der Abzweigung nach Abländschen, wo ein Kreisel gebaut wird. Los 2 beinhaltet nebst den Trasseebauarbeiten grosse Stützmauern und Brückenneubauten. Auch auf diesem Abschnitt wird die Strasse verbreitert und mit einem Trottoir versehen. Die Projektkosten belaufen sich auf23 Millionen Franken. 2013 sprach der Grosse Rat einen Kredit von 21,9 Millionen Franken. Die Gemeinde kommt für den Rest auf.ak

Reaktionen: Alle freuen sich auf die Trottoirs

R einhard und Nelly Schuwey wohnen direkt an der Hauptstrasse in Jaun und somit mitten auf der Baustelle. Sie sind mit Lärm und Staub konfrontiert, hätten sich aber nach und nach daran gewöhnt, sagt Nelly Schuwey gegenüber den FN. Die Sanierung der Strasse sei wichtig, besonders aus Sicherheitsgründen. «Wir freuen uns vor allem für die Kinder in unserem Quartier. Sie können schon bald ein Trottoir benutzen.» Bis zur Fertigstellung müssten sie Geduld aufbringen, so Nelly Schuwey. Die Geduld werde belohnt, sobald die Strasse neu gebaut sei.

Lieber loben als klagen

Auch der Laden von Käthi Mooser liegt direkt an der Hauptstrasse und ist ein Treffpunkt im Dorf. «Ich könnte gar nicht klagen», kommentiert die Jaunerin die Bauarbeiten. Es gehe tipptopp, und bis jetzt sei es auch mit dem Lärm nicht schlimm. «Es war an der Zeit», findet sie. Dieser Meinung seien auch ihre Kundinnen und Kunden, sagt Käthi Mooser. «Besonders froh sind wir über das Trottoir, das wir schon bald haben werden.»

Auch im Tourismusbüro habe sich noch niemand über die Bauarbeiten beklagt, sagt Tourismusleiter Jean-Marie Buchs. «Die Touristen verstehen unser Problem mit der engen Strasse und sehen, dass etwas gemacht werden muss.» Beim Ferienheim Höfli, das er verwaltet, habe er zuerst seine Bedenken gehabt. Denn es liegt gleich unterhalb der Hauptstrasse. Er habe den Mietern die Situation erklärt, und auch sie hätten sich nicht beschwert. ak

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