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Eine Chronik zum 111-Jahr-Jubiläum

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Weshalb feiert eine Musikgesellschaft das 111-Jahr-Jubiläum? «Wir haben diese Schnapszahl für unser Jubiläum gewählt, weil wir dieses mit der Herausgabe einer umfassenden Chronik verbinden wollten. Wir mochten nicht bis zum 125-Jahr-Jubiläum warten, um die Vereinsgeschichte in einer Jubiläumsschrift festzuhalten. Bis dann wären viele Dokumente verloren gegangen, zumal letztmals beim 50-Jahr-Jubiläum eine Chronik erschienen ist.» So begründet Präsident Markus Zollet das 111-Jahr-Jubiläum der Pfarreimusik Wünnewil-Flamatt gegenüber den «Freiburger Nachrichten».

Archiv wird vorgestellt

Das Serenadenkonzert der Pfarreimusik Ende Juni bildet jeweils den Abschluss des Vereinsjahres. «Wir werden diees Mal der Bevölkerung nicht nur die Jubiläumsschrift vorstellen, sondern auch wertvolle Erinnerungsstücke, Auszeichnungen und Requisiten aus dem Archiv präsentieren. Wir werden zudem Bilder aus der Chronik aufstellen», sagt der Präsident. «Es wird ein lockeres Programm sein», ergänzt er (siehe Kasten).

Verfasst hat die Chronik Beat Bucheli, ein Nicht-Musikant, der die Geschichte der Pfarreimusik als Aussenstehender beleuchtet hat, wie er selber sagt. Er erinnert daran, dass es eigentlich schon im 19. Jahrhundert eine Musikgesellschaft Wünnewil gab, die aber 1899 wieder aufgelöst wurde. Die Neugründung fand dann im Jahr 1906 statt.

Schwierige Gründungszeit

«Die ersten Jahre waren ein Auf und Ab. Die Pfarreimusik stand auch vor dem Zerfall. Dank dem damaligen Pfarrer Josef Schmutz und dem Dirigenten kam es nicht zur Auflösung», erklärt Bucheli, der die Vereinsgeschichte in seiner Chronik jeweils mit dem damaligen Zeitgeist in Verbindung bringt. Anfang des 20. Jahrhunderts und in den Wirren des Ersten Weltkrieges war die Musikgesellschaft nach seinen Worten im katholischen Bauerndorf Wünnewil vor allem da, um die Gottesdienste zu verschönern.

Die Zeit zwischen 1928 und 1968 bezeichnet Bucheli als Epoche der Stabilität, die vor allem dank dem Präsidenten Linus Perler und seinem Vorstand erreicht wurde. «Der Verein hat sich damals zu einem tragenden kulturellen Pfeiler von Wünnewil entwickelt», sagt er. Eine neue Epoche – eine Epoche der Öffnung – begann dann im Jahr 1968 mit einer Statutenänderung. «Erstmals durften auch Frauen und Reformierte in der Pfarreimusik mitmachen. Es wurde ein offener, lebendiger Verein», betont Bucheli. «Im Jahre 2003 wurde mit Any Kobel erstmals eine Frau Präsidentin. Und heute bilden die Frauen die Mehrheit im Vorstand», hält Zollet fest.

Den Namen beibehalten

Trotz der Öffnung behielt der Verein den Namen «Pfarreimusik». Zollet führt das insbesondere auf die wichtige Rolle zurück, welche die Pfarrei und ihre Würdenträger früher in der Pfarreimusik einnahmen. «Wir haben das Gleiche gemacht wie viele andere Musikgesellschaften im Bezirk auch. Bei uns ist der Name aber geblieben», sagt Zollet.

Einst wurde das Jahreskonzert jeweils mit einem Theaterstück verbunden. So erinnert sich Zollet, dass der Pfarrer keine Freude hatte, als eine Frauenrolle erstmals von einer Frau besetzt werden sollte. «Der Bezug zur katholischen Kirche hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert», sagt Bucheli und meint somit auch die Einflussnahme des Pfarrers auf den Verein. «Wir spielen auch in der reformierten Kirche in Flamatt, wir sind neutral», fügt Zollet bei. Den Namen hat der Verein nicht gewechselt, als die Pfarreimusik im Jahre 2008 mit der Musikgesellschaft Flamatt fusionierte, er wurde jedoch mit «Flamatt» ergänzt.

Musicanto war Höhepunkt

Einen besonderen Platz in der Chronik nimmt das kantonale Musikfest Musicanto ein, das der Verein im Jahre 2015 mit grossem Erfolg durchgeführt hat. «Wir erhielten viel Lob. Es hat alles bestens geklappt. Wir konnten mit der Sporthalle, der Aula, der alten Turnhalle und mit den Schulhäusern aber auch von einer optimalen Infrastruktur profitieren», sagt Zollet und erinnert sich gerne an den Festumzug, der von Tausenden besucht wurde. «An den vier Tagen sind rund 30 000 Besucherinnen und Besucher nach Wünnewil gepilgert», fügt er mit Stolz bei.

Gut 60 Musikantinnen und Musikanten zählt der Verein heute. Stolz ist der Präsident auch auf die Jugendmusik. «30 junge Leute stehen in der Ausbildung», betont er. Die Pfarreimusik Wünnewil-Flamatt spielt an Musikfesten mal in der ersten, mal in der zweiten Klasse. Glück hatte sie, dass sie in der Vergangenheit stets ausgezeichnete Dirigenten verpflichten konnten.

«Wir haben gewisse Ambitionen, aber wir wollen uns nicht mit Auswärtigen verstärken, um an Musikfesten zu brillieren. Die Gemeinschaft steht im Vordergrund. Wir wollen eine Dorfmusik bleiben, in der jeder seinen Platz findet, der Freude an der Blasmusik hat», ergänzt er. Das Konzert in der Kirche in der Adventszeit, das Jahreskonzert im Frühling und das Serenadenkonzert Ende Juni bilden die Höhepunkte im Vereinsjahr der Pfarreimusik, die auch in Zukunft Gottesdienste verschönert und bei Gemeindeanlässen auftritt.

Zahlen und Fakten

Eine Jubiläumsfeier mit Blick ins Archiv

Am Samstag, 24. Juni, feiert die Pfarreimusik Wünnewil-Flamatt das 111-Jahr-Jubiläum auf dem Schulhausplatz. Es beginnt um 18 Uhr mit Verpflegung vom Grill. Für musikalische Unterhaltung sorgen an diesem Serenadenkonzert die Jugendmusik und die Pfarreimusik Wünnewil-Flamatt. Anschliessend wird die 120-seitige Chronik, von der 500 Exemplare gedruckt werden, der Bevölkerung vorgestellt und verkauft. Bei diesem Anlass wird auch das Vereinsarchiv geöffnet.

az

 

Schulhausplatz, Wünnewil. Sa., 24. Juni, 18 Uhr.

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